14. Februar 2021 / 21:24 Uhr

Bei der Kälte-Nullnummer friert Wolfsburgs Arnold sogar der Kiefer ein

Bei der Kälte-Nullnummer friert Wolfsburgs Arnold sogar der Kiefer ein

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kein Frust im Frost: VfL-Trainer Glasner und Mittelfeld-Mann Arnold waren mit dem 0:0 gegen Gladbach nicht unzufrieden.
Kein Frust im Frost: VfL-Trainer Glasner und Mittelfeld-Mann Arnold waren mit dem 0:0 gegen Gladbach nicht unzufrieden. © Boris Baschin
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Für Maximilian Arnold war's auf dem Platz zum Reden zu kalt, Xaver Schlager hätte fast getroffen – und der Trainer war "speziell in der zweiten Halbzeit sehr zufrieden". Die Frost-Nullnummer gegen Borussia Mönchengladbach sorgte beim VfL Wolfsburg nicht für allzu großen Frust.

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Diesmal stand die Null auf beiden Seiten – und es gab keinen Sieger. 0:0 endete die Fußball-Bundesliga-Partie im Wolfsburger VW-Arena-Eisschrank zwischen dem VfL und Borussia Mönchengladbach. Die Wolfsburger bleiben damit im sechsten Pflichtspiel nacheinander ohne Gegentreffer, waren jedoch erstmals seit dem Jahresauftakt (0:2 in Dortmund) nicht selbst erfolgreich.

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Auf bis zu minus 14 Grad sank die Temperatur während des Spiels, die Teams hielten sich mit eifriger Abwehrarbeit warm, vor allem bei den Wolfsburgern kam noch heißes Bemühen im Spiel nach vorn dazu. Die besten Chancen hatten John Anthony Brooks und Xaver Schlager. Der Abwehrmann scheiterte nach einer Ecke per Kopf am rechten Pfosten, Schlager traf in der Schlussminute das Außennetz. "Wir waren am Anfang gut drin in der Partie", so Maximilian Arnold bei Sky, "danach hatten wir eine Phase, in der wir Gladbach eingeladen haben." Nach der Pause habe sein Team dann "besser nach vorn gespielt, mit ein bisschen mehr Glück hätten wir das Spiel gewinnen können – da hätte sich keiner beschweren dürfen."

<b>Koen Casteels</b>: Hatte wenig zu tun, auch weil seine Vorderleute wenig zuließen. Diente vor allem als Anspielstation beim Spielaufbau. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Hatte wenig zu tun, auch weil seine Vorderleute wenig zuließen. Diente vor allem als Anspielstation beim Spielaufbau. Note: 3 ©

Ein Sieg, Arnold weiter, hätte ihn "zu 100 Prozent" erwärmt, so lag die gefühlte Temperatur-Erholung unmittelbar nach dem Abpfiff "nur bei 25 Prozent". Die Minusgrade machten dabei nicht nur das Fußballspielen schwierig. "Es war sehr, sehr kalt. Man hatte beim Reden das Gefühl, dass der Mund nicht mehr auseinandergeht. Ich habe versucht, meinen Kiefer ein bisschen zu lockern, dann ging es ..."

Das Spiel war eines der kältesten der Wolfsburger Bundesliga-Geschichte. Ähnlich tief sank das Thermometer vor fast auf den Tag genau neun Jahren, als sich die Temperaturen in Wolfsburg zwischen minus acht und minus 16 Grad bewegten. Gegner damals: Mönchengladbach. Ergebnis damals: 0:0...

Erstmals seit dem Kältespiel 2012 gab es jetzt wieder eine Nullnummer zwischen den beiden Teams, der VfL musste dadurch Eintracht Frankfurt in der Tabelle vorbeiziehen lassen und ist Vierter – allerdings punktgleich mit den nur um ein Tor besseren Hessen. Wolfsburgs 0:0 am Sonntagabend passt in einen Spieltag der Unentschieden, sechs der bisher acht Partien endeten mit einem Remis, darunter die der VfL-Konkurrenten Leverkusen und Dortmund. Konkurrenten, die international im Einsatz sind, mindestens noch zwei englische Wochen mehr haben als der VfL. Ein Vorteil für Wolfsburg? Trainer Oliver Glasner: "Das weiß ich nicht. Wir werden unsere Trainingszeiten so gut wie möglich nutzen, auf die anderen haben wir ja keinen Einfluss. Sollte es am Ende ein Vorteil für uns sein, sind wir natürlich froh darüber."

Mit dem Spiel seiner Mannschaft war Glasner "speziell in der zweiten Halbzeit sehr zufrieden." Da war der VfL "gefühlt immer am Drücker, wir hatten drei, vier Situationen, in denen wir hätten in Führung gehen können". Bei der letzten jubelten sie auf der VfL-Bank schon, nachdem Schlager von der Strafraumgrenze mit links flach abgezogen hatte und es im ersten Moment so aussah, als ob die Kugel im Netz zappele. Zappelte sie aber nicht – bewegt hatte sich nur das Außennetz. "Ich hatte gehofft, dass er reingeht", meinte der VfL-Mittelfeldspieler, "aber ich habe ziemlich schnell gesehen, dass der Ball ans Außennetz geht. Es ist natürlich schade, denn ich glaube, dann hätte Gladbach nicht mehr so viel Zeit gehabt, den Ausgleichstreffer zu machen. Das wäre ein sehr wichtiger Treffer gewesen."

Und er hätte ein Spiel entschieden, in dem der VfL zumeist das richtige Verhältnis von Kontrolle und Risiko gefunden hatte. "Das ist meist ein schmaler Grat, aber ich glaube, wir hatten eine gute Kontrolle mit sehr gutem Risiko gehabt. Wir sind in keinen Konter gelaufen und haben das Spiel in der zweiten Halbzeit sehr gut kontrolliert. Wir hätten einfach ein Tor machen müssen – und dann hätten alle gesagt: Das war ein super Spiel."

VfL gegen Gladbach - Die Bilder

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Der VfL vorm Anpfiff ©

Schon am Freitag geht's für den VfL weiter – mit dem Spiel bei Aufsteiger Arminia Bielefeld, für das Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts vorhergesagt werden ...