13. April 2021 / 09:52 Uhr

Bei den Speedway-Assen des MSC "Wölfe" Wittstock: Still ruht die Bahn

Bei den Speedway-Assen des MSC "Wölfe" Wittstock: Still ruht die Bahn

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Speedway-Veranstaltungen mit Zuschauern auf dem Heidering sind derzeit kaum vorstellbar. Das weiß auch Vereinschef Frank Mauer (rundes Foto).
Speedway-Veranstaltungen mit Zuschauern auf dem Heidering sind derzeit kaum vorstellbar. Das weiß auch Vereinschef Frank Mauer (rundes Foto). © Thomas Klemm
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Dem Verein droht - noch bevor der diesjährige Saisonstart überhaupt erfolgt - der Ausschluss aus der polnischen Liga.

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Diese Nachricht trifft alle Motorsportfans der Region sowie darüber hinaus ins Mark: Dem MSC „Wölfe“ Wittstock droht mit seinen Speedway-Assen das Aus im polnischen Ligabetrieb – noch bevor die Saison überhaupt losgeht. Auf MAZ-Nachfrage bestätigt Vereinschef Frank Mauer: „Es müsste schon ein Wunder geschehen, dass wir in der 2. Liga ans Startband rollen können.“ Denn während im östlichen Nachbarland, wo die Sportart deutlich mehr Popularität genießt als in der Bundesrepublik, trotz hoher Inzidenzzahlen auf den Speedway-Bahnen trainiert werden darf, ist hierzulande kein echter Trainingsbetrieb möglich.

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„Ich kann theoretisch die Wittstocker Fahrer auf unseren Heidering trainieren lassen, aber nicht das gesamte Liga-Team herholen“, erklärt Mauer, der im havelländischen Elstal beheimatet ist. Von dort aus stand er in den letzten Tagen und Wochen regelmäßig mit dem polnischen Verband in Verbindung, schließlich hoffen beide Seiten auf eine geeignete Lösung. „Die Verantwortlichen wollen uns unbedingt wieder dabei haben, wir konnten im Vorjahr einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, betont der MSC-Vorsitzende. Erstmals startete eine deutsche Mannschaft in einer der drei polnischen Profiligen, die Dossestädter wagten den Sprung aus dem eintönigen und vielkritisierten deutschen System in die Speedway-Hochburg.

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In der 2. Liga, der dritthöchsten Klasse, wurden die „Wölfe“ um Kapitän Steven Mauer zwar nur Sechster und damit Letzter, immerhin drei von zehn Rennen konnten aber siegreich gestaltet werden. Zudem pilgerten – sofern es in den Eindämmungsverordnungen während der Corona-Pandemie erlaubt war – bis zu 1000 Zuschauer zum Neuling. Einer, der sich schnell integrierte und von vielen Seiten Anerkennung erfuhr. „Mit dem AC Landshut schlägt eine zweite Mannschaft aus Deutschland den Weg in die polnische Liga ein“, informiert Frank Mauer. Die Entwicklung der vielen Fahrer wird auf polnischem Boden mehr gefördert, der Lerneffekt ist viel höher, weshalb der Schritt „absolut richtig“ war.



Nach der Premierensaison sollte das neue Rennjahr in der 2. Liga am kommenden Wochenende, dem 17. April, starten. Die Wittstocker hätten planmäßig erst eine Woche später auf dem Heidering gegen Opole ins Geschehen eingegriffen. Wegen der ungewissen Situation wurde der Auftakt nun jedoch ohnehin auf das erste Mai-Wochenende verschoben. Ob dies etwas ändert, wagt Mauer zu bezweifeln: „Der polnische Verband hat sich mittlerweile sogar mit dem hiesigen Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt, doch wir werden da kein grünes Licht erhalten. Ich will auch nicht den Zorn der vielen anderen Sportler abbekommen, wenn ausgerechnet bei uns gefahren werden kann, überall sonst aber der Ball ruht oder die Hallen geschlossen sind.“

Möglich sei auch, dass die 2. Liga gänzlich aussetzt und nur in der Ekstraliga sowie der 1. Liga um Meisterschaftspunkte gefahren wird. „Ich glaube aber eher, dass die polnischen Vereine in unserer Liga dann unter sich die Platzierungen ausmachen, sollten wir deutschen Vereine nicht teilnehmen können“, so Mauer, der sich, sofern es ihm angeboten wird, impfen lassen möchte: „Im Betrieb ging das bei uns jetzt schleppend los, da sind auch erstmal noch die älteren Gruppen dran. Meiner Meinung nach wird es auch erst wieder Sportangebote geben, wenn der Großteil durchgeimpft ist. Je schneller, desto besser.“

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