09. September 2019 / 15:03 Uhr

Basketballer der BG Göttingen machen Johannes Oerding Platz

Basketballer der BG Göttingen machen Johannes Oerding Platz

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Das Parkett in der BG-Trainingshalle wurde am Montag von einer Fachfirma demontiert.
Das Parkett in der BG-Trainingshalle wurde am Montag von einer Fachfirma demontiert. © Peter Heller
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Weil die Stadthalle Baustelle ist, wird das Trainingszentrum der BG Göttingen zur Veranstaltungshalle beim NDR 2-Soundcheck-Festival. Für die Bundesliga-Basketballer ist diese Entscheidung mit einem großen Aufwand verbunden.

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Die Basketballer ziehen aus, das Soundcheck-Festival zieht ein. Für eine Woche räumen die Bundesliga-Herren und die Nachwuchsmannschaften der Veilchen ihr Trainingszentrum (BBZ) am Schützenplatz, das ab Donnerstagabend zur „Halle 2“ wird und damit die Stadthalle, die gerade saniert wird, ersetzt. Johannes Oerding eröffnet dort mit einem ausverkauften Konzert das dreitägige Festival.

Bis der Sänger dort auf der Bühne steht, muss viel passieren. Seit Montagmorgen ist das Gelände rund um das Basketballzentrum und den Schützenplatz eingezäunt, das Parkett in der Halle wurde von einer Fachfirma demontiert und zwischengelagert, die Fenster wurden verklebt, jede Menge Container sind aufgestellt worden. Wie lange BG-Geschäftsführer Frank Meinersthagen noch in seinem Büro arbeiten kann, weiß er nicht genau. „Ich höre ja schon, wenn die Mannschaft in der Halle trainiert. Wenn die erst mal den Sound checken, werde ich hier wohl kaum noch arbeiten können.“

„Situation ist nicht optimal“

Tabu ist für das Soundcheck-Festival der Profi-Trakt im Trainingszentrum. Dort können auch weiterhin die Trikots und Trainingsbekleidung gewaschen werden. Allerdings muss alles zwischen BBZ und der Ausweichhalle am Felix-Klein-Gymnasium hin- und hergefahren werden. Lediglich drei Parkausweise stehen der BG Göttingen zur Verfügung, was viel Planung und Koordination erfordert. „Die Situation ist bei weitem natürlich nicht optimal, aber wir können es nicht ändern“, sagt Meinertshagen. Er verstehe das „große Ganze“, es sei aber ein sehr saurer Apfel, in den die BG Göttingen da beißen müsse. „Der Termin so kurz vor dem Saisonstart ist total ungünstig.“

Roijakkers: „Katastrophe für uns“

Drastischer formuliert BG-Headcoach Johan Roijakkers die Situation: „Es ist eine Katastrophe für uns.“ Keinerlei Kritik übt er an der Trainingssituation. In der FKG II-Halle sei schon das Spieltagsparkett aus der Sparkassen-Arena verlegt worden, die Körbe wurden entsprechend höher montiert. „Da ist alles so gut wie in der Halle im Basketballzentrum.“

Alles, was noch zum Trainingsbetrieb gehöre, sei dagegen mit Schwierigkeiten verbunden. Es gebe viel mehr als nur das reine Training mit dem Team. „Das Kältebad können wir nicht unmittelbar nach den Einheiten nutzen. Krafttraining im Athleticum ist nicht möglich, Behandlungen durch unsere Physios auch nicht, weil keiner wirklich heranfahren kann. Dadurch sehen wir auch die Spieler viel seltener, gibt es weniger Kommunikation.“ Roijakkers könnte die Aufzählung noch eine Weile fortsetzen.

Dieser Umzug bedeute auch für Teammanager Domenik Theodorou jede Menge Mehrarbeit. „Wir werden innerhalb von 15 Tagen nur zwei Einheiten in unserer Halle gemacht haben. Insgesamt ist die Situation sehr unprofessionell“, ärgert sich Roijakkers.

Planungen begannen im Frühjahr 2018

Die Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) habe – so deren Geschäftsführer Alexander Frey – bei dieser Mammutaufgabe Menschen zusammengebracht und für die Rahmenbedingungen gesorgt. Erste Gespräche habe es schon im Frühjahr 2018 gegeben. Das Felix-Klein-Gymnasium habe früh signalisiert „im Sportunterricht zusammenzurücken“, um den Profis eine Trainingsgelegenheit zu bieten. Auch die Demontage des Parketts im Basketballzentrum wurde in professionelle Hände abgegeben. „Es soll ja nachher keiner vor einem 12000-Teile-Puzzle stehen und es nicht wieder zusammenbekommen“, sagt Frey, der zugibt, dass das gesamte Unternehmen für die BG Göttingen logistisch aufwendig sei.

„Wir sind aber auch alle daran interessiert, dass das Soundcheck-Festival funktionieren kann. Es hat für Göttingen schon eine enorme Bedeutung“, sagt der GoeSF-Geschäftsführer. Die Sparkassenarena werde – da bleibt Frey in der Bildsprache – „das Wettkampfbüro“ für das Event. Drei abgetrennte Funktionsbereiche der Halle werden vom Festival als Backstage-Bereich genutzt. Der Schulsport des Otto-Hahn-Gymnasiums laufe in allen vier Segmenten weiter. „Die Schüler benutzen dann nur einen anderen Eingang“, so Frey.

Noch ein Test in Belgien

Angesichts der komplizierten Trainingsumstände in dieser Woche tritt die BG am Donnerstag die Flucht nach vorn an. Kurzfristig wurde ein Trainingsspiel im belgischen Charleroi am Freitag um 15 Uhr vereinbart. Gegner ist der zehnfache belgische Meister Spirou Baskets Charleroi.

Entwarnung bei Hundt

Mit dabei wird auch Bennet Hundt sein, der sich am Sonntag in Trier am Sprunggelenk verletzt hatte. Roijakkers gab am Montag nach umfassenden Untersuchungen Entwarnung. Hundt könne wieder ins Trainings einsteigen, der Knöchel sei geschwollen, die Kapsel leicht verletzt.

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