12. Januar 2021 / 20:21 Uhr

Beim FSV 63 Luckenwalde ruht weiter der Ball

Beim FSV 63 Luckenwalde ruht weiter der Ball

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Jan Kistenmacher, der Trainer der Luckenwalder Regionalligafußballer, hält aufgrund der aktuellen Pandemiesituation persönlich wenig davon, weit in die Zukunft zu blicken und Prognosen zu einer Fortsetzung des Spielbetriebs in der vierten Liga abzugeben.
Jan Kistenmacher, der Trainer der Luckenwalder Regionalligafußballer, hält aufgrund der aktuellen Pandemiesituation persönlich wenig davon, weit in die Zukunft zu blicken und Prognosen zu einer Fortsetzung des Spielbetriebs in der vierten Liga abzugeben. © Frank Neßler
Anzeige

Regionalliga Nordost: Für Jan Kistenmacher, Cheftrainer des FSV 63 Luckenwalde, steht eine Saisonfortsetzung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht im Fokus.

Anzeige

"Wir warten ab“, sagt Jan Kistenmacher, der Trainer des Fußball-Regionalligisten FSV 63 Luckenwalde. Anders als bei Ligakontrahenten in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Thüringen, die sich bereits wieder im Training befinden, ruht der Ball beim FSV 63 weiter. Mit der Vorbereitung auf eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Regionalliga Nordost wird in der TF-Kreisstadt noch nicht begonnen.

Anzeige

„Es ist Lockdown“, begründet Kistenmacher diese Vorgehensweise. „Wenn die Bundesregierung vorgibt, die Kontakte so weit wie möglich zu begrenzen, und man sich in einigen Regionen keine 15 Kilometer vom eigenen Hausstand weg begeben darf, dann können wir doch nicht mit 30 Leuten auf dem Fußballplatz rumlaufen.“

Mit Spannung werden dennoch die Ergebnisse der Beratung der Arbeitsgruppe zur Fortführung des Spielbetriebes in der Regionalliga Nordost am 13. Januar erwartet. „Einen Tag später wird dann der Vorstand unseres Vereins eine Entscheidung treffen und diese mit mir abstimmen“, sagt Kistenmacher. „So lange da nichts im Raum steht, ist erst mal klar, dass wir gar nichts machen. Und dies halte ich für die vernünftigste und verantwortungsvollste Lösung.“

Mehr Fußball aus Dahme/Fläming

Einige Personalentscheidungen sind beim FSV 63 Luckenwalde kurz vor, während oder nach den Weihnachtsfeiertagen beziehungsweise dem Jahreswechsel gefallen. Mit Mittelfeldmann Daniel Muniz Dos Santos und Torwart Fritz Pflug haben zwei Akteure aus dem Regionalligakader den Verein verlassen. Feldspieler Dos Santos wechselte in die Brandenburgliga zum MSV Neuruppin und Keeper Pflug hat sich in Ermangelung von Bewährungsmöglichkeiten bei den Luckenwaldern mit der Hoffnung auf mehr Einsatzzeiten dem Liga-Kontrahenten Tennis Borussia Berlin angeschlossen.

Mit Christian Flath, Peter Misch und Nils Gottschick haben dagegen drei Leistungsträger ihre auslaufenden Verträge beim FSV 63 um zwei weitere Jahre verlängert. Der Verein kann mit dem Trio bis Juni 2023 planen, was nicht unwichtig für die zukünftige Ausrichtung der Luckenwalder Fußballer ist.

Neuzugänge sind allerdings momentan kein Thema beim Fläming-Verein. „Das spielt derzeit keine Rolle“, sagt Kistenmacher, der mit seinen Schützlingen aktuell nicht zusammenkommt. Dafür gehen die Luckenwalder Viertligafußballer an verschiedensten Orten viel laufen. „Jeder da, wo er gerade ist“, sagt der FSV-Coach.

Er selbst läuft an seinem Wohnort an der Ostseeküste, der eine oder andere seiner Spieler ist dieser Tage hingegen im heimischen Werner-Seelenbinder-Stadion anzutreffen, wo einsam auf der Tartanbahn die Runden gedreht werden. Der Motivation scheint dies nicht zu schaden. Die Trainervorgaben werden von den Sportlern offensichtlich, ohne groß zu murren, umgesetzt. „Nach meinen Informationen haben alle weiterhin Spaß. Nun müssen wir sehen, dass wir wieder auf den grünen Rasen kommen“, sagt Kistenmacher.

Was den möglichen Saisonverlauf in der Fußball-Regionalliga Nordost angeht, ist der Luckenwalder Chefcoach zurückhaltend. „Ich mag ungern in die Glaskugel gucken. Wenn ich mal irgendetwas dazu gesagt habe, dann hatte ich merkwürdigerweise in der Vergangenheit oft Recht, was mir meine Spieler immer wieder bestätigt haben. Im Moment bin ich alles andere als optimistisch“, so Kistenmacher. „Natürlich möchte ich, dass wir alle unserer Fußball-Leidenschaft nachgehen können, das ist gar keine Frage. Gleichzeitig steht jedoch die Gesundheit im Vordergrund, und zwar vor dem Fußball. Dazu positioniere ich mich auch, denn das ist meine klare persönliche Meinung. Deshalb gehe ich davon aus, dass es leider länger dauern wird, bis wir auf den Rasen zurückkehren. Die Zahlen sprechen genau diese Sprache. Alles andere wäre unvernünftig.“

Für Kistenmacher kommen die Einschläge näher. Nur ein paar Häuser weiter gibt es in seinem Wohnort mittlerweile aktive Coronafälle. „Die Krankheit ist eben nicht mehr ganz weit weg wie vielleicht noch im letzten Frühjahr. Wir dürfen halt nicht nur auf Luckenwalde gucken. In vielen Bundesländern, aus denen die Mannschaften der Regionalliga Nordost kommen, gibt es derzeit andere Sorgen, als sich um Fußball zu kümmern.“