09. Februar 2020 / 08:15 Uhr

Stürmerstars vor Bayern vs. Leipzig im Check – Rummenigge: „Werner kann sich wie Lewandowski entwickeln“

Stürmerstars vor Bayern vs. Leipzig im Check – Rummenigge: „Werner kann sich wie Lewandowski entwickeln“

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Historisches Duell: Timo Werner von RB Leipzig und Robert Lewandowski vom FC Bayern haben nach 20 Bundesliga-Spieltagen so oft getroffen wie noch keine zwei Spieler zuvor in einer Saison. 
Historisches Duell: Timo Werner von RB Leipzig und Robert Lewandowski vom FC Bayern haben nach 20 Bundesliga-Spieltagen so oft getroffen wie noch keine zwei Spieler zuvor in einer Saison.  © imago images/Jan Huebner/dpa/Montage
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Noch nie gab es in der Bundesliga nach 20 Spieltagen ein Stürmer-Duell auf so hohem Niveau: Robert Lewandowski führt die Torjägerliste aktuell mit 22 Treffern an, gefolgt von Timo Werner mit 20 Toren. Vor dem Aufeinandertreffen der beiden Angreifer im Topspiel zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig zieht der SPORTBUZZER den Vergleich.

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Wenn der FC Bayern am Sonntagabend im Topspiel des 21. Bundesliga-Spieltags auf RB Leipzig trifft, kommt es nicht nur zum Aufeinandertreffen des Tabellenführers mit dem vielleicht ärgsten Verfolger. Es ist auch das Duell der jeweiligen Topstürmer beider Klubs. Bayerns Robert Lewandowski und Leipzigs Timo Werner sind in der Torjägerliste aktuell (mit großem Abstand) das Maß aller Dinge.

Nach 20 Spieltagen liefern sich die beiden ein Wettschießen, das es in dieser Form in der Bundesliga noch nie gegeben hatte. Lewandowski erzielte bis dato 22 Ligatreffer, was zu einem so frühen Zeitpunkt bisher nur Liga-Rekordtorschütze Gerd Müller in der Spielzeit 1972/73 gelungen war. Der Pole liefert beständig Tore wie am Fließband; in der neunten Saison nacheinander traf er in Deutschlands höchster Spielklasse nun zweistellig – bisher hatten das lediglich „Bomber“ Müller und Manfred Burgsmüller geschafft. Doch Werner ist ihm mit 20 Toren dicht auf den Fersen.

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Zuletzt hatten sich in der Saison 2015/16 zwei Stürmer ein ähnlich hochklassiges Duell geliefert. Damals kam Lewandowski (wer sonst?) nach 20 Spieltagen auf 21 Tore, dicht gefolgt von dem damaligen Topstürmer von Borussia Dortmund, Pierre-Emerick Aubameyang (20) – der inzwischen beim FC Arsenal unter Vertrag steht. In der aktuellen Saison knackte Lewandowski übrigens auch dessen Rekord, an den ersten acht Spieltagen immer zu treffen, und stockte ihn sogar auf elf Spiele auf.

Lewandowski kann gegen RB Gerd Müller übertrumpfen

Während Lewandowski nun auch die Müller-Bestmarke nach 21 Spielen gegen Leipzig übertrumpfen könnte, wenn er am Sonntag mindestens doppelt trifft, hat sein aktueller Widersacher um die Torjägerkrone derzeit mit einer kleinen Formdelle zu kämpfen. Seit drei Spielen (inklusive des DFB-Pokals) ist er ohne eigenen Treffer, und bei Auswärtsspielen in München konnte der deutsche Nationalstürmer seine Qualitäten im RB-Dress noch überhaupt nicht unter Beweis stellen; Werners Torstatistik steht bei null, zweimal wurde er in der Allianz Arena vorzeitig ausgewechselt.

