12. Oktober 2020 / 11:45 Uhr

Bei Achtligist SG Weißig: FC Eilenburgs Pokal-Horrorfilm

Bei Achtligist SG Weißig: FC Eilenburgs Pokal-Horrorfilm

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Die Luft war raus beim FC Eilenburg: Der Pokal-Auswärtsauftritt bei der SG Weißig lief alles andere als opitmal: Am Ende steht das Aus. © André Kempner
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Der letztjährige Pokalfinalist kassiert gegen den Kreisoberligisten aus Dresden drei Gegentore und fliegt raus.

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Dresden. Vor wenigen Wochen noch die gefeierten Pokalhelden, jetzt die Deppen: Pokalfinalist FC Eilenburg ist im Sachsenpokal in der 3. Runde nach einer blamablen Leistung überraschend gegen die SG Weißig (8. Liga) ausgeschieden. Die Schützlinge von Nico Knaubel verloren vor 300 Zuschauern mit 2:3 (1:1). „Die Nacht war nicht so gut“, gestand Stürmer Tim Bunge am Tag nach dem Debakel. „Wir haben nicht gut gespielt und die Quittung bekommen. Es war das zweite schlechte Spiel innerhalb eines Monats von uns. Wir müssen schleunigst in die Spur kommen“, so Bunge.

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Der attraktive Pokalwettbewerb geht jedenfalls ohne die Eilenburger weiter. Und das wurmte Coach Knaubel auch Stunden nach dem Abpfiff. „Wir haben doch erst erlebt, wie großartig Pokal sein kann und werfen diese Erlebnisse einfach weg. Das zermürbt mich“, sagte der 40-Jährige bitter enttäuscht. Natürlich hatte er vor Leichtsinn gewarnt. Auch ein Achtligist hat gute Fußballer. Vielleicht nicht Elf, aber vier, fünf können immer kicken und alle anderen können kämpfen und rennen und an einem Tag über sich hinauswachsen. Jener Tag war der 11. Oktober 2020. Das Weißiger Pokalmärchen begann mit einem frühen 1:0 und endete mit einem 40-m-Kracher-Freistoß in der 89. Minute zum 3:2. „Es passte einfach für die Gastgeber, aber ich hätte auf diese Erfahrung gern verzichtet“, brachte es Knaubel auf den Punkt.

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Seine Mannschaft schaffte es auf dem kleinen Kunstrasenplatz einfach nicht, die dichtgestaffelte Weißiger Mannschaft unter Druck zu setzen. Statt immer wieder anzulaufen, wurde quer gespielt. Statt zu schießen, wurde auch 16 Meter vor dem Tor noch mal quergelegt. Daran änderte sich auch nach dem 0:1 nichts. Und auch als Marc Böttger nach einem Foulspiel an Tim Bunge per Strafstoß vor der Pause zum 1:1 ausglich, legten die Eilenburger den Schalter nicht um. Nach dem Wechsel ging Weißig dank eines Volleyschusses, der vom Innenpfosten ins Tor sprang, wieder in Führung. Doch Böttger hatte mit einem platzierten Schuss – ja endlich mal ein Schuss – die Antwort parat: 2:2.

Ein Nackenschlag für den Außenseiter, der auf dem Zahnfleisch kroch und von Krämpfen geplagt war? Denkste! Eilenburgs Bunge vergab die Chance zum 3:2 und in der Schlussminute leitete ein völlig unnötiges Foulspiel 40 Meter vor dem eigenen Tor den Horrorfilm ein. Weißigs William Schult versenkte den Ball mit einem irren Strahl und schoss den Kreisoberligisten so ins Achtelfinale. Dort sind u.a. Dynamo Dresden, FSV Zwickau, Chemie und Lok Leipzig in der Trommel. Einen, dieser Großen hätte der FC Eilenburg gern gezogen. Jetzt ist man Zuschauer in einem Wettbewerb, der so viel Spaß macht.

FCE: Naumann, Nathe, Troglic, Vogel (76. Pa. Sauer), Majetschak, Funken (84. Luis), Vetterlein, Danz, Dimespyra (46. Bartlog), Böttger, Bunge