25. April 2021 / 22:39 Uhr

Beginnt in Wolfsburg das große Zittern um die Champions League? "Bei uns wird keiner nervös"

Beginnt in Wolfsburg das große Zittern um die Champions League? "Bei uns wird keiner nervös"

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Klappt das mit der Champions League und dem VfL Wolfsburg trotz der Niederlage gegen Dortmund? Marcel Schäfer (l.) glaubt da ganz fest dran.
Klappt das mit der Champions League und dem VfL Wolfsburg trotz der Niederlage gegen Dortmund? Marcel Schäfer (l.) glaubt da ganz fest dran.
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Der VfL hat es wieder nicht geschafft, ein Spitzenspiel zu gewinnen. Beginnt in Wolfsburg nun das große Zittern um die Champions League? Nein, winkt Marcel Schäfer ab. Sowohl der Sportdirektor des Klubs als auch Manager Jörg Schmadtke geben sich vorm Endspurt angriffslustig.

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Keine Tore, keine Siege, keine Chance gegen Erling Haaland: Borussia Dortmund bleibt für den VfL Wolfsburg unbezwingbar. Das 0:2 (0:1) am Samstagnachmittag war das neunte (!) Spiel nacheinander, in dem die Niedersachsen gegen den BVB ohne eigenen Treffer blieben. Und: Das 3:1 im Pokalfinale 2015 bleibt der bisher letzte Wolfsburger Sieg gegen Dortmund. Diesmal hatte der Angstgegner mit Haaland eine Waffe, die den Unterschied machte: Antrittsschnell und abschlussstark nutzte der Norweger zwei entscheidende VfL-Fehler - den ersten machte Ridle Baku, den zweiten John Anthony Brooks. Der VfL hingegen machte zwar ein ordentliches Spiel, war aber vorn viel zu harmlos und konnte die BVB-Abwehr (ohne den gesperrten Mats Hummels) kaum mal einem Stresstest unterziehen. Unterm Strich heißt das: Wolfsburg hatte in den vergangenen vier Spielen dreimal einen Top-Fünf-Gegner - und hat diese drei Partien allesamt verloren.

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Der Vorsprung auf den BVB, der vor einigen Wochen noch bei elf Punkten lag, ist nun auf zwei Zähler geschrumpft. Immerhin: Weil Frankfurt am Samstagabend mit 1:3 bei Bayer Leverkusen verlor, bleibt der VfL Dritter. Beginnt in Wolfsburg nun das große Zittern um die Champions League? Marcel Schäfer kann mit solchen Gedankengängen nichts anfangen. Obwohl der VfL drei seiner letzten vier Spiele verlor, gibt sich der Sportdirektor des Klubs kämpferisch. „Ich habe das Gefühl, bei uns wird versucht, von außerhalb Nervosität reinzutragen", sagt Schäfer ohne jedoch ins Detail gehen zu wollen. Aber das werde nicht gelingen. "Bei uns wird keiner nervös."

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Er betont: "Wir haben bislang eine gute Saison gespielt. Unser Ziel war die Teilnahme am internationalen Geschäft." Das hat der VfL bereits geschafft. "Jetzt haben wir die Chance, diese Saison zu krönen, aus ihr etwas Außergewöhnliches zu machen. So – und nicht anders - muss man das sehen. Und so muss man es angehen.“ Es sei jetzt nicht angebracht, nach links oder rechts zu schauen, sprich auf die lauernde Konkurrenz zu gucken. Schäfer: „Ich bleibe dabei: Wir müssen uns auf uns konzentrieren – damit sind wir in der Saison am Besten gefahren. Und das sollten wir auch in den letzten drei Spielen beibehalten. Und dann haben wir eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir in diesen Spielen erfolgreich sind.“



Wieder erfolgreich sein - Manager Jörg Schmadtke glaubt da ebenfalls ganz fest dran. Bereits kurz nach dem Spiel schickte der 57-Jährige bei Sky eine Kampfansage an den BVB: "Wir haben noch zwei Punkte Vorsprung. Und wenn ich mir das Restprogramm der Dortmunder so angucke, dann wage ich zu bezweifeln, dass sie das noch aufholen." Die Borussia spielt noch gegen Leipzig, in Mainz und gegen Leverkusen. Klar ist: Wolfsburg hat weiter alles ein eigener Hand. Aber zwischen dem nächsten Spiel gegen Union Berlin und dem Saisonfinale gegen Mainz wartet mit Leipzig noch ein weiteres Top-Fünf-Team.

Während der BVB am kommenden Wochenende sein DFB-Pokal-Halbfinale bestreitet, haben die Wolfsburger nun bis zum nächsten Spiel zwei Wochen Zeit. Wird es dann vor allem darum gehen, dem Druck standzuhalten? Denn erstmals seit langer Zeit besteht dann wieder die Gefahr, dass der VfL aus den Königsklassen-Plätzen fällt. "Wir wollen in die Champions League", so Trainer Oliver Glasner. "Dann musst du diesem Druck auch standhalten." Zwar ist das Saisonziel Europa schon erreicht, aber die "Zugabe", wie der Trainer es nennt, würde man gern noch bieten. Ohne den Spielern diese Perspektive allerdings permanent unter die Nase zu reiben. Glasner: "Intern will ich eigentlich gar nicht so viel über die Tabelle sprechen, Wichtig ist, dass wir uns über fußballerische Details unterhalten."

Etwa das Vermeiden von Fehlern, wie sie vor den beiden Gegentoren passiert sind, Haaland war jeweils der Nutznießer. "Er läuft dann mit gefühlten 45 km/h los", beschreibt Glasner den zweiten Treffer. "Und dann schießt er ihn eben nicht drüber oder schießt den Torwart an, sondern knallt ihn rein." Auch diese Kaltschnäuzigkeit fehlte dem VfL - etwa bei Wout Weghorsts Top-Chance kurz nach Wiederanpfiff. Schon im ersten Durchgang hatte der VfL seine Möglichkeiten. "Wenn man sieht, dass zur Halbzeit 9:2 Torschüsse, aber ein 0:1 auf der Anzeigetafel stehen, dann haben wir nicht viel falsch gemacht - aber doch Entscheidendes."

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