Die Karriere von FC-Bayern-Star Robert Lewandowski in Bildern

Robert Lewandowski ist einer der erfolgreichsten Spieler der Bundesliga aller Zeiten. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt seine Karriere in Bildern! Zur Galerie
Robert Lewandowski ist einer der erfolgreichsten Spieler der Bundesliga aller Zeiten. Der SPORTBUZZER zeigt seine Karriere in Bildern! ©

Wenn Werner in dieser Saison jedoch trifft, dann gerne mehrfach. Vier Doppelpacks und zwei Dreierpacks (zuvor hatte es in seiner Karriere noch gar keinen gegeben) gelangen ihm bereits, öfter als sechsmal traf kein anderer Spieler mehrfach. In der Partie gegen Mainz 05 (8:0) am 10. Spieltag, dem laut eigener Aussage persönlich bestem Spiel aller Zeiten, steuerte er neben seinen drei Treffern auch drei Scorerpunkte bei – Bundesliga-Rekord!

Lewandowski vs. Werner: Der Vergleich

Um die aktuellen Leistungen beider Torjäger in Relation zu setzen, helfen die (beeindruckenden) Zahlen und Daten von Deltatre, mit denen der SPORTBUZZER das Stürmerduell analysiert. In der aktuellen Saison schießt Lewandowski alle 81 Minuten ein Tor, Werner alle 85 – historisch gesehen schlägt der Pole alle 110 Minuten in der Bundesliga zu, Werner alle 175 Minuten. Bei den Torbeteiligungen weisen aktuell beide einen Wert von 26 auf. Legt man jedoch die Leistungen nach 208 Bundesliga-Spielen, wie sie jetzt auch Werner bestritt, zugrunde, war Lewandowski (130 Tore, 56 Assists) der komplettere Stürmer, weil um 47 Treffer und 12 Vorlagen deutlich erfolgreicher als der Deutsche. Auch historisch liegt „Lewy“ vorn, ist alle 83 Minuten an einem Bundesligatreffer beteiligt, Werner alle 114.

Timo Werners Top Ten: Meine besten Stürmer aller Zeiten

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In Timo Werners Stürmerauswahl tummeln sich deutsche Größen und internationale Prominenz. ©

Wesentlich kompletter ist Lewandowski auch beim Abschluss: Während er in dieser Saison 15 Tore mit rechts, zwei mit links und fünf mit dem Kopf erzielte, beschränkte sich Werner lediglich auf seine Qualitäten am Fuß (rechts: 17 Treffer, links: drei Treffer). Auffällig beim Leipziger: Sechs seiner Tore erzielte er nach einem Konter – insgesamt sind es sogar 21 seiner 70 Bundesliga-Tore für RB. Zugute kommt ihm dabei seine Schnelligkeit (Topspeed: 35 km/h). Lewandowski (33,4 km/h) erzielte nur ein Kontertor – steht dafür aber auch wesentlich seltener im Abseits: Zwölfmal stehen 25-mal gegenüber.

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„Timo Werner hat den großen Vorteil, dass die Mannschaften gegen Leipzig nicht so defensiv wie gegen die Bayern spielen. Das gibt ihm Räume, die ihm bei einem lang diskutierten Wechsel nach München dort gefehlt hätten. Er lebt von seiner Schnelligkeit und hat sich technisch enorm verbessert“, erläutert SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge.

Rummenigge: „Werner kann sich wie Lewandowski entwickeln“

Bayern-Angreifer Lewandowski erzielt so oft wie kein anderer Spieler die 1:0-Führung, achtmal war das in dieser Saison schon der Fall, bei Werner fünfmal. Bei der Chancenverwertung hat der Leipziger die Nase leicht vorn. Während Lewandowski 4,3 Torschüsse für einen Treffer braucht, sind es bei Werner 4,2. Zudem verwertet er 71,4 Prozent seiner Großchancen, der Münchner 65,5. Rummenigge meint: „Werner hat noch Luft nach oben. Wenn er weiter an seiner Technik arbeitet, kann er sich ähnlich wie Robert Lewandowski entwickeln. Man muss aber berücksichtigen, dass Werner ein ganz anderer Spielertyp und kein klassischer Mittelstürmer ist.“

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