01. Juni 2021 / 23:07 Uhr

Ex-Bayern-Star Schweinsteiger äußert Unverständnis für Nicht-Nominierung von Boateng: "Ist mir ein Rätsel"

Ex-Bayern-Star Schweinsteiger äußert Unverständnis für Nicht-Nominierung von Boateng: "Ist mir ein Rätsel"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bastian Schweinsteiger kann nicht verstehen, dass Jérôme Boateng nicht mit zur EM fährt.
Bastian Schweinsteiger kann nicht verstehen, dass Jérôme Boateng nicht mit zur EM fährt. © IMAGO/Revierfoto/Sven Simon/Poolfoto (Montage)
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Anders als Mats Hummels und Thomas Müller sprang Jérôme Boateng nicht auf den letzten Drücker auf den EM-Zug auf. Bundestrainer Joachim Löw verzichtete auf eine Nominierung des Innenverteidigers. Bastian Schweinsteiger fehlt für diese Entscheidung das Verständnis.

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Zwei der drei nach der verkorksten Weltmeisterschaft von 2018 aussortierten Leistungsträger holte Bundestrainer Joachim Löw mit BVB-Abwehrchef Mats Hummels und Bayern-Offensivmann Thomas Müller vor der anstehenden EM zurück, nominierte das Duo letztlich sogar für die Endrunde. Mit Jérôme Boateng blieb der dritte im Bunde außen vor. Für dessen ehemaligen Teamkollegen beim FC Bayern, Bastian Schweinsteiger, ist die Entscheidung des nach der EM scheidenden Löw nicht nachvollziehbar. "Mir persönlich ist es ein Rätsel, wieso Jérôme Boateng nicht nominiert wurde. Er hat maßgeblichen Anteil an der Sechs-Titel-Saison des FC Bayern, an der Meisterschaft diese Saison", erklärte der TV-Experte gegenüber der Sport Bild.

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Schweinsteiger, der im Januar 2020 seine Karriere bei MLS-Klub Chicago Fire beendet hatte, attestierte Boateng nach wie vor das Zeug zu absolutem Top-Format. "Wenn ich die Innenverteidiger der abgelaufenen Saison durchgehe, war Jérôme für mich der beste Mann in der Bundesliga", so Schweinsteiger weiter. Boatengs Vertrag beim FC Bayern lief mit dem Ende der Saison aus, auf eine Verlängerung mit dem 32-Jährigen verzichtete der deutsche Rekordmeister. Wo es für den Innenverteidiger weitergeht, ist offen.

Dass Schweinsteiger seinen ehemaligen Auswahl-Trainer für die Nicht-Nominierung Boatengs kritisiert, hält er indes für unproblematisch und verwies auf ehrliche Unterhaltungen mit Löw in der Vergangenheit. So habe es auch während der gemeinsamen Zeit kritische Vier-Augen-Gespräche gegeben. "Der Bundestrainer weiß aber: Wenn es sachlich ist, fachlich fundiert, dann ist angebrachte Kritik kein Problem. Jogi Löw weiß das einzuschätzen", erklärte Schweinsteiger.

Schweinsteiger erwartet "Jetzt-erst-recht-Mentalität"

Den bereits geregelten Abschied von Löw, der nach der EM von Hansi Flick ersetzt wird, sieht Schweinsteiger auch als Chance für das anstehende Turnier. Auch der Misserfolg bei der zurückliegenden WM und die empfindliche Pleite bei der WM-Qualifikation gegen Nordmazedonien spiele eine Rolle. "Es muss im Team eine Jetzt-erst-recht-Mentalität vorhanden sein. Wegen des Abschieds des Trainers, aber auch wegen der WM 2018, wegen schlechter Spiele wie gegen Spanien oder Nordmazedonien", so Schweinsteiger. Angesichts der nun anstehenden Aufgabe müsse "ein Ruck durch die Mannschaft gehen." Die DFB-Auswahl trifft in der am 11. Juni startenden EM in einer anspruchsvollen Gruppenphase auf Frankreich, Portugal und Ungarn.