17. Oktober 2020 / 11:11 Uhr

Stotterstart ohne Havertz und Volland: Trainer Bosz muss Bayer Leverkusen in Fahrt bringen

Stotterstart ohne Havertz und Volland: Trainer Bosz muss Bayer Leverkusen in Fahrt bringen

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Abgänge von Kevin Volland und Kai Havertz wirken bei Bayer Leverkusen noch nach. Trainer Peter Bosz muss seine Offensive noch neu formen.
Die Abgänge von Kevin Volland und Kai Havertz wirken bei Bayer Leverkusen noch nach. Trainer Peter Bosz muss seine Offensive noch neu formen. © Action Press/imago images, Martin Rose/Getty Images, Montage
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Die Offensive von Bayer Leverkusen lahmt nach den Abgängen von Kai Havertz und Kevin Volland, was Trainer Peter Bosz vor Probleme stellt. Nun fallen auch noch Florian Wirtz und Patrik Schick aus. Ein Dilemma, das den Erfolgsdruck nicht mindert.

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Die Hiobsbotschaft kam für Peter Bosz Mitte der Woche: Talent Florian Wirtz wird Bayer Leverkusen am Samstag im Bundesliga-Auswärtsspiel bei Mainz 05 (15.30 Uhr, LIVETICKER) fehlen. Eine Bauchmuskelzerrung aus dem U21-Länderspiel gegen Bosnien-Herzegowina macht dem jüngsten U21-Debütanten der DFB-Geschichte zu schaffen. Eine Nachricht, die auch dem niederländischen Trainer Bauchschmerzen bereitet haben dürfte. Er muss seine lahmende Offensive erneut umbauen – zumal auch Neuzugang Patrik Schick nach einem Faserriss fehlen wird.

Dabei läuft der Offensivmotor ohnehin schon auf Sparflamme. Erst zwei Treffer in drei Spielen der Fußball-Bundesliga, schwache Auftritte, fehlende Ideen, schlechte Chancenverwertung: Von den kreativen und teilweise spektakulären Auftritten der vergangenen Saison ist bisher wenig übrig geblieben. Was sicherlich auch am veränderten Personal liegt. Mit Kai Havertz (FC Chelsea) und Kevin Volland (AS Monaco) wurden gleich beide Offensivsäulen abgegeben. Ihre zündenden Ideen und ihre Abschlussstärke fehlen der Mannschaft spürbar. Zwar kam Schick, der in der vergangenen Saison schon für RB Leipzig in der Bundesliga spielte, von der AS Rom. Doch der Last-Minute-Transfer von Milot Rashica (Werder Bremen) zerschlug sich. Auch lehnte die sportliche Führung eine Verpflichtung von Mario Götze ab.

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Die Transferphase lief damit alles andere als gewünscht für Bosz. "Wenn man Stand jetzt den Kader sieht, muss man sagen: Dafür fehlt noch was", sagte er vor Ende der Transferfrist. Zwar kam Rechtsverteidiger Santiago Arias per Leihe von Atlético Madrid, doch der brach sich auf der Länderspielreise mit Kolumbien das Wadenbein und fehlt lange. Eine weitere Baustelle neben der Offensive, in der Bosz immerhin noch auf Spieler wie Kerem Demirbay, Nadiem Amiri, Leon Baily, Moussa Diaby, Karim Bellarabi und Lucas Alario setzen kann. "Sie sind da, sie haben mein Vertrauen. Jetzt gilt: Strich drunter und Leistung bringen."

Bayer hält an Saisonzielen fest

Der Trainer erhöht den Druck auf seine Spieler nach dem schwachen Saisonstart – weiß aber auch, dass er selbst genauso unter Zugzwang steht. "Unser Kader ist stark", sagte Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler kürzlich dem Kölner Stadt-Anzeiger. Deshalb will in Leverkusen auch niemand von den Zielen abweichen. Nach Möglichkeit soll Bayer am Ende der Saison einen Champions-League-Platz belegen. Wenngleich Bosz sich verweigert, Ziele zu nennen: "Wir müssen jetzt nicht über Ziele reden, was realistisch ist. Das macht keinen Sinn, weil keiner es weiß."

Was Bosz aber weiß: Er will endlich eine Siegesserie starten. "Ich glaube nicht, dass ein Sieg reicht, um in einen Flow zu kommen. Da braucht es mehrere Erfolge. Aber wenn du eine Serie starten willst, musst du irgendwann damit anfangen."