20. März 2020 / 11:34 Uhr

Bei den flippo Baskets BG 74 laufen schon Planungen für nächste Saison

Bei den flippo Baskets BG 74 laufen schon Planungen für nächste Saison

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Jill Morton (l., hier im Spiel gegen Heidelberg) war die erste Spielerin, die Göttingen in Richtung USA verlassen hat.
Jill Morton (l., hier im Spiel gegen Heidelberg) war die erste Spielerin, die Göttingen in Richtung USA verlassen hat. © Swen Pförtner
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Und plötzlich ging alles ganz schnell: Saisonende, Abschied, Planungsbeginn für die nächste Spielzeit. Richard Crowder, einer der Geschäftsführer der flippo Baskets BG 74, kann mit dem Abbruch des Spielbetriebs und der Absage der Playoffs – angesichts der Corona-Pandemie – leben.

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Abrupt zu Ende gegangen ist die Saison der flippo Baskets BG 74 in der Damenbasketball-Bundesliga. Die drei Amerikanerinner aus dem Kader sind bereits in die USA zurückgekehrt, zwei weitere Spielerinnen reisen Anfang kommender Woche ihn ihre Heimatländer Bosnien und Kroatien.

Bis Donnerstagvormittag, 12. März, waren Trainer und Mannschaft noch davon ausgegangen, zwei Tage später zu einem Geisterspiel ohne Zuschauer nach Osnabrück zu reisen, wenige Stunden später stand fest: Der letzte Spieltag der Hauptrunde sowie die gesamte Playoff-Serie werden wegen der Corona-Pandemie abgesagt. „Irgendwie habe ich das kommen sehen. Um 16 Uhr erhielten wir die Absage, ein paar Stunden später haben wir uns noch einmal im Klubraum in der FKG-Halle getroffen und die letzte Besprechung gemacht“, erzählt flippo Baskets-Geschäftsführer Richard Crowder.

Morton will Hochzeit nicht gefährden

Zeit für ein gemütliches Abschiedsessen gab es nicht mehr, weil Jil Morton gleich am nächsten Tag in die USA geflogen ist. Als sie gehört hatte, dass US-Präsident Donald Trump die Einreisebestimmungen noch einmal verschärft hatte, hat sie Crowder darum gebeten, schon vor dem Osnabrück-Spiel fliegen zu dürfen, um einer eventuellen Quarantäne-Zeit aus dem Weg zu gehen. Diese hätte ihre für Anfang April geplante Hochzeit gefährden können. „Da haben wir ihr natürlich keine Steine in den Weg gelegt“, sagt der Geschäftsführer.

Cayla McMorris und Megan Mullings sind dann erst am vergangenen Mittwoch in die USA geflogen. Am Dienstagnachmittag waren die Spielerinnen noch einmal gemeinsam in der Stadt. Die Kroatin Ivana Blazevic und die Bosnierin Sandra Azinovic sind erst einmal in Göttingen geblieben. „Sie waren irritiert über die Nachrichten, die sie aus ihrer Heimat erhalten haben. Inzwischen haben sie aber verlässliche Informationen von ihren Familien und werden Anfang kommender Woche auch abreisen“, sagt Crowder.

Glück im Unglück

Trainer Goran Lojo, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Göttingen lebt, bleibt dagegen in Südniedersachsen. „Wir arbeiten schon am Kader für die neue Saison. Das tut ganz gut, weil es auch ein Stück weit Normalität ist“, sagt Crowder. Dass die Spielzeit jetzt zu Ende ist, kann der Geschäftsführer verschmerzen. „Wir hatten Glück im Unglück, weil die reguläre Saison quasi vorbei war, wir alle Heimspiele ausgetragen hatten und damit auch keine Befürchtungen mehr haben mussten, dass Dauerkartenbesitzer Geld zurück fordern würden.“

Der souveräne Meister Rutronik Stars Keltern stand mit 20 Siegen und einer Niederlage gegen die flippo Baskets fest. Verschiebungen hätte es nur noch auf den Plätzen zwei bis sieben geben können. Die Göttingerinnen hatten den achten Rang sicher, auch die beiden Absteiger standen – unabhängig vom Ausgang des letzten Hauptrunden-Spieltages – bereits fest. Die inexio Royals Saarlouis und die Gisa Lions SV Halle müssen den Gang in die 2. Bundesliga antreten.

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„Ich mag Kontinuität“

Für Crowder und seinen Geschäftsführer-Kollegen Roland Emme-Weiß sowie Trainer Goran Lojo gilt es nun, die Köpfe zusammen zu stecken und die Spielzeit 2020/21 zu planen. „Wir fangen in jeder Saison wieder von vorn an. Fest steht nur, dass der Coach ein weiteres Jahr bleibt“, sagt Crowder. Sandra Azinovic hat eine Option auf ein zweites Jahr. „Die haben wir ihr eingeräumt, weil sie noch so jung ist.“ Auch andere Spielerinnen aus dem Kader würde er gern in der kommenden Saison wieder auf dem Spielfeld der FKG-Halle sehen. „Ich mag Kontinuität. So, wie es in dieser Saison gewesen ist, hat uns das nicht gefallen. Ich möchte nicht in jedem Jahr eine komplett neue Mannschaft hier haben“, sagt Crowder, dessen Hoffnung es ist, „mehr als den halben Kader behalten zu können“.

Bis dahin müssen noch einige Hausaufgaben gemacht werden. Beispielsweise muss bis Ende März der Lizenzantrag für die nächste Saison eingereicht werden.

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