13. April 2022 / 13:14 Uhr

Manndeckung überall: RB Leipzig braucht ein Mittel gegen die italienische Spezialität

Manndeckung überall: RB Leipzig braucht ein Mittel gegen die italienische Spezialität

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Bergamo war im Hinspiel immer ganz nah dran am Mann, so wie hier Jose Luis Palomino an Christopher Nkunku.
Bergamo war im Hinspiel immer ganz nah dran am Mann, so wie hier Jose Luis Palomino an Christopher Nkunku. © Getty Images
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Alles oder nichts, siegen oder fliegen. Nach dem 1:1 im Hinspiel muss RB Leipzig am Donnerstag bei Atalanta Bergamo gewinnen, um ins Halbfinale der Europa League einzuziehen. Dazu muss die Tedesco-Elf vor allem die eigenen Fehler reduzieren. Und ein Mittel gegen die Spezialität der Italiener finden: die Manndeckung.

Leipzig. "Wir müssen uns verbessern, sonst wird es schwierig." Dieser Satz von Domenico Tedesco fasst RB Leipzigs Lage vor dem entscheidenden Viertelfinal-Rückspiel in der Europa League gut zusammen. Atalanta Bergamo bereitete dem Bundesligisten beim 1:1 in der Vorwoche mehr Probleme als erhofft, vor allem in Sachen Zweikampfführung. "Sie spielen eine extreme Manndeckung auf dem ganzen Platz. Das ist in Deutschland nicht so üblich. Da wird das höchstens mal in einzelnen Zonen oder auf einzelnen Positionen gemacht", erklärte der RB-Coach am Mittwoch. So hatte Marten De Roon im Hinspiel auf Bitten seines Trainers beispielsweise Leipzigs Dani Olmo derart beackert, dass der Spanier gefühlt gar nicht zur Entfaltung kam. "Ich denke, das habe ich ganz gut gemacht", kommentierte der Niederländer im Anschluss.

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Bergamos zwei Gesichter

Dass diese Taktik in der Bundesliga eher unüblich ist, sei möglicherweise auch der Grund für Bergamos unterschiedliche Auftritte in der Liga und im europäischen Wettbewerb, so Tedesco Während die Elf von Coach Gian Piero Gasperini in der Heimat von den letzten sieben Pflichtspielen nur zwei gewinnen konnte, aber vier verlor (zuletzt 1:2 bei US Sassuolo), ist das Team in der Europa League noch ungeschlagen. Die makellose Bilanz wird durch das einzige Unentschieden in der Red Bull Arena nur unwesentlich getrübt. "Ich habe das Gefühl, in der Serie A ist die Herangehensweise von Atalanta einfach inzwischen bekannt. Dekodiert würde ich es nicht nennen, dafür sind sie zu gut", meinte der RB-Coach am Vortag des erneuten Aufeinandertreffens.

DURCHKLICKEN: Das sagten Spieler und Trainer zum Hinspiel

Peter Gulacsi (RB Leipzig): „Wir sind auf eine starke Mannschaft getroffen. Es war ein ausgeglichenes Spiel. Ich hatte etwas mehr zu tun als gewöhnlich. Auch der gegnerische Torhüter hatte einige gute Paraden. Das zeigt die Qualität der beiden Mannschaften. Beide Mannschaften haben eine ähnliche Spielweise, mit viel Tempo. Es geht hoch und runter. Das Rückspiel wird sehr interessant werden und wir werden alles tun, um die nächste Runde zu erreichen. Es wird nicht einfach, dort zu gewinnen, aber wir haben in dieser Saison auch in der Europa League schon gezeigt, dass wir das können.“ Zur Galerie
Peter Gulacsi (RB Leipzig): „Wir sind auf eine starke Mannschaft getroffen. Es war ein ausgeglichenes Spiel. Ich hatte etwas mehr zu tun als gewöhnlich. Auch der gegnerische Torhüter hatte einige gute Paraden. Das zeigt die Qualität der beiden Mannschaften. Beide Mannschaften haben eine ähnliche Spielweise, mit viel Tempo. Es geht hoch und runter. Das Rückspiel wird sehr interessant werden und wir werden alles tun, um die nächste Runde zu erreichen. Es wird nicht einfach, dort zu gewinnen, aber wir haben in dieser Saison auch in der Europa League schon gezeigt, dass wir das können.“ ©

Dennoch freuen sich Trainer und Team auf das Wiedersehen, die zweite Chance. Den Reiz der Partie beschrieb Yussuf Poulsen, der sich das erste Duell verletzungsbedingt noch von der Tribüne aus hatte anschauen müssen, so: "Es wird ein intensives Spiel. Da müssen wir alle mitziehen. Es wird bis zum Ende heiß bleiben." Die Manndeckung der Italiener sei dabei kein Nerv-Faktor. "Es ist recht einfach. Gewinnst du das Eins-gegen-Eins, geht es sehr schnell nach vorn. Verlierst du das Eins-Gegen-Eins geht es auch sehr schnell. Wenn du es also gut machst, macht es viel Spaß. Wenn nicht, wird es bitter."

Außer Haidara alle an Bord

Dieses "Nicht" ist für Tedesco ein wichtiger Punkt. Denn dass es für die Seinen in der Vorwoche nur zum 1:1 gereicht hat, führt der 36-Jährige vor allem auch auf die eigenen Fehler zurück. "Wir haben selten so viel zugelassen wie in diesem Spiel, egal ob auswärts oder zu Hause. Bei allem Respekt vor dem Gegner: Wir haben da sehr viel selbst verschuldet, hatten extrem viele unerzwungene Fehler. Und die werden auf dieser Bühne nun mal extrem schnell bestraft."

Pluspunkt für den Coach: Er kann am Donnerstag nahezu auf den kompletten Kader zurückgreifen. Lediglich Amadou Haidara, der nach wie vor an einer Innenbandverletzung im Knie laboriert, wird nicht zur Verfügung stehen. Poulsen, der am Mittwoch auf der obligatorischen Pressekonferenz etwas näselte, ist wie schon gegen Hoffenheim fit. "Das sind nur meine Allergien", erklärte der Däne seinen verschnupften Auftritt. "Es wird warm draußen, die Bäume werden grün und ich wohne neben dem Park."