10. September 2021 / 14:57 Uhr

Bei Neuling Fürth: Aufsteiger-Schreck Wolfsburg winkt ein Rekord 

Bei Neuling Fürth: Aufsteiger-Schreck Wolfsburg winkt ein Rekord 

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Freut sich mit den Profis des VfL Wolfsburg über den guten Start: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg.
Freut sich mit den Profis des VfL Wolfsburg über den guten Start: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg. © dpa
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Die letzten Spiele gegen Bundesliga-Neulinge konnte der VfL Wolfsburg für sich entscheiden. Bleibt das auch im Duell mit Greuther Fürth so? Manager Jörg Schmadtke lobt die Entwicklung des Teams.

Am Samstag (15.30 Uhr) muss der VfL nach Fürth – die Partie bei der SpVgg ist für den Wolfsburger Fußball-Bundesligist bereits das zweite Duell in dieser Spielzeit gegen einen Aufsteiger. Und das ist gut so, denn der VfL und Duelle gegen Neulinge: das passt. Während sich andere Teams in diesen Spielen oft schwertun, zeigen die Niedersachsen genau dann besondere Stärken.

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Der Champions-League-Teilnehmer gewann die letzten fünf Bundesliga-Spiele gegen Aufsteiger allesamt. Eine solche Siegesserie hatten die Wolfsburger im Oberhaus zuvor nur zwischen Oktober 2018 und August 2019, eine längere noch nie. Am ersten Spieltag dieser noch jungen Saison hatte es ein 1:0 gegen Neuling VfL Bochum gegeben, in der vergangenen Saison jubelten die Wolfsburger in der Rückrunde am 21. April beim 3:1 in Stuttgart und beim 3:0 am 19. Februar in Bielefeld, in der Hinrunde wurden Stuttgart (20. Dezember, 1:0) und Bielefeld (25. Oktober, 2:1) bezwungen, die beiden Aufsteiger der Vorsaison.

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Und jetzt geht es nach Fürth. Zu einem Aufsteiger, der in dieser Saison noch nicht gewinnen konnte. „Sie hatten nicht so einen guten Start. Es ist allerdings nicht so einfach, wenn man aus der zweiten Liga in die Bundesliga aufsteigt“, sagt VfL-Trainer Mark van Bommel. „Wir haben alle ihre Partien verfolgt, daher muss ich die Jungs gut vorbereiten – vielleicht auch auf mehrere Systeme, nachdem sie neue Spieler verpflichtet haben, aber das ist für uns kein Problem.“ Gegen die Liga-Frischlinge aus dem Frankenland hat der VfL erst dreimal gespielt, verloren hat er gegen den Kleeblatt-Klub noch nie. 2012/13 hatte es in der Liga ein 1:1 und ein 1:0, 2007 im Achtelfinale des DFB-Pokals einen 3:1-Sieg gegeben.

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Alles Zahlen, denen VfL-Manager Jörg Schmadtke keine besondere Beachtung schenkt. Der 57-Jährige schaut lieber auf das Hier und Jetzt. Und das Hier und jetzt ist gut, so gut wie bei keinem anderen Erstligisten. Der Tabellenführer ist das einzige Team der Liga, das alle seine drei Spiele in dieser noch jungen Saison gewinnen konnte – besonders beim 1:0 gegen Vizemeister Leipzig hatte der VfL am letzten Spieltag überzeugen können. Vor allem im physischen und mentalen Bereich waren Maximilian Arnold und Co. besser als die Kicker von RB.

Und so grüßt der VfL mit neun Zählern von der Spitze, was auch den erfahrenen VfL-Manager zumindest ein bisschen überrascht. „Ich hatte mit sieben Punkten gerechnet, jetzt haben wir neun – ich hatte schon mit einem guten Start gerechnet, denn wir haben eine richtig gute Mannschaft“, lobt Schmadtke und fügt hinzu: „Wenn die in sich klar ist und miteinander Fußball spielt – wir arbeiten ja nicht nur Fußball, sondern wir spielen ja auch mittlerweile – dann gehören wir zu den richtig guten Mannschaften in der Liga.“

Gegen Leipzig habe der VfL „vielleicht unsere beste Abwehrleistung hinbekommen“, so Schmadtke. Darüber hinaus habe der VfL in der ersten Halbzeit 60 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von über 80 Prozent gehabt, was zeige, dass die Mannschaft das auf mehr Ballbesitz ausgerichtete System von van Bommel immer mehr verinnerliche. Schmadtke: „Das zeigt, dass wir dabei sind, so langsam die nächste Stufe zu erreichen, dass wir uns auch fußballerisch aus schwierigen Situationen befreien können und trotzdem das Verteidigen nicht vergessen. Gegen Leipzig sei das der Schlüssel zum Erfolg gewesen, in Fürth werde das wieder gefragt sein.

Übrigens: Dass beim VfL nach dem tollen Start einer abhebt, glaubt der Manager nicht. Er sagt: „Es gibt derzeit keine Anzeichen dafür." Aber es werde auch mal ein schwächeres Spiel kommen. „Und dann werden wir schauen, ob wir da rauskommen, ob wir das kompensiert bekommen oder ob wir dann auch mal einen Schlag vor den Hals bekommen – aber auch da werden wir dann drüber reden und Feierabend."