03. Oktober 2021 / 19:16 Uhr

Bei Union Neuruppin platzt im Derby gegen Langen der Knoten

Bei Union Neuruppin platzt im Derby gegen Langen der Knoten

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Lucas Fetter (l. Neuruppin), Veit Sperl (r. Kickers), Potsdamer Kickers - SV Union Neuruppin,  Landesklasse West, 4.Spieltag, Saison 21/22, Fussball, Potsdam, Foto: Benjamin Feller
Lucas Fetter (l.) musste im Derby mit Gelb-Rot vorzeitig vom Platz. © Benjamin Feller/Archivbild
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Landesklasse West: Die Gildenhaller feiern im siebten Spiel ihren ersten Saisonsieg, dagegen ist die Enttäuschung bei Langens Coach David Braun riesig.

Union Neuruppin – Langener SV 2:1 (1:0). Tore: 1:0 Christian Simroth (2.), 1:1 Enrico Pfefferle (48.), 2:1 Maximilian Haupt (71.). Gelb-Rote Karte: Lucas Fetter (68./Union), Mostafa Babakhani (82./Langen). Während die Erleichterung in Gildenhall nach dem ersten Saisonsieg, gar dem ersten Punktgewinn überhaupt in dieser Serie, groß ist, herrscht bei LSV-Coach David Braun Ratlosigkeit. „Diese Niederlage tut richtig weh. Ich ringe noch nach Worten und brauche noch zwei, drei Tage, um dieses Spiel zu verdauen“, sagte er. Besser ist die Stimmung bei Union-Trainer Stephan Ellfeldt: „Für die Jungs war das die Bestätigung, dass wir Punkte holen können, dass sich die Arbeit lohnt.“

Dabei erwischten die Platzherren einen Blitzstart. Nach zwei Minuten ließ Langens Keeper Kai Schirmer einen Eckball prallen, Unions Christian Simroth hielt den Fuß rein und traf zum 1:0. „Das tat uns gut“, sagte Ellfeldt. Trainerkollege Braun glaubt, der Gegner sei einfach „geiler auf das Tor gewesen“. Es entwickelte sich ein klassisches Derby. „Fußballerisch hat dieses Spiel keinen Glanz versprüht“, bemerkte der Union-Coach, der zugibt: „Auch bei uns war nicht alles Gold, was glänzt.“

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Beste Langener Phase nach der Pause

Gerade nach der Pause nicht, als die Gäste Oberwasser bekamen. „Wir kommen gut raus“, meinte auch David Braun. Einen weiten Ball unterschätzte der Neuruppiner Verteidiger, am zweiten Pfosten lauerte Enrico Pfefferle und netzte vom Fünfereck ein – 1:1 direkt nach Wiederbeginn (48. Minute). Die beiden Rivalen hätten sich ein Spiel mit „harten Fights“ geliefert, es gab Nickligkeiten, aber keine unfairen Aktionen, berichtet Ellfeldt, für den auch die beiden Gelb-Roten Karten, je eine für jedes Team, für taktische Fouls nicht hätten sein müssen. Die für seinen Schützling Lucas Fetter brachte seine Mannschaft nicht aus dem Konzept – im Gegenteil. Maximilian Haupt luchste Langens Kapitän Paul Bernhardt den Ball ab und schob ihn zum 2:1 ins leere Tor (71.). Da war Ellfeldts Joker gerade ein paar Minuten auf dem Platz. „Das war mit Ankündigung“, sagte der Unioner Trainer schmunzelnd, der mit dem Wechsel auch etwas Risiko einging. „Ich habe ja einen Außenstürmer gebracht und einen zentralen Mittelfeldspieler geopfert.“

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Dass ausgerechnet LSV-Routinier Bernhardt der entscheidende Lapsus unterlief, habe ihm fast leidgetan, so Stephan Ellfeldt. „Er war definitiv der beste Langener auf dem Platz – Riesenkompliment.“ Überhaupt habe es der Gast ordentlich gemacht, sich sogar etwas fitter präsentiert als die Gildenhaller, die sieben Spiele auf ihr erstes Erfolgserlebnis warten mussten. David Braun geht mit seiner Truppe härter ins Gericht: „Es hat gar nichts gepasst. Nach der Gelb-Roten Karte zerfleischen wir uns selbst. Die Enttäuschung ist natürlich riesig.“

Stephan Ellfeldt nennt exemplarisch für das umkämpfte Aufeinandertreffen die Zweikämpfe zwischen Unions Björn Normann und Langens Alexander Gottschalk. „Die haben sich auf der Außenbahn ganz heiße Duelle geliefert.“ Am Ende sei es Normann gelungen, sein Gegenüber weitgehend abzumelden. „Uns hat die Griffigkeit gefehlt. Wir haben nicht gespielt, als hätten wir ein Derby. So darf man in so einem Spiel nicht auftreten und so kann man es auch nicht gewinnen“, echauffiert sich David Braun, der die Derby-Niederlage am Dienstag mit der Mannschaft auswerten will.

Union Neuruppin: Jundel – Lenz (90.+1 Gropp), Simroth, Steinke, Karstedt (65. Haupt), Wagener, Wiese, Normann, Jaworek, Filarski, Fetter.


Langener SV: Schirmer – de Vries (46. Mach), Barsikow (89. Stellmacher), Bernhardt, Babakhani, A. Horn, Pfefferle, k.A., P. Horn, Hahn, Gottschalk.