17. November 2019 / 17:10 Uhr

Bayern-Star zeigt Stinkefinger, VfL-Fußballerinnen reagieren mit Humor

Bayern-Star zeigt Stinkefinger, VfL-Fußballerinnen reagieren mit Humor

Andreas Pahlmann und Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Der Finger: Jovana Damnjanovic in der Nachspielzeit des Spiels gegen den VfL Wolfsburg.
Der Finger: Jovana Damnjanovic in der Nachspielzeit des Spiels gegen den VfL Wolfsburg. © imago images/foto2press
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VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern München - der "Classico" des deutschen Frauenfußballs ist immer für ein paar Aufreger gut. Beim emotionalen DFB-Pokal-Achtelfinale am Samstag, das der VfL in München mit 3:1 gewann, stand wieder einmal Bayern-Star Jovana Damnjanovic im Mittelpunkt - mit einer provozierenden Geste.

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Immer wieder Jovana Damnjanovic - die Stürmerin des FC Bayern spielte von 2013 bis 2015 selbst für den VfL Wolfsburg, wechselte danach zum SC Sand und schießt seit 2017 Tore für München, dort ist die 24-Jährige mit wettbewerbsübergreifend acht Toren die Top-Torjägerin. Gegen Wolfsburg stand sie oft im Blickpunkt - mit Toren, hitzigen Zweikämpfen, Wortgefechten und jetzt mit dem Mittelfinger. Den hatte am Samstag beim 3:1-Erfolg der Wolfsburgerinnen auf dem Feld keiner wirklich wahrgenommen, doch auf TV-Bildern war die Szene deutlich zu sehen.

VfLerin Lena Goeßling und Damnjanovic waren in der vierten Minute der Nachspielzeit im Zweikampf aneinandergeraten, die Serbin lief anschließend weg, zeigte ihrer ehemaligen VfL-Kollegin den Finger, Goeßling grinste nur. Schiedsrichterin Katrin Rafalski hatte die Geste offensichtlich nicht gesehen.

Und das ist die Antwort des VfL:

Wird Damnjanovic gesperrt?

Ein Mini-Video der Szene wurde von einem spanischen Fan-Accout auf Twitter gepostet, der VfL reagierte humorvoll, postete seinerseits: "Danke, dir auch ein schönes Wochenende, @JocaDamnjanovic!" Auf eine nachträgliche Sperre für diese Unsportlichkeit will der VfL nicht drängen. Ralf Kellermann, sportlicher Leiter des VfL: "Wir schauen, ob der DFB da etwas unternimmt."

Stress mit Damnjanovic - das gab es schon einmal, und auch im Dezember 2017 war ein Finger beteiligt. In einem hitzigen Spiel war VfLerin Tessa Wullaert im Nachgang eines Gerangels mit Damnjanovic vom Platz geflogen, die Serbin war von den folgenden Pfiffen und Buh-Rufen der Wolfsburger Fans so entnervt, dass sie sich mit dem Publikum anlegte, den Zeigefinger als Schweigegeste auf ihren Mund drückte und dafür Gelb-Rot sah - übrigens von Schiedsrichterin Rafalski, die auch dieses Spiel gepfiffen hatte. Anschließend trat sie beim Gang in die Kabine einen Plastikbehälter kaputt.

Kellermann hatte Damnjanovic 2013 von Roter Stern Belgrad in die Bundesliga geholt. "Sie ist ein sehr liebenswerter Mensch", so der Chef der VfL-Frauen, "gegen uns wirkt sie allerdings immer übermotiviert." Dabei hatte die Stürmerin Wolfsburg 2015 nicht im Bösen verlassen. "Wir haben sie mit einem weinenden Auge gehen lassen", so Kellermann. "Aber sie wollte häufiger spielen und ging darum nach Sand. Außerhalb des Platzes ist der Umgang gut - und für ihre Ausraster vor zwei Jahren hat sie sich auch sofort entschuldigt."

Wichtiger als der Stinkefinger war am Samstag ohnehin der VfL-Einzug ist Viertelfinale. Fünfmal in Folge hat der VfL bisher den Pokal gewonnen, ein sechstes Mal wäre alleiniger Rekord. Derzeit teilen sich der FFC Frankfurt und Wolfsburg den Bestwert mit jeweils fünf Erfolgen in Folge. Das Wort "Titelverteidigung" gefällt Kellermann allerdings nicht.: „Wir wollen den Pokal erneut gewinnen und nichts verteidigen.“

Zum Spiel sagt der 51-Jährige: „Das war ein Spiel auf Augenhöhe, mit dem besseren Beginn für uns. Speziell in der zweiten Halbzeit hatte Bayern Phasen, wo es wirklich richtig eng wurde. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt das 2:1 gemacht und hatten in der einen oder anderen Situation das Quäntchen Glück, was man auch braucht, um hier zu gewinnen.“ Das war „Werbung für den Frauenfußball.“

Samstag Wiedersehen in der Liga

Man habe zwar mit Bayern einen Titelanwärter aus dem Wettbewerb gekegelt, doch mit 1899 Hoffenheim (in der Liga hinter Wolfsburg und vor den Bayern Zweiter) gibt es einen weiteren ernstzunehmenden Gegner, auf den der VfL in der nächsten Runde treffen könnte. „Wir wollen Hoffenheim nicht vergessen“, so Kellermann, denn: „Die machen das sehr, sehr ordentlich.“

Die Viertelfinal-Auslosung findet erst im Februar statt, jetzt liegt der Fokus wieder auf dem Liga-Alltag. Schon am Samstag (13 Uhr) treffen die Wolfsburgerinnen wieder auf den FC Bayern, diesmal aber im heimischen AOK-Stadion. Für VfL-Routinier Lena Goeßling ist klar: „Am Samstag brauchen wir wieder die Unterstützung, da wollen wir natürlich wieder gewinnen und unsere Tabellenführung ausbauen.“

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Gepostet von VfL Wolfsburg Frauenfußball am Samstag, 16. November 2019
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