04. Juli 2020 / 11:08 Uhr

Leverkusen-Profi Sven Bender vor Pokal-Finale gegen FC Bayern: "Ein guter Tag reicht nicht"

Leverkusen-Profi Sven Bender vor Pokal-Finale gegen FC Bayern: "Ein guter Tag reicht nicht"

Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Leverkusen-Profi Sven Bender sieht für sein Team im Pokalfinale nur Außenseiterchancen. 
Leverkusen-Profi Sven Bender sieht für sein Team im Pokalfinale nur Außenseiterchancen.  © Getty Images (Montage)
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Sven Bender kommt am Samstag mit Bayer Leverkusen gegen den FC Bayern München in seinem dritten Finale im DFB-Pokal zum Einsatz. Vorher spricht der Defensiv-Allrounder über die Stimmung in Berlin, seine Rolle bei Bayer und die Titelsehnsucht.

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Sechs Mal hat Sven Bender mit seinen Mannschaften schon das Finale des DFB-Pokals erreicht. Zweimal – 2012 und 2016 – hat er auch auf dem Platz gestanden, 2012 und 2017 (auf der Bank sitzend) mit Borussia Dortmund den Titel gewonnen. Heute gegen den FC Bayern München (20 Uhr, ARD und Sky) wird Bender als Abwehrchef von Bayer Leverkusen voraussichtlich bei seinem dritten Endspiel in Berlin auflaufen.

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Man könnte also meinen, der 31 Jahre alte Routinier wüsste im Gegensatz zu seinen vielen jungen Teamkollegen bei der Werkself, was auf ihn zukommt. Doch die Geisterkulisse im Olympiastadion aufgrund der Coronavirus-Pandemie wird jegliche vertraute Finalatmosphäre ad absurdum führen. "Die Stimmung in der Stadt und im Stadion, das war alles extrem schön", erinnert sich Bender an die Auftritte in der Hauptstadt mit dem BVB, für den er von 2009 bis 2017 spielte. "Das wird jetzt anders sein, aber das wird für uns kein Problem. Ein Finale erreicht man nicht jeden Tag", betont er.

Leverkusen wartet seit 1993 auf einen Titel

Denn eine Trophäe ist in Reichweite – das gab es lange nicht im seit 1993 titellosen Leverkusen, auch nicht für Bender, der mit Dortmund in Berlin von 2014 bis 2016 drei Niederlagen in Serie kassierte. Doch es ist typisch für den 31-Jährigen, dass er nicht seine eigenen Ambitionen, sondern die der Mannschaft und des Vereins in den Vordergrund rückt. Angesprochen auf den Stellenwert eines möglichen Pokalsieges mit Bayer antwortet Bender auf SPORTBUZZER-Nachfrage: "Die lange Zeit, in der Leverkusen auf einen Titel wartet, sagt alles aus. Es ist ein Spiel bis zu einem Titel, der unfassbar schön wäre."

Und es wäre die Krönung von Benders persönlicher Weiterentwicklung, die er seit seinem bisweilen als sportlichem Rückschritt bewerteten Wechsel zur Werkself vollzogen hat. In der Malocherstadt Dortmund genoss er zwar Kultstatus, weil er Teil der Doublesieger-Elf von 2012 war und den Gegner und sich selbst nie schonte. Doch der Reiz, noch einmal etwas anderes zu probieren, war groß. So ließ er sich an den Rhein transferieren, wo er in der Regel nicht im defensiven Mittelfeld, sondern in der Innenverteidigung eingesetzt wird. "Meine Rolle ist, von hinten heraus zu führen, die Jungs vor mir anzuweisen und auch außerhalb des Platzes Ansprechpartner zu sein. Die Führungsrolle nehme ich gerne an", sagt Bender.

Benders Bayer hat die Bayern unter Trainer Flick schon besiegt

Führung wird es gegen die Bayern brauchen, denn defensiv dürfte reichlich Arbeit warten. "Wir wissen natürlich, dass Bayern extrem schnelle Spieler hat und extrem gut umschaltet", so Bender. Andererseits ist Bayer eines der wenigen Teams, die den FCB in der Ära von Trainer Hansi Flick schon bezwungen haben – und das auch noch in der Allianz-Arena, kurz nach Flicks Amtsübernahme im November (2:1). "Aber seitdem haben sich die Bayern noch einmal extrem entwickelt, sind unfassbar schwer zu bespielen und zu schlagen", weiß Bender: "Wir brauchen einen sehr guten Tag, es reicht kein guter. Und dazu noch etwas Glück." Er ist aber überzeugt, dass auch Leverkusen "Waffen" habe, um dem Rekordpokalsieger wehzutun.

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Zumindest mental, so der Plan, will Bayer dem Favoriten auf Augenhöhe begegnen. Denn es geht nicht zuletzt darum, den Eindruck von der verpassten Champions-League-Qualifikation auf der Zielgeraden der Bundesliga nicht zu dem letzten zu machen, den die Werkself in dieser Saison hinterlässt. "Es ist absolut notwendig, gierig zu sein auf den Titel", bekräftigt Bender. Geisterspiel hin oder her – er muss es wissen.