02. Dezember 2017 / 17:22 Uhr

Benschop lässt Hannover 96 beim FC Bayern München kurz träumen

Benschop lässt Hannover 96 beim FC Bayern München kurz träumen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Waldemar Anton (re.) versucht Robert Lewandowski am Torschuss zu hindern.
Waldemar Anton (re.) versucht Robert Lewandowski am Torschuss zu hindern. © AP Photo/Matthias Schrader
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Starke Leistung von Hannover 96 in der Münchener Allianz Arena. Doch der Gegner hieß eben FC Bayern - und um den zu besiegen, braucht man keinen guten sondern einen Sahnetag. 

Jupp Heynckes hüpft mit 73 Jahren noch wie Rumpelstilzchen an der Seitenlinie. Aber nicht vor Freude: Der Bayern-Trainer ärgerte sich über die vielen vergebenen Chancen seiner Fußball-Millionäre. So wäre fast ein Märchen wahr geworden für 96. Nach zwischenzeitlichem 1:1 durch Charlie Benschop hatte es sogar Hoffnung auf einen Punkt gegeben. Das 3:1 der Bayern am Ende – eine verkraftbare Pleite für das kämpfende 96 gegen den Meister, der sich am Parade-Meister Philipp Tschauner fast die Zähne ausgebissen hatte.

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Bei der Geschichte um den Nationalstürmer von Curacao wurde den 96-Fans bei 0 Grad Celsius warm ums Herz. So etwas gibt’s eigentlich nur in Träumen. Benschop spielte zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an, saß vorher mehr auf der Tribüne als auf auf der Bank. Bei den Über-Bayern köpfte er das 1:1. Der Profi mit der Rückennummer 35 schlug exakt in der 35. Minute zu. Benschops Vater war nur 35 Jahre alt geworden – deshalb trägt der Karibik-Stürmer auch diese Nummer.

Tschauner immer wieder im Mittelpunkt

Die Mannschaft versammelte sich beim Torjubel noch in der Bayern-Hälfte. Chef Salif Sané machte die Ansagen und nun war 96 endlich auch im Spiel. Nicht auf Augenhöhe, aber 96 streckte sich und ergab sich zumindest bis zur Pause nicht mehr den Sturmläufen der Bayern.

Die kuriose erste Hälfte begann mit einer wuchtigen Bayern-Welle. Im Mittelpunkt stand immer wieder Torwart Tschauner, der beim 0:1 von Arturo Vidal auf eine Vorlage für Robert Lewandowski spekuliert hatte (24.). Bayern hätte 4:0 führen können, allein in den ersten Minuten vergeigte der Favorit vier Top-Chancen. Bayern erzielte auch das 2:0 durch Lewandowski. Aber der Video-Schiri hatte den Polen im Abseits gesehen. Eine Millimeter-Entscheidung. Schiri Guido Winkmann nahm den Treffer zurück und stand nun mehr im Mittelpunkt, als er sich wünschte.

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"Rudelbildung" beim Elfmeter

Völlig richtig lag Winkmann bei der Elferentscheidung für 96. Torwart Sven Ulreich hatte Felix umgemäht (26. Minute). Aber statt Rot zu zeigen, zückte Winkmann nur Gelb. Niclas Füllkrug verwandelte den Elfer, aber Winkmann ließ wegen „Rudelbildung“ im Strafraum wiederholen. Fünf Bayern-Spieler und Sané waren zu früh in die Box gelaufen. „Viel zu viele Spieler im Strafraum, den muss er wiederholen lassen“, erklärte Zuschauer Mirko Slomka nachher dem Sportbuzzer. Slomka war als TV-Experte m Stadion. „Schade für 96, aber die richtge Entscheidung“, sagte Slomka. Den Nachschuss zielte Füllkrug erneut links unten in die Ecke, diesmal war Ulreich da und Mats Hummels klärte, bevor Füllkrug den Nachschuss verwandeln konnte. Es blieb beim 1:0 – dann kam der 96-Traumstürmer Benschop und die Hoffnung, doch was holen zun können bei den Chancenkillern aus München.

96 hatte fast nur verteidigt in der ersten Hälfte, kam erst durch eine Bayern-Schwäche ins Spiel. Tschauner verhinderte mit einer Monsterparade nach Müller-Kopfball (45.) die Bayern-Führung zur Pause. „96 müsste jetzt mutiger werden“, sagte Slomka. Leichter gesagt als getan. 96-Trainer André Breitenreiter brachte Iver fossum für Manuel Schmiedebach. Aber wieder stürmte nach der Pause fast nur Bayern.

Harniks Foul beendete 96-Träume

Corentin Tolisso köpfte frei vor Tschauner (64.), wieder rettete der 96-Torwart stark. Beim 2:1 von Kingsley Coman (67.) war Tschauner machtlos. Sané fabrizierte einen unnötige Ballverlust an der Mittellinie, statt den Ball klar wegzuköpfte, schaltete Bayern wieder in den hächsten Gang. Coman drehte sich wie ein Zirkel um den überforderten Julian Korb herum und traf. Das 1:3 nach Elfmeter von Lewandowski (87.) war dann das Ende der 96-Träume. Martin Harnik hatte Coman auf der Strafraumlinie gelegt.

Bilder vom Spiel FC Bayern München gegen Hannover 96

Robert Lewandowskis (re.) Einsatz gegen Felix Klaus (li.) ging unter die Gürtellinie. Salif Sané konnte gar nicht hinsehen.  Zur Galerie
Robert Lewandowskis (re.) Einsatz gegen Felix Klaus (li.) ging unter die Gürtellinie. Salif Sané konnte gar nicht hinsehen.  ©

Die Startaufstellung von Hannover 96 beim FC Bayern München

Philipp Tschauner Zur Galerie
Philipp Tschauner ©
Sportbuzzer-Redakteur Dirk Tietenberg zur Aufstellung von Hannover 96 gegen Bayern München

Zum Nachlesen: Der Liveticker zum Spiel Hannover 96 - FC Bayern München

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