17. April 2022 / 12:19 Uhr

Kahn: Gespräche mit Lewandowski nicht "wie beim Online-Managerspiel" – Haaland-Transfer "sehr weit weg"

Kahn: Gespräche mit Lewandowski nicht "wie beim Online-Managerspiel" – Haaland-Transfer "sehr weit weg"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Vorstandsboss Oliver Kahn hat sich am Sonntag zur Zukunft von Robert Lewandowski geäußert. Auch BVB-Stürmer Erling Haaland war Thema.
Bayern-Vorstandsboss Oliver Kahn hat sich am Sonntag zur Zukunft von Robert Lewandowski geäußert. Auch BVB-Stürmer Erling Haaland war Thema. © IMAGO/Laci Perenyi/Avanti/Revierfoto (Montage)
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Oliver Kahn hat im "Sport1-Doppelpass" ausführlich zur Zukunft von Robert Lewandowski Stellung bezogen und zudem über die Situation bei Thomas Müller, Manuel Neuer, Serge Gnabry und einen Transfer von Erling Haaland zum FC Bayern gesprochen. 

Nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus in der Champions League steht beim FC Bayern vieles auf dem Prüfstand und die Diskussion um einen personellen Umbruch ist in vollem Gange. Immer wieder im Zentrum dieser Debatte: die Zukunft von Robert Lewandowski. "Stand heute hat Robert bei uns einen Vertrag – auch noch für die nächste Saison. Wir sind im Moment auch im Austausch und wir wollen, dass er möglichst lang beim FC Bayern bleibt", stellte Vorstandschef Oliver Kahn im Sport1-Doppelpass am Sonntag erneut klar.

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Auf die Verwunderung darüber, dass sich die Vertragsgespräche mit dem Polen seit Monaten ziehen, reagierte der Klub-Boss leicht spöttisch: "Scheinbar glauben einige, bei solchen Gesprächen und Verhandlungen ist das wie beim Online-Managerspiel, wo ich irgendwo draufklicke und dann hat er seinen Vertrag verlängert."

Man müsse auch mal die Situation des Spielers verstehen, der in seiner Zeit beim FC Bayern alle großen Titel gewonnen hat und zum Weltfußballer geworden ist: "Natürlich kommen solche Spieler auch mal auf die Gedanken: 'Jetzt habe ich hier alles erreicht. Ich habe hier alles gewonnen bei dem Klub.' Da braucht es dann Zeit, den Spieler davon zu überzeugen, hier bei Bayern München zu bleiben", gibt Kahn zu bedenken.

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Der 52-Jährige verwies auf prominente Star-Transfers der letzten Jahre: "Schauen wir uns doch die Beispiele von Spielern an, die ihren Verein gewechselt haben. Für was identifizieren wir denn Ronaldo? Für seine Zeit bei Real Madrid. Für was identifizieren wir Messi? Für seine Zeit bei Barcelona. Und das ist bei Robert ganz genauso. Das sind Gedankengänge, die da stattfinden."

"Unruhe ist für das Betriebsklima gar nicht so schlecht"

Die These, dass die Diskussion um die Zukunft des Stürmerstars auch die Mannschaft beschäftigt und sich rund um das Champions-League-Viertelfinale womöglich negativ auf die Leistung ausgewirkt haben könnte, wies Kahn weit von sich: "Das ist etwas, was es beim FC Bayern schon immer gegeben hat. So etwas kann auch ein bisschen Reibung erzeugen in einer Mannschaft, die nicht schlecht sein muss. Ein bisschen Kabbelei und Unruhe ist für das Betriebsklima gar nicht so schlecht. Die Spieler sind viel zu professionell, als dass sie sich davon beeindrucken lassen, ob da jetzt irgendwelche Diskussionen sind. So ist der FC Bayern, das war immer schon so und damit kommen die Spieler problemlos zurecht."

Über einen Transfer von Erling Haaland, der immer wieder als Nachfolger von Lewandowski in München ins Gespräch gebracht wurde, sagte Kahn, das finanzielle Gesamtpaket für die Verpflichtung des BVB-Profis sei "sehr, sehr weit weg von dem, was wir uns vorstellen".

Gesprochen wurde über den Norweger in München sehr wohl, wie Kahn bestätigte: "Ich glaube wir würden unserem Job nicht gerecht werden, wenn wir uns mit einem jungen Spieler nicht beschäftigen würden. Natürlich ist er ein ganz exzellenter Stürmer. Auch für die Zukunft ist das ein hochinteressanter Spieler. Aber das sind finanzielle Dimensionen, die sind außerhalb unserer Vorstellung."

Kahn zuversichtlich bei Müller und Neuer

Priorität haben daher die Vertragsverlängerungen mit den wichtigen Spielern des aktuellen Kaders, um Planungssicherheit zu haben. Neben Lewandowski laufen auch die Verträge von Manuel Neuer und Thomas Müller 2023 aus. Man wisse genau, was man diesen Spielern zu verdanken habe, erklärte Kahn: "Da geht es auch darum, einen respektvollen Austausch mit so einem Spieler zu haben. Da lassen wir uns von niemandem unter Druck setzen. Ob das jetzt Manuel Neuer ist, ob das Thomas Müller ist. Bei Thomas Müller bin ich sehr, sehr zuversichtlich, dass wir da relativ kurzfristig auch schon was dazu sagen können. Auch mit Manuel sind wir in einem sehr, sehr guten Austausch."

Mit Serge Gnabry stehe man ebenfalls "im Austausch" bezüglich seines 2023 endenden Arbeitspapiers. "Serge weiß, was wir als Verein von ihm verlangen, auch leistungsmäßig. Da ist er in einem Prozess des Nachdenkens. Sobald die Dinge dann Stück für Stück klarer werden, werden wir das auch vermelden."

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