22. Dezember 2020 / 09:49 Uhr

Ex-Profi Effenberg sieht Karriere von Bayern-Star Sané in Gefahr: "... dann bleibt er ein ewiges Talent"

Ex-Profi Effenberg sieht Karriere von Bayern-Star Sané in Gefahr: "... dann bleibt er ein ewiges Talent"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Profi Stefan Effenberg (links) spricht über die aktuelle Phase von Leroy Sané beim FC Bayern.
Ex-Profi Stefan Effenberg (links) spricht über die aktuelle Phase von Leroy Sané beim FC Bayern. © Getty Images/Montage
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Für Leroy Sané läuft es beim FC Bayern noch nicht rund. Zuletzt wurde der Nationalspieler in Leverkusen ein- und dann wieder ausgewechselt – die Höchststrafe für einen Fußballer. Ex-Profi Stefan Effenberg sieht aktuell eine entscheidende Phase in der Karriere des 24 Jahre alten Bayern-Neuzugangs.

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Erst der Traumstart mit einem Tor und zwei Vorlagen gegen Ex-Klub Schalke 04, zuletzt der tiefe Absturz in Leverkusen: Leroy Sané erlebt aktuell beim FC Bayern keine gute Phase. Beim 2:1-Sieg beim Werksklub war der Nationalspieler von Trainer Hansi Flick in der 32. Minute eingewechselt und 36 Minuten später wieder vom Feld genommen worden. Der Trainer versicherte, die Auswechslung habe taktische Gründe gehabt. Sané hatte sich nach dieser Entscheidung enttäuscht, aber auch einsichtig gezeigt. Für Ex-Profi Stefan Effenberg ist klar: "Kriegt Sané bei Bayern nicht die Kurve, kriegt er sie nirgendwo." Das schreibt der frühere Bayern-Star in seiner Kolumne für das Nachrichtenportal t-online.

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Sané war nach einer langwierigen Kreuzbandverletzung im Sommer für rund 50 Millionen Euro von Manchester City verpflichtet worden. "Da darf man schon erwarten, dass ein Spieler gute Leistungen bringt – und zwar konstant", kommentiert Effenberg die Ablösesumme. Der Außenstürmer konnte aber in den ersten Monaten nur in Ansätzen seine Klasse andeuten. Effenberg beschreibt die aktuelle Situation des 24-Jährigen als "die alles entscheidende Phase" in seiner noch jungen Karriere mit vielen Höhen und Tiefen. "Wenn sich Sané bei Bayern nicht durchsetzt, wird die Kurve nach unten gehen und er ein ewiges Talent bleiben. Schafft er den Sprung, kann er eine Karriere hinlegen wie Franck Ribéry oder Arjen Robben", meint Effenberg.

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Gnabry und Sané wurden nach dem 8:0 gegen Schalke zum Saisonstart schon als neues Traum-Duo der Bayern gefeiert. Danach warf den wegen eines Kreuzbandrisses lange ausgefallenen Sané eine Kapselverletzung im Knie erneut zurück, seine unbestrittene Klasse konnte er in den ersten Monaten nur in Ansätzen andeuten. "Eifer und Wille schlagen langfristig nicht nur Talent – sie sind auch entscheidend, um Vertrauen zu gewinnen: vom Trainerteam, von den Mitspielern, von den Verantwortlichen, den Fans und auch von einem selbst", meint Effenberg.

Sané, auf den Bundestrainer Joachim Löw bei der für die deutsche Nationalmannschaft desolaten WM 2018 in Russland verzichtet hatte, habe laut Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge ein überragendes Talent. Sané müsse seinen Charakter aber an den FC Bayern anpassen, sagte Rummenigge zuletzt im Sport1-Doppelpass. Das heiße, alles für den Verein und für die Mannschaft "in die Waagschale" zu werfen: "Nicht die Mannschaft wird sich seinem Charakter anpassen, sondern er muss sich der Mannschaft anpassen." Auch Effenberg stellt sich dabei die Frage: Kann er sein Ego zurückstellen und das Team an erste Stelle rücken?

Effenberg kritisiert Sanés Körpersprache

Die Körpersprache des Nationalspielers gefällt dem Ex-Profi überhaupt nicht. Sané vermittle derzeit laut Effenberg: "Wenn es heute nicht klappt, dann vielleicht nächste Woche." Das führe dazu, dass der 24-Jährige alle acht Wochen ein geniales Tor schieße und ein überragendes Spiel mache. "Aber eben nicht jede Woche", betont der Ex-Bayern-Star: "Ich weiß, wovon ich spreche, weil es auch früher Spieler gab, die mehr Talent hatten als ich – so wie Sané heute. Aber harte Arbeit und Selbstvertrauen führen dazu, dass du etwas ausstrahlst, das dir am Ende Punkte und Titel einbringt."