13. Mai 2020 / 07:20 Uhr

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge lobt Vorreiter-Rolle der Bundesliga und kritisiert TV-Partner Eurosport 

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge lobt Vorreiter-Rolle der Bundesliga und kritisiert TV-Partner Eurosport 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sieht die Bundesliga in der Vorreiter-Rolle. 
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sieht die Bundesliga in der Vorreiter-Rolle.  © imago images/foto2press
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Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sieht die Bundesliga durch den Re-Start am kommenden Wochenende in der Vorreiterrolle und erwartet ein "Milliardenpublikum" durch die Übertragung. Kritik äußert er hingegen am Verhalten von TV-Partner Eurosport. 

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Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge ist der Meinung, dass der Bundesliga-Neustart am Samstag die Fans trotz der Austragung von Geisterspielen freuen wird. "Ich bin überzeugt: Am Samstag und Sonntag, wenn der Ball wieder rollt, werden sich sehr viele Menschen ungeheuer freuen, denn der Fußball ist ein erheblicher Teil des Wochenendes für viele Menschen in Deutschland. Ich fnde es auch eine tolle Geste von Sky, dass die Konferenz an den ersten Spieltagen kostenfrei angeboten wird", sagt er im Interview mit der Sport Bild. Rund um den Neubeginn der Bundesliga hatte es heftige Diskussionen gegeben - dies kann Rummenigge nachvollziehen. Er betont jedoch: "Der Fußball muss und kann es aushalten, dass es Menschen gibt, die keine Fernsehsendung auslassen, um unseren Sport zu kritisieren. Es liegt nun an uns, dass wir die Vorgaben vorbildlich umsetzen. Wir müssen unter Beweis stellen, dass wir mit dem Vertrauensbeweis der Politik super diszipliniert umgehen. Das ist ein Appell, den die Verantwortlichen aller 36 Klubs an jeden Spieler, jeden Mitarbeiter richten müssen."

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Die Bundesliga ist die erste Top-Liga in Europa, die den Spielbetrieb wieder aufnimmt. Rummenigge rechnet daher damit, dass man sich nun gegenüber anderen Ligen einen Vorteil verschaffen kann. "Wenn die Bundesliga als einzige Liga rund um den Globus im TV übertragen wird, dann gehe ich davon aus, dass wir auf der ganzen Welt ein Milliardenpublikum haben werden. Das wird nicht nur eine Werbung für unseren Fußball, für die Bundesliga, sondern für das ganze Land und insbesondere für die deutsche Politik, die das mit ihrem sehr guten Vorgehen erst möglich gemacht hat", so der Vorstandsvorsitzende und ergänzt: "Als ich ein junger Bursche war, war "Made in Germany" ein Markenzeichen. Das ging in den letzten Jahren etwas verloren. Der Re-Start der Bundesliga zeigt auch: "Made in Germany" ist wieder ein absolutes Gütesiegel."

Bei allem Lob findet er jedoch auch kritische Worte - und zwar für den Bundesliga-TV-Partner Eurosport. "Ich bedaure das Verhalten von Eurosport sehr, ja, ich fnde es unanständig, dass man in einer Krise einen Vertrag aufkündigt. Und ich denke, dass das für Eurosport einen großen Imageschaden bedeutet. Wer geht denn mit einem solchen Sender in der Zukunft noch eine Partnerschaft ein?" Eurosport hatte seine Rechte an den Montags-und Freitagsspielen, sowie den Relegationspartien an Streamingdienst DAZN sublizensiert und verweigert bisher die letzte fällige Zahlung an TV-Geldern an die DFL.

Rummenigge: "FC Bayern steht vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen"

Bei aller finanziellen Stärke der Bayern gibt Rummenigge jedoch zu, dass auch der aktuelle Tabellenführer unter den Folgen der Krise zu leiden hat. "Auch der FC Bayern steht vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen und wird den Gürtel enger schnallen müssen. Noch mehr Sorgen als um die aktuelle Saison mache ich mir um die kommende Spielzeit. Das wird die gesamte Bundesliga und ganz Fußball-Europa betrefen. Wenn wir bis Weihnachten ohne Zuschauer spielen müssten, schlägt das bei allen ins Kontor. Das bedeutet Ausfälle im Ticketing, bei den Spieltagseinnahmen, im Sponsoring", so Rummenigge. In der Krise sei daher "Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen extrem gefragt und wichtig".