13. Oktober 2020 / 20:26 Uhr

Wöchentliche Reifeprüfung für TKS-Basketballer im vollen Terminplan

Wöchentliche Reifeprüfung für TKS-Basketballer im vollen Terminplan

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Der Litauer Karolis Babkauskas (r.) kehrt nach einem Jahr zurück tum TKS-Team und soll es mit seiner Erfahrung stützen.
Der Litauer Karolis Babkauskas (r.) kehrt nach einem Jahr zurück tum TKS-Team und soll es mit seiner Erfahrung stützen. © Benjamin Feller
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Der Saisonabbruch rettete die 49ers vor dem Abstieg aus 2. der Basketball-Bundesliga ProB. Mit neuem, alten Trainer soll sich das junge Team aus Potsdam-Mittelmark nun behaupten.  

Es scheint, als wäre die Zeit bei den TKS 49ers stehen geblieben. Teamfoto, Kader, Spielplan – auf der Internetseite ist alles noch auf die Saison 2019/20 getrimmt. Und tatsächlich müssen die Verantwortlichen bei dem Verein aus Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf eingestehen, dass sie an diesem Wochenende wohl nicht in die neue Saison der 2. Basketball-Bundesliga ProB starten würden, wenn die Uhr in der vergangenen Spielzeit normal weitergetickt hätte. „Es wäre definitiv sehr schwer geworden mit dem Klassenerhalt“, sagt Vladimir Pastushenko rückblickend.

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Auftakt gegen Staffelfavoriten Bochum und Itzehoe

Als ProB-Rückkehrer standen die 49ers nach der Hauptrunde am Tabellenende – die Playdowns wurden dann wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt und es gab die Festlegung, dass kein Club aus sportlichen Gründen absteigen muss. „Das hat uns natürlich geholfen“, sagt Pastushenko. Vor dem Auftakt am Samstag (19 Uhr) beim VfL Bochum betont er: „Wir wollen jetzt zeigen, dass wir es verdienen, in dieser Liga zu spielen.“

In Bildern: Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2020/21.

Stürmer André Rundau vom Kreisoberligisten SV Dallgow ist Brandenbugs Held der Woche. Zur Galerie
Stürmer André Rundau vom Kreisoberligisten SV Dallgow ist Brandenbugs "Held der Woche". ©

Der 48-Jährige übernimmt dabei eine neue, alte Rolle. Er ist Cheftrainer. „Das war für uns die naheliegende und auch beste Lösung“, sagt Michael Grunwaldt, Präsident des RSV Eintracht, zu dem die 49ers als Basketballabteilung gehören. Pastushenko ist seit 2003 im Verein, führte als Coach das Männerteam aus dem lokalen Bereich auf die nationale Bühne in die ProB und etablierte den Club dort. Ab 2013 war er Sportlicher Leiter, coachte nur noch im Nachwuchs oder interimsmäßig bei den Herren.

Urgestein statt Experiment auf dem Trainerstuhl

In der Vergangenheit hatten Cheftrainer bei der TKS-Mannschaft in der zweiten Liga eine eher kurze Halbwertszeit. „Mal ging es gut, mal weniger“, sagt Grunwaldt. Allein vorige Spielzeit mussten in Kai Buchmann und Nicolai Coputerco zwei Coaches vorzeitig gehen. „Wir wollten jetzt kein weiteres Experiment wagen, sondern setzen auf jemanden, der den Verein kennt wie kein anderer“, erklärt der Präsident. „Vladi lebt unsere Philosophie und muss sie nicht erst verinnerlichen.“

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Vladimir Pastushenko betreut die TKS 49ers wieder als Cheftrainer.
Vladimir Pastushenko betreut die TKS 49ers wieder als Cheftrainer. © Julius Frick

Pastushenko, der die Aufgabe vom Vorstand gerne annahm, nennt die 49ers selbst einen „Verein der Entwicklung“. Deutsche Talente, besonders aus den eigenen Nachwuchsreihen, sollen vorangebracht werden. Mit durchschnittlich etwas mehr als 20 Jahren haben die Mittelmärker eines der jüngsten Teams der Liga. Der Litauer Karolis Babkauskas, der 2019 wesentlichen Anteil am Aufstieg hatte und nach einem Jahr nun zurückgekehrt ist, sowie Kapitän Sebastian Fülle sind die routinierten Anführer. Als zweiter Ausländer steht US-Mann Malik Toppin im Aufgebot. „Ich denke, wir haben eine Mannschaft, die mit einer guten Mischung aus jung und erfahren harmonieren kann“, sagt Pastushenko. „Aggressiv und hungrig wollen wir spielen.“

Derbys zu Weihnachten und nach Neujahr

Großes Potenzial sehe der Trainer in seiner Truppe. Das war vorige Saison nicht anders, „aber da haben wir das zu unregelmäßig abgerufen und hätten besser dastehen können, als das Tabellenbild es ausgedrückt hatte“, meint er. Der Klassenerhalt in der Nordstaffel sei das Ziel, egal, ob direkt als Top-8-Verein nach der Hauptrunde oder dann über die Playdowns. „Wir werden sicherlich im Saisonverlauf reifen“, glaubt Pastushenko. Von daher sieht er dem Auftaktprogramm eher positiv gestimmt statt erschrocken entgegen. Bochum und die Itzehoe Eagles, die eine Woche später in die BBIS-Halle Kleinmachnow kommen, zählen zu den Staffelfavoriten. „Ich starte lieber gegen solche Teams als gleich gegen direkte Kontrahenten“, sagt der TKS-Trainer.

In ihrer 13. ProB-Saison erwartet die 49ers eine ungewöhnliche Termindichte. Coronabedingt startet die Serie knapp einen Monat verspätet. Daher sind alle 22 Hauptrundenspieltage bis Mitte März ohne freies Wochenende angesetzt – ein hehres Unterfangen in Zeiten von wieder steigenden Coronafallzahlen. Zeitlichen Spielraum gibt es kaum. Die Derbys zwischen dem TKS-Club und Lok Bernau, den beiden besten Brandenburger Basketballvereinen, finden gar am zweiten Weihnachtsfeiertag und 2. Januar statt. „Die Kunst wird sein, über die komplette Saison die Form zu halten“, sagt Pastushenko. „Da muss man immer wieder bereit sein, mental und physisch.“ Denn die Zeit bleibt nicht stehen.

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