21. April 2018 / 10:25 Uhr

Die "Bayern-Knacker": So will Hannover 96 den Geldspeicher von Dagobert Hoeneß knacken

Die "Bayern-Knacker": So will Hannover 96 den Geldspeicher von Dagobert Hoeneß knacken

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Haben die Bayern-Knacker bei Dagobert Hoeneß Erfolg?
Haben die Bayern-Knacker bei Dagobert Hoeneß Erfolg? © imago/ActionPictures
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Der FC Bayern München hat mal wieder eine herausragende Saison gespielt - und wurde zurecht vorzeitig Meister. Der Geldspeicher von Dagobert Hoeneß füllt sich immer weiter auf. Die 96-Spieler wollen den reisenden Geldschrank unbedingt knacken.

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Sie fahren durchs Land und sammeln Siege wie andere Kleingeld. „Die Bayern sind jetzt in der allerbesten Verfassung“, weiß 96-Trainer André Breitenreiter. Zum sechsten Mal in Folge sind sie Meister geworden, da füllt sich der Geldspeicher von Dagobert Hoeneß immer weiter auf.

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Die 96-Spieler wollen versuchen, den reisenden Geldschrank zu knacken. Die Millionen-Euro-Frage lautet: Wie viele der 49 000 Zuschauer in der mal wieder ausverkauften HDI-Arena trauen 96 den Coup zu?

​Füllkrug ist Top-Bayern-Knacker

Breitenreiters Top-Bayern-Knacker ist Niclas Füllkrug. Zwölfmal hat er es schon im Kasten einschlagen lassen – Füllkrug ist der beste 96-Torschütze. Kollege Robert Lewandowski, mit 27 Treffern ungleich erfolgreicher, wird geschont – das hofft zumindest die 96-Bande. „Gegen Hannover können wir die Jungs wieder in Watte packen, und dann sind sie gegen Real beim Heimspiel wieder da“, sagt Sandro Wagner, der aus Hoffenheim im Winter eingekaufte Lewandowski-Ersatz.

Wagner wird stürmen, was aber auch keine richtige gute Nachricht ist. Mit elf Toren ist der Nationalspieler gut dabei – und Wagner will sich unbedingt für die WM empfehlen.

Diese Duelle von Hannover 96 und dem FC Bayern München blieben in Erinnerung:

In der Saison 1987/88 schien vor ausverkauftem Haus für die frisch wiederaufgestiegenen Roten im Heimspiel gegen den FC Bayern München alles wie immer zu laufen. Hans Pflügler traf nach Standard zur frühen Gästeführung. Doch diesen Vorsprung auszubauen, gelang dem FCB nicht. Per Kopf besorgte Peter Hobday nach dem Wechsel den umjubelten Ausgleich (Foto) gegen Jean-Marie Pfaff im Gästetor. Doch damit nicht genug: Der entfesselt aufspielende Aufsteiger legte sogar noch einen drauf. Gregor Grillemeier traf mit seinem fulminanten Fernschuss zum 2:1. Der Rekordmeister war besiegt, die Bayern hatten den Meistertitel so gut wie sicher an Werder Bremen verloren. Zur Galerie
In der Saison 1987/88 schien vor ausverkauftem Haus für die frisch wiederaufgestiegenen Roten im Heimspiel gegen den FC Bayern München alles wie immer zu laufen. Hans Pflügler traf nach Standard zur frühen Gästeführung. Doch diesen Vorsprung auszubauen, gelang dem FCB nicht. Per Kopf besorgte Peter Hobday nach dem Wechsel den umjubelten Ausgleich (Foto) gegen Jean-Marie Pfaff im Gästetor. Doch damit nicht genug: Der entfesselt aufspielende Aufsteiger legte sogar noch einen drauf. Gregor Grillemeier traf mit seinem fulminanten Fernschuss zum 2:1. Der Rekordmeister war besiegt, die Bayern hatten den Meistertitel so gut wie sicher an Werder Bremen verloren. ©

Knacken Sané und Bebou die Bayern?

Sicher in Russland dabei sein wird Salif Sané. Der Senegalese muss 96 hinten safe machen und auch vorne bei Ecken und Freistößen seine Kopfballstärke einsetzen. Nach dem verkündeten Wechsel zu Schalke im Sommer „ist kein Spannungsabfall bei ihm zu erkennen“, lobt Breitenreiter, „er ist genauso fleißig wie vorher.“ Das sei nicht bei jedem Spieler so, fügt der Trainer noch an. „Salif möchte Hannover erfolgreich verlassen, er wird sich überall reinschmeißen, damit wir unser Ziel erreichen.“

Sané ist der zweite wichtige Bayern-Knacker – der dritte ist Ihlas Bebou. Er ist schnell wie ein Blitz, hat es aber schon lange nicht mehr einschlagen lassen. In diesem Jahr bleibt Bebou noch torlos, nach fünf Treffern in der Hinrunde. Zeit für die Wende, wie sie auch Martin Harnik geschafft hat. Nach sechs Toren in der Hinrunde traf er erstmals wieder beim 2:1-Sieg im letzten Heimspiel gegen Bremen.

Diese Spieler spielten für Hannover 96 und den FC Bayern München:

<b>Rainer Zobel</b> wechselte mit 19 Jahren vom SC Uelzen 09 zu Hannover 96. Für die Roten erzielte er in 66 Partien vier Tore. Ab 1970 trug Zobel für sechs Jahre das Trikot des FC Bayern München und gewann dreimal die deutsche Meisterschaft. Seit 1982 ist Zobel erfolgreicher Trainer und trainierte unter anderem Bundesligist 1.FC Kaiserslautern und den ägyptischen Erstligisten FC El Gouna. Zur Galerie
Rainer Zobel wechselte mit 19 Jahren vom SC Uelzen 09 zu Hannover 96. Für die Roten erzielte er in 66 Partien vier Tore. Ab 1970 trug Zobel für sechs Jahre das Trikot des FC Bayern München und gewann dreimal die deutsche Meisterschaft. Seit 1982 ist Zobel erfolgreicher Trainer und trainierte unter anderem Bundesligist 1.FC Kaiserslautern und den ägyptischen Erstligisten FC El Gouna. ©
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​Die Tragik: Die meisten Bayern-Knacker scheitern

Breitenreiter hat auch Ideen, wie die Bayern geknackt werden können. „Wir werden einen Plan schmieden und sind auch mit positiver Stimmung unterwegs.“ Der 96-Trainer wird wieder einen ehemaligen 96-Trainer an der Seitenlinie treffen. „Jupp Heynckes ist unfassbar erfolgreich“, schwärmt Breitenreiter. „Da kann jeder Trainer nur den Hut ziehen.“

Mehr noch. „Es ist eine große Ehre, neben ihm an der Seite zu stehen.“ Beim 3:1-Erfolg der Bayern im Hinspiel haben sich beide länger unterhalten. „Er gibt keinem das Gefühl, dass er der Obertrainer ist“, sagt Breitenreiter über den „völlig bodenständigen und sympathischen“ Heynckes.

Am Ende wird der 96-Coach dem Jupp wohl dennoch wieder zum Erfolg gratulieren müssen. Die Tragik der Panzerknacker ist ja – wie die der meisten Bayern-Gegner – dass sie scheitern.