20. April 2020 / 19:29 Uhr

Bayern und Niedersachsen als Vorreiter: Amateurfußball soll im Herbst wieder starten

Bayern und Niedersachsen als Vorreiter: Amateurfußball soll im Herbst wieder starten

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Präsident Fritz Keller erklärt, dass die Verbände einzeln Entscheidungen über eine Saison-Fortsetzung treffen. Die Verbände in Bayern und Niedersachsen stehen kurz vor einer Entscheidung.
DFB-Präsident Fritz Keller erklärt, dass die Verbände einzeln Entscheidungen über eine Saison-Fortsetzung treffen. Die Verbände in Bayern und Niedersachsen stehen kurz vor einer Entscheidung. © dpa/Pixabay/Montage
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Wie geht es mit den aktuellen Fußball-Spielzeiten im Amateurfußball weiter? Der DFB überlässt es den Landesverbänden, ob und wie sie mit der Saison weitermachen. In Bayern und Niedersachsen soll es in den nächsten Tagen offizielle Entscheidungen geben.

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Der Bayerische Fußball-Verband setzt sich für eine Fortführung des Spielbetriebs im Herbst ein. Über diesen Vorschlag stimmten nun die Vereine im Freistaat ab - mit einem recht deutlichen Ergebnis. Und wie sehen die Planungen in der Corona-Krise bei den anderen Bundesländern aus? Der DFB überlasst die Entscheidung den Verbänden.

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"Die Regional- und Landesverbände klären ab, wie und wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Denn ein Verein in Schleswig-Holstein oder in Mecklenburg-Vorpommern hat oftmals andere strukturelle Voraussetzungen als ein Klub in Württemberg oder Bayern. Wir wollen für alle Klubs das Beste - bundeseinheitliche Regelungen, die ihnen schnell und unbürokratisch helfen", schreibt DFB-Präsident Fritz Keller in einem Gastbeitrag für den Kicker.

Bayern: Zwei Drittel für Saisonfortsetzung

Im bayerischen Amateurfußball soll nach dem Wunsch des Verbandes und der Vereine von September an wieder gespielt werden. Die Klubs aus dem Freistaat unterstützen eine entsprechende Zielsetzung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV). Etwas mehr als zwei Drittel aller Vereine, die an der Umfrage des BFV teilnahmen, sprachen sich für eine Fortsetzung der Spielzeit vom 1. September an aus. 1019 Klubs oder 31,87 Prozent wollen das nicht. Die Ergebnisse des Meinungsbildes stellte der BFV am Montag vor.

Mit diesen Übungen können Amateurfußballer sich zu Hause fit halten:

#GABFAF-Reporter René Wenzel zeigt Dir die Übungen Schritt für Schritt mit einer genauen Erklärung. Zur Galerie
#GABFAF-Reporter René Wenzel zeigt Dir die Übungen Schritt für Schritt mit einer genauen Erklärung. ©

In Niedersachsen tauschen sich aktuell die Verantwortlichen der 33 Fußballkreise mit den Vereins-Vorsitzenden aus. Besprochen wird der einstimmig vom NFV-Verbandsvorstand beschlossene Vorschlag zur Weiterführung der aktuell unterbrochenen Spielzeit 2019/20. Der Vorschlag sieht eine Fortsetzung der Saison zwischen dem 15. August und 1. September 2020 vor. "Bis Mitte dieser Woche werden wir in den Kreisen eine Meinungsbildung mit unseren Vereinen durchführen. Diese Meinungsbildung bildet die Basis für die finale Diskussion und Beschlussfassung des Verbandsvorstandes", erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath.

BFV-Präsident Koch: "Die Zeit ist nicht einfach..."

In den anderen Verbänden wurden wie auch in Bayern und Niedersachsen noch keine finalen Entscheidungen getroffen. "Die Zeit ist nicht einfach, weil wir wissen, dass sämtliche Lösungen im Umgang mit dieser Saison Nebenwirkungen mit sich bringen", sagte BFV-Präsident Rainer Koch."Natürlich auch unser Weg. Wir sind aber nach wie vor davon überzeugt, dass das vorgeschlagene Modell unter Abwägung aller Fragen die bestmögliche Lösung darstellt."

Zwei Varianten in Berlin

Der Berliner Fußball-Verband BFV ist in der Coronavirus-Krise noch nicht ganz so weit vorgedrungen wie die Kollegen in Bayern und Niedersachsen. Die Verantwortlichen sehen zwei mögliche Szenarien für den Amateurfußball. Zum einen den Saisonabbruch in verschiedenen Formen wie etwa der Annullierung der Spielzeit oder den Verzicht auf Absteiger. Und zum anderen eine Spielpause bis zum 14. August mit dem Abschluss der derzeit ausgesetzten Spielzeit bis Ende September 2020. Die neue Saison würde dann im Spätherbst starten.

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Der Württembergische Fußballverband (wfv) will frühestens Anfang Mai über eine Fortsetzung des Spielbetriebs im Amateurfußball entscheiden. Einen möglichen Abbruch der Saison hielte der wfv zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht. "Nach unserer aktuellen Spielordnung dauert das Spieljahr bis 30. Juni 2020. Es erscheint rechtlich problematisch, bereits jetzt unwiderruflich darüber zu entscheiden, bis dahin auch dann nicht mehr zu spielen, sollte es rechtlich wieder möglich werden", heißt es in einer wfv-Mitteilung am Montag.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gibt trotz des für den 9. Mai geplanten Bundesliga-Wiederbeginns mit Blick auf die Amateure zu bedenken: "Die Liga macht extreme Hygiene-Anforderung. das lässt sich im Breitensport leider nicht so machen."