19. Februar 2021 / 15:37 Uhr

Beendet Matheus Cunha seine Durststrecke ausgerechnet gegen Ex-Club RB Leipzig?

Beendet Matheus Cunha seine Durststrecke ausgerechnet gegen Ex-Club RB Leipzig?

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Lazar Samardzic und Herthas Matheus Cunha erlebten beide zuletzt Frustmomente.
RB Leipzigs Lazar Samardzic und Herthas Matheus Cunha erlebten beide zuletzt Frustmomente. © Getty Images / Picture Point
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Am Sonntag begegnen sich viele ehemalige Kollegen auf dem Rasen des Olympiastadions in Berlin. RB Leipzigs Neuzugang Lazar Samardzic könnte gegen seinen Ex-Club antreten. Für die Hertha wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der Ex-Leipziger Matheus Cunha auflaufen. Der Brasilianer hat in den letzten elf Partien kein Tor geschossen. RB-Coach Julian Nagelsmann hofft, dass seine Durststrecke noch ein Spiel lang hält.

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Leipzig. Zu Beginn der aktuellen Saison nahmen die Roten Bullen einen "Ausreißer" aus den Berliner Reihen unter ihre Fittiche. Lazar Samardzic kam offiziell von der U19 des Hertha BSC zu RB Leipzig. Der 18-Jährige sah beim Hauptstadtclub keine Zukunft im Profikader, hatte seinem Unmut öffentlich Luft gemacht und sich dann für die Sachsen entschieden. Eine halbe Million Euro kostete er die Messestädter und hatte bislang fünf Bundesliga-Einsätze, in denen er lediglich eine Vorlage liefern konnte. Anders als im Hinspiel in der Red-Bull-Arena, könnte Samardzic nun im Rückspiel gegen seinen Ex-Club antreten: „Theoretisch hat er die Chance auf einen Einsatz“, so Trainer Julian Nagelsmann bei der Pressekonferenz vor dem Spiel im Olympiastadion (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky).

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Es mangelt nicht an Motivation

„Er hat sich bei uns gut entwickelt. Ich habe schon mehrfach gesagt, dass ich in ihm einen sehr guten Fußballer mit außergewöhnlichem Talent und unglaublichen Fähigkeiten sehe“, sagte der Bullen-Coach über den jüngsten Neuzugang in der aktuellen Saison. Vor allem lobte er Samardzic für dessen Abschluss mit Links und seine guten finalen Bälle. „Ihm fehlt aber ein bisschen der Punch, das Entscheider-Gen, diese gewisse Männlichkeit, der es bedarf, um sich in der Bundesliga seriös durchzusetzen.“

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Ein hartes Stück Arbeit für RB Leipzig: Dank eines Elfmeter-Treffers von Marcel Sabitzer gewannen die Jungs von Julian Nagelsmann mit 2:1 gegen Hertha BSC. Zur Galerie
Ein hartes Stück Arbeit für RB Leipzig: Dank eines Elfmeter-Treffers von Marcel Sabitzer gewannen die Jungs von Julian Nagelsmann mit 2:1 gegen Hertha BSC. ©

Der kritischen Worte waren damit nicht genug. Auch am Auftritt vom Samardzic im Pokalspiel gegen den VfL Bochum (immerhin schon mehr als 14 Tage her) hatte der Coach Einiges zu bemängeln. „Er hätte deutlich mehr zeigen können, weil auch viele Situationen für seine Fähigkeiten prädestiniert waren. Er war sehr verunsichert nach dem ersten oder dem zweiten Fehler.“ Nagelsmann hatte den 18-Jährigen bereits zur Halbzeit ausgewechselt, weiß aber, dass der Youngster Zeit braucht. „Er ist ein sehr junger Spieler, der diese Zeit von mir auch bekommen wird. Es wäre sehr schade, wenn wir sein Talent nicht in dem Maße nutzen können. Wir arbeiten gerade daran mit ihm, auch mit den Athletiktrainern.“ Denn Samardzic fehle nicht die Motivation. „Er muss ein bisschen flinker und aktiver in seinem Laufverhalten werden. Dann wird er nämlich ein sehr guter Fußballspieler. Und wir werden das hoffentlich zeitnah – möglicherweise schon am Sonntag – sehen können“, so der Trainer hoffnungsvoll.



"Kann gerne noch ein Spiel hinzukommen"

Auf der anderen Seite des Spielfeldes wird dann ein Akteur stehen, der RB Leipzig gut bekannt ist. Matheus Cunha wechselte vergangenen Winter vom Cottaweg zur Hertha, wird am Sonntag voraussichtlich zum dritten Mal gegen seinen Ex-Verein antreten. Der 21-Jährige habe bei der „Alten Dame“ ebenfalls eine gute Entwicklung genommen. „Ich habe schon immer betont, dass er ein guter Stürmer ist“, sagte der Bullen-Coach über den Brasilianer. Bei RB habe er zu viel Konkurrenz und nicht die nötige Geduld gehabt, um sich durchzusetzen. „Deshalb hat er sich irgendwann entschieden, etwas Neues zu machen. Der Schritt war für ihn sicherlich gut.“

Cunha ist aktuell Herthas bester Torschütze, hat sechs Treffer auf dem Konto, lieferte zudem fünf Vorlagen. Seit längerem kämpft der Angreifer allerdings mit einer extremen Durststrecke. In seinen letzten elf Partien blieb er ohne Torerfolg. „Wenn ein Stürmer in elf Spielen nacheinander nicht trifft, ist das sicherlich nicht förderlich für sein Wohlbefinden“, weiß auch Julian Nagelsmann. Und: „Ich würde mich jetzt auch nicht freuen, wenn er am Sonntag trifft – da kann gerne noch ein Spiel hinzukommen.“

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Ungeachtet seiner Torflaute weiß der Bullen-Coach aber um Cunhas Gefäöhrlichkeit. „Er hat mit Abstand die meisten Dribblings der Liga, vor allem viele erfolgreiche Dribblings, und er hat eine sehr gute Technik. In torgefährlichen Räumen sollten wir ihn nicht alleine stehen lassen.“ Er habe einen guten Abschluss mit Rechts wie mit Links und mit dem Kopf, spiele gute finale Bälle und könne so für ausreichend Gefahr sorgen. „Wir werden weniger die Statistik von elf torlosen Spielen beachten, mehr seine Qualität. Und folglich alles dagegen stemmen, sodass er auch in seinem zwölften Spiel in Folge kein Tor schießt“, so Nagelsmann.

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