20. Januar 2021 / 20:16 Uhr

Bei Testspiel-Sieg gegen Frankfurt: Almuth Schult feiert ihr VfL-Comeback

Bei Testspiel-Sieg gegen Frankfurt: Almuth Schult feiert ihr VfL-Comeback

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wieder im Einsatz: VfL-Keeperin Almuth Schult.
Wieder im Einsatz: VfL-Keeperin Almuth Schult. © VfL Wolfsburg/Boris Schmelter
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Erfolgreiches Comeback! Almuth Schult stand beim 3:2 des VfL Wolfsburg im Testspiel gegen Eintracht Frankfurt erstmals wieder Kasten des Fußball-Bundesligisten. Außerdem gab's ein weiteres Comeback und mehrere Debüts.

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273 Tage sind seit der Geburt ihrer Zwillinge vergangen, nun ist sie wieder da! Torhüterin Almuth Schult feierte beim 3:2-Testspiel-Erfolg von Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt am Elsterweg Mittwochabend ihr Comeback zwischen den Pfosten. Es waren die ersten VfL-Spielminuten seit Mai 2019 für die 29-Jährige, die damals erst aufgrund einer Schulter-OP passen musste und anschließend im April letzten Jahres Mutter von Zwillingen wurde. Bis zu ihrer Pause war Schult Deutschlands Nummer 1 und auch in Wolfsburg gesetzt. Beim derzeitigen Tabellenzweiten der Bundesliga steht man aber vor einem Luxus-Problem im Tor, denn mit Katarzyna Kiedrzynek und Friederike Abt hat der VfL noch zwei weitere starke Torhüterinnen mit Anspruch auf Spielzeit im Kader.

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Ursprünglich sollte Schult Spielpraxis in Wolfsburgs zweiter Mannschaft sammeln. Aufgrund der Corona-Pandemie ruht der Ball jedoch in der 2. Liga. Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch wird in der laufenden Vorbereitung "alles auf den Prüfstand" stellen, und wer als Nummer 1 in die Rückrunde geht, bleibt offen. Kiedrzynek war bisher gesetzt. Abts Vertrag läuft zum Saisonende aus, die VfL-Verantwortlichen würden gerne verlängern. Schult konnte gegen Frankfurt direkt für erste Pluspunkte sorgen, behauptete sich unter anderem in der 38. Minute stark gegen die allein heranstürmende Shakira Martinez. Beim Gegentor (45.) durch Sjoeke Nüsken war sie zwar noch dran, konnte den Ball aber nicht mehr entscheidend ablenken.

Frauenfußball-Testspiel: VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt 3:2.

Frauenfußball-Testspiel: VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt 3:2. Zur Galerie
Frauenfußball-Testspiel: VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt 3:2. © VfL Wolfsburg/Boris Schmelter

Direkt nach Abpfiff zeigte sich Schult nicht vollends zufrieden, was aber einzig an ihrem sportlichen Ehrgeiz liegt, denn: "Natürlich ärgere ich mich über Gegentore, man will immer zu null spielen. Aber es ist schön, dass wir gewonnen haben. Das hat Spaß gemacht, und so kann es weitergehen!" Und wie fühlte es sich für Schult nach der langen Pause an? "Ohne Zuschauer ist es schade, obwohl es beim Testspiel an sich eh normal ist, dass nicht so viele Zuschauer dabei sind. Unter Flutlicht ist es auch etwas Besonderes und am Elsterweg, wo alles angefangen hat, ist es immer wieder toll zu spielen", freute sich die 29-Jährige.

Es fühle sich "wieder ein bisschen wie Alltag an, das ist schön. Ich habe darauf hin trainiert und hingefiebert, dementsprechend ist es schön, dass es jetzt so weit ist." Dass es im letzten Jahr noch nicht mit dem Comeback geklappt hatte, machte sie zwar etwas traurig, da es "mein Ziel war. Aber grundsätzlich ist einfach toll, wieder auf dem Platz zu stehen. Man wird immer besser, je mehr man spielt."


