03. Oktober 2020 / 00:25 Uhr

Bayer, Sand, Freiburg: VfL-Frauen peilen Neun-Punkte-Woche an

Bayer, Sand, Freiburg: VfL-Frauen peilen Neun-Punkte-Woche an

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der VfL (M. Svenja Huth, r. Trainer Stephan Lerch) tritt am Sonntag bei Bayer Leverkusen an.
Der VfL (M. Svenja Huth, r. Trainer Stephan Lerch) tritt am Sonntag bei Bayer Leverkusen an. © VfL / Boris Baschin
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Den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg steht eine englische Bundesliga-Woche bevor. Los geht's am Sonntag in Leverkusen - nun doch ohne Zuschauer. Bitter: Fridolina Rolfö fällt weiter aus.

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Am Sonntag bei Bayer Leverkusen (14 Uhr), am Mittwoch gegen den SC Sand und dann beim SC Freiburg: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg stehen vor einer vollgepackten Woche - und peilen neun Bundesliga-Punkte an. "Da spielt die Belastungssteuerung wieder eine Rolle", weiß Trainer Stephan Lerch. Die Neuzugänge Shanice van de Sanden (kam aus Lyon) und Karina Saevik (kam aus Paris) erhöhen da die Möglichkeiten - doch eine Startelf-Garantie gibt der 36-Jährige den beiden nicht: "Man muss ihnen weiterhin Zeit geben. Sie zeigen sich sehr engagiert und wollen ihre Qualitäten auf den Platz bringen. Für großartige Experimente ist aber nicht viel Zeit. Es geht bei uns jetzt Schlag auf Schlag." Lerch halte sich aber alle Optionen offen, bereits gegen Meppen kamen beide zu einem Kurzeinsatz und konnten für Akzente sorgen.

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Van de Sanden war Anfang der Woche noch einmal in Lyon und löste ihre Wohnung auf, nahm sich dazu die Zeit, sich von ihren ehemaligen Mitspielerinnen zu verabschieden. Lerch: "Der Integrationsprozess der neuen Spielerinnen schreitet voran." Was wohl auch daran liegt, dass beide Neuverpflichtungen mit offenen Armen empfangen wurden. Ingrid Engen führte ihre Landsfrau Saevik bereits zum Sightseeing durch die Wolfsburger Innenstadt, Alexandra Popp lobte van de Sanden für ihre Offenheit und weiß, "dass wir als Mannschaft grundsätzlich bekannt dafür sind, dass wir neue Spielerinnen sehr gut integrieren können".

Gegen Bayer kann der Erfolgscoach mit demselben Kader wie gegen Meppen planen. Verzichten muss der Titelverteidiger weiter auf Fridolina Rolfö, die sich im Champions League-Finale gegen Olympique Lyon Ende August eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. "Sie arbeitet individuell", so Lerch. "Die Folgen der Gehirnerschütterung sind leider noch da, wir gehen da behutsam ran. Sie ist noch keine Option, wir müssen da mehr oder weniger von Woche zu Woche schauen. Es kommt dann darauf an, wie die Reaktion auf das Training ausfällt und ob noch Kopfschmerzen auftreten."

VfL-Gegner Leverkusen war zwar in den vergangenen Jahren immer im Abstiegskampf, konnte die Großen aber oft ärgern. Das Team von Trainer Achim Feifel zeigte sich zu Beginn der neuen Saison gefestigt und fuhr gegen Freiburg (2:1) und den MSV Duisburg (2:0) Siege ein, in Potsdam folgte die erste Niederlage (0:2). "Sie haben eine gewisse Kontinuität im Kader, konnten gute Transfers tätigen und Leistungsträgerinnen halten", weiß Lerch. Das "ist eine ganz gute Mischung. Man merkt, dass sich da etwas findet und eine klare Philosophie vorhanden ist. Dementsprechend wird das ein interessantes Spiel. Mein Trainer-Kollege wird sich etwas einfallen lassen, um es uns etwas schwerer zu machen als sonst."

In 22 Aufeinandertreffen konnte der VfL 17 Mal gewinnen, nur dreimal war Bayer erfolgreich, es gab zwei Unentschieden. "Dieses Mal müssen wir unsere Chancen aber konsequenter nutzen, das ist uns gegen Meppen nicht so gelungen", fordert Lerch, der sich ursprünglich auf insgesamt 96 zugelassenen Fans am Leistungszentrum Kurtekotten freute. Doch wie Freitagmittag bekannt wurde, dürfen nun doch keine Fans beim Spiel dabei sein. Bayer hatte bereits im Vorfeld unter Vorbehalt mitgeteilt, dass Zuschauer nur vor Ort sein können, sofern es das Infektionsgeschehen am Spieltag zulässt. Die Inzidenz ist nun doch zu hoch und die "Corona-Ampel" des DFB auf rot gesprungen.

Pokal-Auftakt beim VfL Bochum

Die stellvertretende DFB-Generalsekretärin Heike Ullrich hat am Donnerstagmittag die 16 Partien der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals der Frauen ausgelost. Titelverteidiger VfL Wolfsburg reist dabei zum Regionalligisten VfL Bochum. Die Partie wird am 31. Oktober oder am 1. November ausgetragen. "Das ist ein Traditionsklub", freut sich Lerch, dem auch wichtig ist: "Von den Reisestrapazen her ist das auch ein gutes Los für uns." Der VfL ist klarer Favorit - und gewiss ein gern gesehener Gast. "In Bochum tun sie auch einiges, um den Frauenfußball zu stärken und sie freuen sich sicher sehr, dass wir dort antreten."

Ex-VfL-Star Harder Europas Fußballerin des Jahres

Die nach der Niederlage im Champions-League-Finale vom VfL Wolfsburg zum FC Chelsea gewechselte Pernille Harder wurde am Donnerstag zu Europas Fußballerin des Jahres und zur Stürmerin deder Saison in der Frauen-Champions-League kürt. Bei der Wahl zu Europas Frauen-Trainer des Jahres wurde Wolfsburgs Stephan Lerch Zweiter hinter Jean-Luc Vasseur (Lyon).