27. Juni 2019 / 06:00 Uhr

Beachvolleyball-Trainer Wagner über die WM in Hamburg: "Chance, den Sport 10 Prozent weiterzubringen"

Beachvolleyball-Trainer Wagner über die WM in Hamburg: "Chance, den Sport 10 Prozent weiterzubringen"

Jens Kürbis
Lübecker Nachrichten
Jürgen Wagner sieht die Beachvolleyball-WM in Hamburg positiv. Die Trainerikone sprach im <b>SPORT</b>BUZZER-Interview auch über seine Schützlinge Margareta Kozuch und Laura Ludwig, die Anfang Juni auf der Elbe ein spektakuläres Showmatch absolvierten.
Jürgen Wagner sieht die Beachvolleyball-WM in Hamburg positiv. Die Trainerikone sprach im SPORTBUZZER-Interview auch über seine Schützlinge Margareta Kozuch und Laura Ludwig, die Anfang Juni auf der Elbe ein spektakuläres Showmatch absolvierten. © imago images / Montage
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Beachvolleyballtrainer Jürgen Wagner hat zwei deutsche Teams zu Olympiagold geführt. Vor der WM in Hamburg beziffert er die Chancen seines neuen Duos Margareta Kozuch/Laura Ludwig.

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Er hat Jonas Reckermann und Julius Brink 2012 zum Olympiasieg geführt, vier Jahre später Laura Ludwig und Kira Walkenhorst. Die setzten mit WM-Gold 2017 noch einen drauf. Jürgen Wagner (63) ist einer der erfolgreichsten Beachvolleyballtrainer. Und das im Zweitjob. Der Diplom-Sportlehrer ist geschäftsführender Gesellschafter eines Sportartikelhandels. Im Wagner-Fokus ist jetzt aber die Beachvolleyball-WM ab Freitag in Hamburg mit seinem neuen Team Margareta Kozuch/Laura Ludwig.

SPORTBUZZER: Es ist WM und der Cheftrainer kommt am Tag vor dem Start. Wie geht das?

Jürgen Wagner: Ein Grund ist: Ich habe ein sehr gutes Team in Hamburg. Der zweite: Wir haben sehr viel Zeit in die Vorbereitung investiert, das war wichtiger.

*Wie weit sind Sie mit ihrem Team nach nur einem halben Jahr? *

Klar ist: Um ein System zu installieren, wie wir es bei Walkenhorst/Ludwig hatten, mit so viel Veränderungen im Technikbereich, braucht man mindestens drei Jahre. Die haben wir mit Blick auf Olympia 2020 nicht. Uns fehlt mindestens ein Jahr. Deshalb haben wir einen Kompromissweg gefunden, der es erlaubt, ordentlich zu spielen und parallel einzelne Elemente zu entwickeln.

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Und wo stehen Sie auf dem Kompromissweg?

Bewegungstechnisch ist das, was Maggie macht, überragend. Das habe ich in der Form noch nicht erlebt. Die Athletik ist auch nicht das Problem. Sie hat ihren Körper auf einem sehr guten Level. Aber das Beispiel Blockarbeit zeigt: Wichtig ist, unterschiedliche Timing- und Technikanforderungen zusammenzupacken. Dann kommt die Wahrnehmung dazu – und das passt im Moment noch nicht ideal zusammen.

*Und wie weit ist Laura Ludwig nach ihrer Babypause? *

Sie hat absolute Highlights, viele Phasen, wo sie echt hervorragend spielt. Aber sie ist noch nicht stabil. Wir haben die Hoffnung, dass wir sie bei der WM Konstanz reinbringen.

*Die berühmte Frage: Sind Sie Favoriten ...? *

… kann ich mit Nein beantworten. Ich habe keine Erwartungshaltung, zumindest was die Platzierung betrifft. Aber das gesamte Team hat extrem viel Bock auf diese WM. Wir werden alles reinhauen, was wir haben, versuchen, das Publikum mitzunehmen, um daraus eine Vollgas-Veranstaltung zu machen. Olympia ist zwar bedeutsamer, aber die WM ist aufgrund der Vielzahl der Teams aus Topnationen höher anzusiedeln. Und dann noch in Deutschland, für die Mädels in ihrer Heimatstadt Hamburg – das ist unvorstellbar schön und motivierend.

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*Ist die WM im eigenen Land eine Chance? *

Ich glaube nicht, dass alle in drei Monaten Beachvolleyball spielen wollen. Die Historie hat aber gezeigt, dass Sportarten, die nach vorn gekommen sind, hauptsächlich durch Großereignisse im Gedächtnis bleiben. Es ist eine Chance, unseren Sport wieder 10 Prozent weiterzubringen. Hinzu kommt die Möglichkeit, Sponsoren oder eine bessere Förderung zu bekommen.

Was erwarten Sie von den deutschen Teams?

Die Frauen spielen bisher unter ihren Möglichkeiten. Laura beschreibt es so: Der Knoten sitzt total locker, ist aber noch nicht geplatzt. Wenn er platzt, kann es bis ins Halbfinale gehen – und da will ich kein Team ausschließen. Bei den Männern sind Thole/Wickler gut drauf. Ich bin sicher, sie werden gut spielen, sind aber das einzige Männer-Team, das ich in den Top Ten sehe.

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