13. Januar 2020 / 11:29 Uhr

Baustelle Abwehr, Essers "Fehlstart": Die 96-Erkenntnisse aus den Testspielen

Baustelle Abwehr, Essers "Fehlstart": Die 96-Erkenntnisse aus den Testspielen

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Innenverteidigung ist eine Baustelle bei Hannover 96, Torwart Michael Esser konnte sich im Duell um die Nummer eins noch nicht empfehlen.
Die Innenverteidigung ist eine Baustelle bei Hannover 96, Torwart Michael Esser konnte sich im Duell um die Nummer eins noch nicht empfehlen. © Florian Petrow
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Die Tests gegen die Bundesligisten SC Paderborn und Werder Bremen verlor Hannover 96, dafür gewann Trainer Kenan Kocak einige Erkenntnisse. Sorgen bereitet die Innenverteidigung, im Zweikampf im Tor erwischte Michael Esser keinen guten Start.

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Hannover 96 startet mit zwei Niederlagen gegen Bundesligisten ins neue Jahr. Beim 0:1 gegen Paderborn am Samstag und dem 1:3 gestern gegen Werder Bremen schickte Trainer Kenan Kocak zwei unterschiedliche Mannschaften auf den Platz.

Das Team, das gestern gegen Werder verlor, war mit mehr potenziellen Stammspielern besetzt. Bis zum Punktspielauftakt am 28. Januar in Regensburg bleiben dem 96-Trainer noch zwei Übungswochen. Welche Erkenntnisse gewann Kocak beim doppelten Testspielstart?


Die Torhüter: Ron-Robert Zieler, die bisherige Nummer eins, hat es gegen Paderborn „gut gemacht“, lobte Kocak. Zieler verhinderte eine weitaus höhere Niederlage. Anders Michael Esser in Bremen. Das Tor zum 1:3-Endstand muss er allein auf seine Kappe nehmen, der Ball flutschte durch seine Hände.

Kein guter Start für Esser im Duell um die Nummer eins, das Kocak ausgerufen hat. „Eine unglückliche Aktion, aber eine unglückliche Aktion hat keine Entscheidungskraft“, damit hält der Coach die Chance für Esser noch am Leben.

Bilder zum 96-Testspiel gegen Werder Bremen (12. Januar):

Linton Maina setzt sich durch. Zur Galerie
Linton Maina setzt sich durch. ©

Innenverteidigung die größte Baustelle

Die Innenverteidiger: Personell ist das Abwehrzentrum die größte Baustelle, weil der Trainer nicht nach Leistung aufstellen kann, sondern nur diejenigen, die überhaupt fit sind. Gegen Paderborn war Felipe bester 96-Feldspieler. „Er hat das gut gemacht“, sagt Kocak. Nur weiß keiner, wie oft Felipe eingesetzt werden kann, wann die nächste Verletzungspause kommt.

Gestern testete Kocak Jannes Horn im Zentrum der Viererabwehrkette. Beim 2:2 gegen Stuttgart hatte der Ex-Kölner in der Dreierabwehrkette gut gespielt. In Bremen zeigte sich, dass Horn doch besser auf seiner angestammten Position links hinten eingeplant wird. „Gegen Stuttgart war es notgedrungen“, erklärte Kocak. „Er muss schon ein paar Kilos zulegen an Muskelmasse. Von seiner Antrittsschnelligkeit und Spieleröffnung hat er Pluspunkte. Aber in puncto Zweikampfpräsenz fehlt noch was.“

"Das ist alles andere als erfreulich"

Die Rückkehr des Langzeitverletzten Marcel Franke verzögert sich, Kocak zeigte sich darüber ungehalten. „Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass er am ersten Tag zurückkommt. Jetzt heißt es: Doch nicht. Dann hat er Probleme und muss zu einem anderen Orthopäden mit einer zweiten Meinung“, erläuterte der Trainer. „Davon hängen viele Entscheidungen ab. Das geht hin und her, er steht nicht auf der Matte, und das ist alles andere als erfreulich.“

Bilder vom Testspiel zwischen Hannover 96 und dem SC Paderborn

Mick Gudra (links) kämpft mit zwei Paderbornern um den Ball. Zur Galerie
Mick Gudra (links) kämpft mit zwei Paderbornern um den Ball. ©
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Ron-Robert Zieler (61,9 Prozent)  ©

96 will Spieler ausleihen

Der Angriff: Marvin Ducksch spielte gegen Paderborn eine auffälligere zweite Hälfte, Cedric Teuchert eine gute erste in Bremen. Teucherts Partner Sebastian Soto nutzte die Chance nicht und durfte sich Kritik von seinem Trainer anhören: „Soto hat Qualität, aber er muss sie auch auf den Platz bringen.“

Die Transfers: Offenbar will 96 jetzt bis Saisonende Spieler ausleihen. Ein kopfballstarker Innenverteidiger und ein Stürmer stehen oben auf der Liste.