03. Juni 2020 / 18:55 Uhr

Nach Protesten von Spielern und Vereinen: BBL-Boss Holz will Anti-Rassismus-Aktionen nicht bestrafen

Nach Protesten von Spielern und Vereinen: BBL-Boss Holz will Anti-Rassismus-Aktionen nicht bestrafen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BBL-Chef Stefan Holz will Protestaktionen gegen Rassismus nicht bestrafen.
BBL-Chef Stefan Holz will Protestaktionen gegen Rassismus nicht bestrafen. © imago images/Camera 4
Anzeige

Die Basketball-Bundesliga will ihre Spieler für Protestaktionen gegen Rassismus nicht bestrafen. Das gab BBL-Chef Stefan Holz bekannt. Damit präzisierte er seine Aussagen vom Vormittag – auf die hatte es reichlich Gegenwind von Spielern und Vereinen gegeben.

Anzeige

Die Basketball-Bundesliga wird ihre Profis während des Spielbetriebs für ähnliche Protestaktionen wie zuletzt in der Fußball-Bundesliga nicht bestrafen. "Da die BBL seit jeher für Weltoffenheit und Vielfalt steht, braucht es also eine hohe Sensibilität. Den Sportlern geht es vor allem um ein Statement gegen Rassismus und nicht um eine individuelle politische Meinungsäußerung. Daher werden wir selbstverständlich in diesem Zusammenhang von Sanktionierungen absehen", erklärte Geschäftsführer Stefan Holz am Mittwoch in einer Mitteilung.

"Selbstverständliches Zeichen setzen": BBL-Chef Holz präzisiert Aussagen

"Als Liga habe man die Aufgabe, auf Statuten hinzuweisen und deren Einhaltung zu überprüfen", sagte Holz. "Das sagt aber nichts über unsere persönliche Betroffenheit und Bestürzung aus angesichts der Lage in den USA." Gerade jetzt empfinde man große Solidarität insbesondere mit den Profis der Liga, "die aus Nordamerika kommen und denjenigen, die ein selbstverständliches Zeichen setzen wollen." Mit einem Meisterturnier mit zehn Teams will die BBL ihre Saison von Samstag an in München sportlich beenden.

Nach Protesten von Spielern und Vereinen präzisierte Holz damit seine Aussagen. Der BBL-Geschäftsführer hatte der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, ob Spieler mit Slogans auf Shirts oder Ausrüstungsgegenständen gegen Rassismus protestieren dürfen, wie dies zuletzt von Fußballprofis zu sehen war, gesagt: "Grundsätzlich ist es so, dass politische Äußerungen im Ligabetrieb verbal oder non-verbal nicht gestattet sind."

Bundesliga mit Re-Start: So ist der Stand in der Corona-Krise beim Basketball, Handball und Co.

Die Bundesliga hat am 16. Mai den Spielbetrieb aufgenommen - der SPORTBUZZER zeigt, wie der Stand bei den anderen Sportarten ist.  Zur Galerie
Die Bundesliga hat am 16. Mai den Spielbetrieb aufgenommen - der SPORTBUZZER zeigt, wie der Stand bei den anderen Sportarten ist.  ©

Günther: "Die ersten 10.000 an Strafe gehen auf mich"

Per Günther, Point Guard bei Bundesligist ratiopharm Ulm, hatte die Aussagen prompt via Twitter gekontert. "Liebe easyCreditBBL-Spieler. Wenn ihr euch beim anstehenden Turnier ausdrücken und gegen Rassismus positionieren wollt - bitte fühlt euch frei, es zu tun. Die ersten 10.000 an Strafe gehen auf mich", so der 32-Jährige.

Bamberg-Geschäftsführer: "Kein politisches Statement, sondern Bürgerpflicht"

Auch die Brose Baskets Bamberg äußerten sich: "Für uns ist das Einstehen gegen Rassismus und Unterdrückung kein politisches Statement, sondern eine Bürgerpflicht", wird Arne Dirks, Geschäftsführer von Brose Bamberg, zitiert. Der Verein werde seinen Spielern weder verbieten, ihre Meinung zu dem Thema zu äußern, noch werde sich der Basketball-Bundesligist diesbezüglich zurückhalten.

Mehr vom SPORTBUZZER

Vechta-Chef stellt sich hinter die Spieler

Rasta Vechtas Klub-Chef Stefan Niemeyer hatte den Spielern und anderen Angestellten die volle Unterstüzung bei einem Engagement gegen Rassismus zugesichert. "Der Kampf gegen Rassismus ist die Pflicht eines jeden, wie ich finde", so Niemeyer: "Unsere Spieler, Coaches und Mitarbeiter bei Rasta Vechta, im Profi wie im Nachwuchsbereich, können sich sicher sein, dass wir zu 100 Prozent hinter ihnen stehen, wenn Sie sich in diesem Sinne engagieren."

Ein klares "Nein" zu Rassismus sei kein politisches Statement, sondern eine Nachricht von Mensch zu Mensch. "Wir sollten also aufpassen, dass wir uns unsere errungenen Werte bewahren und den Menschen beistehen, die das von uns erwarten dürfen", bekräftigte Niemeyer.