Popp-Comeback, Svava und Blomqvist feiern Debüts

Neben Schult gab auch Kapitänin Alexandra Popp ihr Comeback nach überstandenem Kapselriss im Fuß, den sie sich Mitte Oktober beim 1:1 gegen den SC Freiburg zugezogen hatte. Zudem feierten die Winter-Neuzugänge Sofie Svava und Rebecka Blomqvist ihre Debüts im VfL-Dress. Das dänische Top-Talent Svava startete von Beginn an, Blomqvist wurde im letzten Drittel des Spiels eingewechselt.

Wie wichtig Popp für das Wolfsburger-Spiel ist, unterstrich sie direkt mit dem ersten VfL-Tor im Jahre 2021. Die Nationalspielerin sorgte nach 30 Minuten per Direktabnahme aus halblinker Position nach einer Ecke von Svenja Huth für die 1:0-Führung und war am zweiten Treffer von Zsanett Jakabfi maßgeblich beteiligt. Die Ungarin staubte nach einem Popp-Freistoß, der an die Latte klatschte, ab. Die Frankfurterinnen kämpften sich mit Toren von Sjoeke Nüsken (45.) und Geraldine Reuteler (60.) jedoch zurück in die Partie. Karina Saeviks Tor kurz vor Schluss bescherte den Wolfsburgerinnen dann aber doch noch den perfekten Jahres-Einstand.

VfL-Coach Lerch zufrieden

Lerch lobte: "Wir können im Großen und Ganzen zufrieden sein, hatten gute Platzbedingungen und einen guten Gegner. Wir haben schon sehen können, wo die Spielerinnen stehen. Es ist auf jeden Fall sehr gelungen, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit eine Phase hatten, wo uns nicht viel eingefallen ist. Im ersten Durchgang fand ich unsere herausgespielte Führung verdient, da hatten wir mehr vom Spiel."

Die Comebacks von Schult und Popp seien wichtig gewesen. "Was die Präsenz und Kommandos von hinten angeht, hat man Schult gehört. Sie war lautstark und hat versucht, ihre Mitspielerinnen zu coachen. Die Spielpraxis fehlt ihr in der einen oder anderen Situation noch", bemerkte Lerch. Popp "wollten wir ganz bewusst lange spielen lassen. Dass sie direkt erfolgreich war, gibt Auftrieb und ein gutes Gefühl. Für uns ist es wichtig und gut, dass sie durchspielen kann und keine Reaktion im Fuß eintritt."

Und auch die Debüts von Svava und Blomqvist gefielen dem Coach. "Ein gelungener Auftakt. Bei Sofie hat man gesehen, dass sie sehr den Vorwärtsgang drin hat. In der Offensive war sie sehr agil", so Lerch, und Blomqvist "ist ja schon etwas länger da. Sie ist total engagiert, macht viele Wege und kann auch gut den Ball halten. Sie weiß, wo das Tor steht und hatte auch Möglichkeiten. Wenn man ihr die Zeit gibt, wird sie die Dinger machen und besser eingebunden sein."

Bereits am Samstag folgt das nächste Testspiel gegen die Eintracht, und da werden die, "die heute nicht so viel oder gar nicht gespielt haben, dann zum Einsatz kommen. Wir haben immer gesagt, dass wir die Testspiele klug nutzen wollen und eine gewisse Belastung sicherstellen."

VfL: Schult - Blässe, Wedemeyer, Doorsoun, Svava (61. Dickenmann) - Cordes, Popp - van de Sanden (76. Rolfö), Huth (61. Gräwe), Saevik - Jakabfi (61. Blomqvist).

Tore: 1:0 (30.) Popp, 2:0 (36.) Jakabfi, 1:2 (45.) Nüsken, 2:2 (60.) Reuteler, 3:2 (87.) Saevik.