26. Oktober 2020 / 11:20 Uhr

Basketball: Seawolves-Guard Yakhchali bringt Stadthalle zum Kochen

Basketball: Seawolves-Guard Yakhchali bringt Stadthalle zum Kochen

Marten Vorwerk
Ostsee-Zeitung
Seawolves-Pointguard Behnam Yakhchali (am Ball)  war beim Sieg gegen Leverkusen mit 26 Punkten der überragende Akteur.
Seawolves-Pointguard Behnam Yakhchali (am Ball)  war beim Sieg gegen Leverkusen mit 26 Punkten der überragende Akteur. © Gunnar Rosenow
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Die Rostock Seawolves konnten nach der Auftaktniederlage in Bremerhaven das erste Heimspiel der Zweitligasaison mit 86:83 gegen Leverkusen für sich entscheiden. Behnam Yakhchali erzielte 26 Punkte. 

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​Die 1500 Zuschauer in der ausverkauften Rostocker Stadthalle hält es nicht mehr auf ihren Sitzen. 86:83 führen die Seawolves im Heimspiel gegen die Bayer Giants Leverkusen 0,4 Sekunden vor dem Ende. Die Gäste bekommen noch einmal einen Einwurf von der Grundlinie zugesprochen. Sie müssen jetzt von der Dreierlinie punkten, um das Spiel in die Verlängerung zu bringen. Doch dies gelingt nicht, der Ball landet neben dem Korb. Die Schlusssirene ertönt. Großer Jubel brandet aus, auf den Rängen und bei den Spielern der Rostock Seawolves.

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Der Basketball-Zweitligist konnte seine Saison-Heimpremiere am Sonntag mit 86:83 (49:44) gewinnen und nach der Auftaktniederlage bei den Eisbären Bremerhaven für Wiedergutmachung sorgen. Überragender Akteur bei den Gastgebern war der iranische Nationalspieler Behnam Yakhchali. 26 Punkte steuerte der Point-Guard bei, traf fünf seiner sechs Dreipunktwürfe und sammelte zudem fünf Rebounds. Entsprechend glücklich war der 25-Jährige: „Wir haben heute sehr gut gespielt. Das war wichtig nach der Niederlage zuletzt“, freute sich Yakhchali, fügte aber hinzu: „Ich glaube wir können noch besser spielen. Auf diesen Sieg können wir aber aufbauen.“ Obwohl er mit seiner Leistung gegen die Bayern Giants Leverkusen zum Matchwinner avancierte, blieb der Iraner zurückhaltend. „An erster Stelle steht das Team. Dass wir heute gewonnen haben, ist das Wichtigste. Ohne die Zuspiele von meinen Mitspielern könnte ich nicht so viele Punkte erzielen“, erklärte er.

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Kurios: Sowohl am Ende des zweiten als auch mit der Schlusssirene des dritten Viertels gelang Yakhchali ein Buzzer-Beater von der Dreipunktlinie. Er traf jeweils mit Ablauf der Zeit den Korb. Im dritten Spielabschnitt sogar fast von der Mittellinie, was bei den Seawolves-Anhängern für Ekstase sorgte. „Ab und zu treffe ich mal einen Buzzer-Beater, auch im Nationalteam. Zwei in einer Partie sind mir allerdings noch nie gelungen“, schwärmte Yakhchali schmunzelnd. Auch Jens Hakanowitz, sportlicher Leiter der Seawolves freute sich mit ihm und seinem Team: „Behnam hat die Halle zum Kochen gebracht. Ich bin sehr stolz, dass die Mannschaft Charakter gezeigt hat und dieses knappe Spiel noch gewinnen konnte.“

Von Beginn an entwickelte sich eine enge und spannende Partie in der Rostocker Stadthalle. Keinem Team gelang es, sich über die gesamte Spielzeit mit mehr als sechs Punkten abzusetzen. Im letzten Viertel führten die Gäste aus Nordrhein Westfalen sogar lange, ehe die Seawolves mit beherzter Defensive und einem immer stärker aufspielenden Chris Carter (sechs Punkte in den letzten drei Minuten) das Spiel doch noch für sich entscheiden konnten.

Rostocks Coach Dirk Bauermann hofft, dass durch den Sieg Druck von der Mannschaft abfällt. „Den Jungs war anzusehen, wie unbedingt sie dieses Spiel gewinnen wollten und sich selbst zu sehr unter Druck setzten. Immer wenn wir die Möglichkeit hatten wegzuziehen, haben wir leichte Fehler gemacht und Leverkusen so im Spiel gehalten. Im letzten Viertel war unsere Verteidigung der Schlüssel zum Sieg“, analysierte Bauermann, der die Zuschauer in der Schlussphase als wichtigen Faktor für den Erfolg ansah.

Schon am kommenden Wochenende können sich die Rostocker wieder auf ein Heimspiel in der Stadthalle freuen. Am Sonntag empfangen die Seawolves um 16 Uhr die Nürnberg Falcons.

Seawolves: Yakhchali 26 Punkte/5 Rebounds, Zakis 14/4, Carter 11/5, Theis 9/1, Veideman 8/3, Loesing 7/3, Ilzhöfer 6/4, Gloger 5/2, Jost 0/0.