22. Mai 2019 / 11:28 Uhr

Bei der "Wunderbaren Welt des Fußballs" bleiben Sticheleien gegen RB Leipzig (fast) ganz aus

Bei der "Wunderbaren Welt des Fußballs" bleiben Sticheleien gegen RB Leipzig (fast) ganz aus

Christian Dittmar
Leipziger Volkszeitung
Arnd Zeigler war im Blauen Salon in Leipzig zu Gast.
Arnd Zeigler war im Blauen Salon in Leipzig zu Gast. © André Kempner
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Arnd Zeigler begeisterte mit seinem Programm das Publikum im rappelvollen Blauen Salon in Leipzig. Wer sich indes eine wie auch immer geartete Abrechnung mit RB Leipzig erhofft hatte, wurde enttäuscht. Im Fokus standen andere.

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Leipzig. Die wichtigste Lektion kommt fast zum Schluss. "Die Sahne hinterher immer abwischen", gibt Arnd Zeigler den Besuchern des lange im Voraus ausverkauften Blauen Salons am Leipziger Markt mit, illustriert mit einer äußerst plastischen Begründung: Ein Schnappschuss von Thomas Doll während seiner Trainerzeit beim Hamburger SV, mit Sahne um den Mund. Daneben eine barbusige Dame - mit weißer Paste auf den Brüsten. "Das gibt kein gutes Vorbild für die Spieler", erklärt der Moderator.

Ja, Arnd Zeigler, der wahrscheinlich berühmteste Werder-Bremen-Fan der Welt, Stadionsprecher der Grün-Weißen und durch seine "Wunderbare Welt des Fußballs" auch Anhängern des runden Leders fernab der Weser ein Begriff, geht in seiner so betitelten Show wirklich "Dahin, wo es weh tut". Nach etlichen Auftritten in Westdeutschland hat sich der 53-Jährige nun auch den nicht mehr ganz so neuen Bundesländern zugewandt und beehrt am Dienstagabend endlich die Messestadt - immerhin Wiege des deutschen Fußballs und Standort eines Champions-League-Teilnehmers.

Effenbergs Zungenkuss auf großer Leinwand

Sticheleien gegen die Roten Bullen sucht man bis auf das Erwähnen eines Zeiglerschen Energy-Drinks ("schmeckt nach Schweiß") allerdings ebenso vergebens wie historische Verweise auf VfB, Lok oder Chemie. Einzig ein anwesender LVZ-Redakteur wird etwa mit Anspielung auf seinen Pelzmantel ein paar Mal geneckt. Ansonsten scheint Zeigler sein schon länger erprobtes Bühnenprogramm herunterzuspulen.

Der Blaue Salon war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Der Blaue Salon war bis auf den letzten Platz gefüllt. © Andre Kempner
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Das ist dafür umso kurzweiliger. Neben einer Auswahl seiner inzwischen beinah weltbekannten Rubrik "Kacktor des Monats" kommen von Lothar Matthäus bis Walter Frosch alle Granden der deutschen Fußballwelt vor - und das meistens nicht von ihrer besten Seite. Am schlimmsten hat es Stefan Effenberg getroffen, dessen Zungenkuss mit Gattin Claudia - fotografisch äußerst anschaulich festgehalten - ein ums andere Mal eingeblendet wird. Die in diesem Zusammenhang wichtigste Frage (Wem gehört die Zunge?) kann aber auch der Moderator nicht beantworten.

Letztlich bleibt Arnd Zeigler aber vor allem ein Fußballromantiker und erklärt nach der kurzen Zugabenpause, was für ihn die Faszination dieses Sports ausmacht: Zusammen mit seinem Sohn im Werder-Trikot auf dem Sofa sitzen, ein Spiel seines Herzensklubs sehen und nicht zu wissen, wie es ausgeht. Oder wie es Stefan Effenberg zu seiner Gladbacher Zeit sagte: "Irgendwann möchte ich kein Fohlen mehr sein, sondern ein großes Pferd."

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