24. Februar 2021 / 13:12 Uhr

BBL-Halbzeitbilanz: „Jedes gespielte Spiel ist ein kleiner Sieg“

BBL-Halbzeitbilanz: „Jedes gespielte Spiel ist ein kleiner Sieg“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aubrey Dawkins (r.) bekam mit der BG Göttingen schon zum Saisonstart die Stärke der Ludwigsburger zu spüren.
Aubrey Dawkins (r.) bekam mit der BG Göttingen schon zum Saisonstart die Stärke der Ludwigsburger zu spüren. © imago-images
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Die coronabedingten Spielausfälle halten sich in Grenzen, die Spielzeit der deutschen Basketballer ist in der Bundesliga gestiegen. Die Halbzeitbilanz dieser ungewöhnlichen Saison ohne Zuschauer fällt positiv aus.

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Mehr als die Hälfte der Spieltage in der Basketball-Bundesliga sind in der 55. Saison gespielt. Mit einschließlich des 17. Spieltags wurden 147 Spiele von 153 angesetzten Partien ausgetragen. Es kam bislang zu zwölf Spielverlegungen aufgrund von COVID-19 Erkrankungen von Aktiven, wobei sechs Partien bereits nachgeholt werden konnten. Das Hygiene- und Sicherheitskonzept der Liga und der Klubs ermöglichte demnach, dass bislang 96 Prozent der angesetzten Begegnungen absolviert werden konnten.

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Seit Trainingsbeginn im Sommer wurden 19 Spieler positiv auf den SARS-CoV-2 Erreger getestet. Dies entspricht etwa sieben Prozent der Gesamtspielerzahl. Die Clubs sind verpflichtet, engmaschige PCR-Tests einzuhalten und jeden Positiv-Fall unverzüglich der Liga zu melden. Dort entscheidet dann ein eigens eingerichtetes COVID-19-Board mit ausgewiesenen Hygieneexperten in enger Abstimmung mit dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt über das weitere Vorgehen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Vermeidung von Mannschaftsquarantänen. Bislang wurden bei den Clubs insgesamt etwa 15000 PCR-Tests durchgeführt, zuzüglich knapp 1000 Tests bei den Schiedsrichtern.

Hygienemaßnahmen verlangen Klubs enorme Ressourcen ab

„Auch wenn die strengen Hygienemaßnahmen den Klubs und der Liga enorme Ressourcen und Logistik abverlangen, können wir mit in Anspruch nehmen, dass unsere Konzepte greifen und wir dadurch den Trainings- und Spielbetrieb in Pandemiezeiten maximal absichern können“ sagt Jens Staudenmayer, kaufmännischer und sportlicher Leiter der Liga, der alle pandemiebedingten Umsetzungsmaßnahmen koordiniert.

Die aktuelle Saison ist spannend und spektakulär. Der Überraschungs-Vizemeister des Final-Turniers 2020, die MHP Riesen Ludwigsburg, steht nach der Hälfte der Saison mit zuletzt 14 Siegen in Serie an der Spitze der Tabelle.

Die Situation ist an beiden Enden, im Kampf um die Spitzenplätze für die Playoffs, sowie gegen den Abstieg eng wie selten zuvor. Bemerkenswert ist die Breite an der Spitze – von Langeweile keine Spur: Die ersten fünf Teams liegen nur sechs Minuspunkte (drei Spiele) auseinander. Zudem bereichert mit den Niners Chemnitz, dem Gegner der BG Göttingen am Sonnabend, 27. februar, auch in diesem Jahr ein starker Aufsteiger die Liga.

Löwen Braunschweig mit Vorbildcharakter

Im Bereich des Einsatzes deutscher Spieler gibt es ebenfalls sehr positive Entwicklungen: Zur Halbzeit der laufenden Saison gingen ziemlich genau 40 Prozent der Gesamteinsatzzeit an Spieler mit einem deutschen Pass. Dies ist der beste Wert seit dem Wegfall der Ausländerbeschränkung zur Saison 2005/06. Besonders beeindruckend bezüglich der Einsatzzeit für einheimische Spieler ist dabei mit den Basketball Löwen Braunschweig der Club von NBA-Profi Dennis Schröder, der sich die Nachwuchsförderung auf die Fahnen geschrieben und somit nur drei ausländische Akteure im Kader hat: In den ersten 15 Partien wurden gut zwei Drittel der Minuten an einheimische Spieler vergeben.

Hervorzuheben ist bei diesem Thema auch Alba Berlin. Der amtierende Double-Sieger vergab bisher 54 Prozent der Minuten in BBL an einheimische Akteure und hatte selbst in der EuroLeague bereits mehrfach Spielsequenzen mit fünf einheimischen Spielern gleichzeitig auf dem Parkett, teilweise waren dies sogar fünf gebürtige Berliner gemeinsam. Dies ist im europäischen Basketball und generell im professionellen Mannschaftssport auf Spitzenniveau absolut außergewöhnlich.

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„Auch unter unverändert schwierigen wirtschaftlichen und pandemischen Rahmenbedingungen zeigen unsere Clubs in dieser besonderen Saison begeisternden Sport. In diesem Jahr gilt das Motto: Jedes gespielte Spiel ist ein kleiner Sieg“, sagt BBL-Geschäftsführer Stefan Holz.