16. September 2020 / 22:20 Uhr

Das gibt's bei den VfL-Frauen nicht oft: Zwei Talente schaffen den Bundesliga-Sprung!

Das gibt's bei den VfL-Frauen nicht oft: Zwei Talente schaffen den Bundesliga-Sprung!

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Aus dem Nachwuchs in die Bundesliga: Lotta Cordes (l.) und Lisanne Gräwe.
Aus dem Nachwuchs in die Bundesliga: Lotta Cordes (l.) und Lisanne Gräwe. © Roland Hermstein
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Erst Lotta Cordes, dann Lisanne Gräwe: Bei den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg debütierten an den ersten beiden Spieltagen gegen Essen und in Hoffenheim gleich zwei Talente aus dem eigenen Nachwuchs.

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Top-Stars aus Schweden, Polen oder Norwegen, dazu eine handvoll deutscher Nationalspielerinnen: Der Kader des VfL Wolfsburg ist für internationale Ansprüche ausgelegt. Da ist es für Fußballerinnen aus dem eigenen Nachwuchs nicht leicht, einen Platz im Kader zu ergattern. Jetzt haben es zwei geschafft - Lotta Cordes und Lisanne Gräwe. Die 19-jährige Cordes feierte ihre Bundesliga-Premiere am ersten Spieltag gegen Essen, die erst 17-jährige Gräwe kam am zweiten Spieltag in Hoffenheim zu ihrem Debüt. Beide waren mit dem Kader des VfL auch schon zur Champions-League-Endrunde nach Spanien gereist. "Ja, es ist schwierig, aber nicht unmöglich", sagt Wolfsburgs U20-Trainer Steffen Beck. "Du musst aber eben ein Top-Talent und richtig gut sein. Für Durchschnitt reicht es auf diesem Niveau nicht."

Der Weg ist lang - aber die Freude über den ersten Schritt groß. "Das war echt eine mega coole Erfahrung", so Gräwe nach ihrer Einwechslung in Hoffenheim, denn: "Mit 17 Jahren das Bundesliga-Debüt, damit habe ich jetzt gar nicht so gerechnet. Das Tempo ist viel, viel schneller, und man muss sich daran gewöhnen. Aber die Mannschaft hat mich gut mitgenommen, und deshalb bin ich auch gut ins Spiel reingekommen."

Cordes und Gräwe sollen jetzt erst einmal dauerhaft im Bundesliga-Kader bleiben - Beck freut's: "Die Spanien-Reise hat ihnen bereits sehr gutgetan, um zu sehen, wie bei den Profis gearbeitet wird. Das hat die Mannschaft auch wirklich toll gemacht, sie haben die Talente super integriert, ein bisschen an die Hand genommen und unterstützt wo sie können."

VfL-Frauen gegen Essen - Die Bilder des Spiels

Am ersten Spieltag der Frauen-Bundesliga in der Saison 2020/21 traf der VfL Wolfsburg auf SGS Essen Zur Galerie
Am ersten Spieltag der Frauen-Bundesliga in der Saison 2020/21 traf der VfL Wolfsburg auf SGS Essen ©

Gräwe, gebürtig aus Wienbrück, stieß erst vor einem Jahr zum VfL, absolvierte zuvor elf Partien für die Zweitvertretung in der 2. Liga. Beck weiß: "Dass es jetzt so schnell klappt, ist natürlich auch ein bisschen der augenblicklichen Kader-Situation in der Ersten geschuldet, aber sie war für mich immer eine Kandidatin, die den Schritt sicher schaffen wird." Und: "Sie weiß selbst gar nicht, wie gut sie eigentlich ist. Sie bringt alles mit, ist körperlich schon sehr stark, kann das Spiel toll lesen und weiß, wie sie sich in den Räumen zu bewegen hat."

Cordes kam bereits 2017 aus Marklohe zum VfL, wurde deutsche U17-Meisterin und machte 48 Zweitliga-Spiele in der U20. "Sie hat sich im letzten Jahr so viel erkämpft", sagt Beck. "Sie ist U19-Nationalspielerin geworden, hat bei uns eine überragende Saison gespielt, und ich freue mich, dass sie sich jetzt auch oben beweisen darf." In der U20 war sie unter Beck unangefochtene Stammspielerin und "ein großer Faktor dafür, warum wir so eine erfolgreiche Saison gespielt haben. Sie ist sehr diszipliniert, verliert wenige Zweikämpfe und bringt gute Bälle nach vorn."

Cheftrainer Stephan Lerch freut sich "immer für junge Spielerinnen", man wolle "sie bringen, damit sie Minuten und Erfahrung sammeln können. Lotta und Lisanne haben das zuletzt beide gut gemacht." Mit Julia Kassen steht dazu sogar eine dritte Spielerin aus der U20 im Kader der Profi-Mannschaft, die junge Torhüterin ergänzt das Quartett mit Almuth Schult, Friederike Abt und Katarzyna Kiedrzynek.

Joelle Wedemeyer und Anna-Lena Stolze (spielt auf Leihbasis zurzeit bei Twente Enschede) sind weitere Beispiele für VfL-Nachwuchs-Kickerinnen, die es in den Profi-Kader geschafft haben. Der Kontakt zwischen der ersten und zweiten Mannschaft bricht dabei nie ab. "Theresa Merk, Co-Trainerin der Ersten, ist das Bindeglied zwischen der Ersten und den Nachwuchs-Teams und meine Ansprechpartnerin", so Beck, der betont: "Wir stehen regelmäßig in Kontakt, sie schaut sich oft mal ein Training an."