23. Juni 2020 / 22:47 Uhr

Die Bayern schlagen? Wolfsburgs Arnold: "In einem Spiel ist alles möglich"

Die Bayern schlagen? Wolfsburgs Arnold: "In einem Spiel ist alles möglich"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ein übermächtiger Gegner? Maximilian Arnold (r.) und der VfL erwarten am Samstag den FC Bayern (l. Robert Lewandowski und Thomas Müller).
Hartes Stück Arbeit: Aber Maximilian Arnold (r.) und der VfL Wolfsburg sehen sich im Duell mit Meister Bayern München nicht chancenlos. © Roland Hermstein / dpa
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Die Bilanz des VfL Wolfsburg gegen Rekordmeister Bayern München ist ernüchternd - und doch sieht Maximilian Arnold den Tabellensechsten im Saisonfinale gegen den bereits feststehenden Meister nicht chancenlos.

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Der VfL und sein Saisonfinale am Samstag (15.30 Uhr) gegen Meister Bayern, in dem der Wolfsburger Bundesligist Platz sechs verteidigen möchte - „Wir werden alles in die Waagschale werfen, aber Bayern München ist eben nicht umsonst Bayern München“, sagt Maximilian Arnold voller Respekt vor den Leistungen des bereits feststehenden Meisters. Aber Arnold weiß auch wie es sich anfühlt, gegen die Bayern etwas zu holen. Als der VfL, der eine miese Bilanz gegen den Rekordmeister hat, gegen den FCB zuletzt etwas geholt hatte, war Arnold nicht ganz unwichtig…

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Sein erstes Bundesliga-Spiel (26. November 2011, 0:2 in Augsburg): „Ich bin kurz vor Schluss eingewechselt worden und bin dann überall herumgerannt, weil ich so im Tunnel war – das habe ich noch nie erlebt, zudem war mir kalt, weil ich nur ein T-Shirt anhatte. Normalerweise trage ich ein langärmeliges, aber ich habe mich einfach nicht getraut, ein langes anzuziehen. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass ich mit darf, ich war damals 17, hatte mich darauf eingestellt, dass ich bei der A-Jugend spiele. Meine damalige Freundin und heutige Frau wollte mich an dem Wochenende besuchen, doch ihr musste ich eben mal schnell erklären, dass ich nicht da bin…“ Zur Galerie
Sein erstes Bundesliga-Spiel (26. November 2011, 0:2 in Augsburg): „Ich bin kurz vor Schluss eingewechselt worden und bin dann überall herumgerannt, weil ich so im Tunnel war – das habe ich noch nie erlebt, zudem war mir kalt, weil ich nur ein T-Shirt anhatte. Normalerweise trage ich ein langärmeliges, aber ich habe mich einfach nicht getraut, ein langes anzuziehen. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass ich mit darf, ich war damals 17, hatte mich darauf eingestellt, dass ich bei der A-Jugend spiele. Meine damalige Freundin und heutige Frau wollte mich an dem Wochenende besuchen, doch ihr musste ich eben mal schnell erklären, dass ich nicht da bin…“ ©

Der 22. September 2017: Erst zum zweiten Mal in seiner Erstliga-Geschichte hatte der VfL an diesem Tag beim FCB einen Punkt mitgenommen, 2:2 (0:2) hieß es am Ende. Ganz wichtig dabei: Der Flatter-Freistoß von Arnold, der den Anschlusstreffer gebracht hatte. Unter tatkräftiger Mithilfe von Bayern-Ersatztorhüter Sven Ulreich allerdings. Die 56. Minute: Arnold hält aus knapp 30 Metern einfach mal drauf, kein gefährliches Ding, doch Ulreich haut sich die Kugel bei seinem Rettungsversuch selbst rein. „Ein super Freistoß“, sagt der VfL-Mittelfeldspieler heute augenzwinkernd über sein 1:2 damals. Daniel Didavi (jetzt VfB Stuttgart) sorgte mit seinem Treffer sieben Minuten vorm Ende für den Ausgleich, der gleichzeitig der Endstand war.

„Nach meinem Tor war der Glaube bei uns zurück, dass wir es noch packen können“, erinnert sich Arnold an die Partie, in der die Münchner nach Toren von Robert Lewandowski und Arjen Robben mit 2:0 geführt hatten. „Wir haben am Ende zwar noch mal zittern müssen, aber unverdient war der Punkt damals nicht“, so Arnold.

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Umkämpft: VfLer Xaver Schlager (r.) durfte wieder auf der Sechs ran. ©

Gut: Wenn der Ball ruht, ist der VfL in der Rückrunde dieser Saison besonders gefährlich. Zwölfmal haben die Wolfsburger in der zweiten Saisonhälfte nach ruhenden Bällen getroffen, das ist nicht nur Liga-Höchstwert, sondern es sind auch doppelt so viele Treffer nach Standards wie in der Hinrunde (6). Nach wie vor zuständig dafür beim VfL: Arnold.

Nicht gut: Gegen kein anderes Team kassierte der VfL in der Bundesliga so viele Niederlagen (35) und Gegentore (111) wie gegen die Bayern, aber in den Tagen vor dem Saisonfinale dürfe diese Bilanz keine Rolle spielen, so Arnold. „Man sollte eher an etwas Positives denken, etwa an unser 2:2 damals oder unseren 4:1-Sieg hier gegen die Bayern.“ Der emotionalste VfL-Sieg in der Bundesliga, weil es das erste Spiel nach dem Tod von Junior Malanda war, der kurz zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Arnold über das Spiel: „Damals hat einfach alles gestimmt.“

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Klar ist: Der VfL hat im Saisonfinale Druck, er will Platz sechs verteidigen – der Rang, der die direkte Quali für die Europa League bringt. Den möchte aber auch 1899 Hoffenheim (spielt bei Vizemeister Dortmund), das zwar punktgleich ist, jedoch hat der VfL gegenüber dem Kraichgau-Klub (49:53) das bessere Torverhältnis. „Die Gruppenphase ist unser Ziel, ganz klar“, sagt der laufstarke Mittelfeldspieler - und denkt an das Duell mit den Bayern. „In einem Spiel ist alles möglich, aber dafür brauchen wir eine sehr, sehr gute Leistung“, sagt der 26-Jährige und fügt hinzu: „Wenn bei uns jeder an hundert Prozent herankommt, kann das schon was werden.“