25. Juni 2020 / 17:15 Uhr

Beim NFV-Verbandstag liegen zehn Anträge auf dem Tisch

Beim NFV-Verbandstag liegen zehn Anträge auf dem Tisch

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Beim außerordentlichen Verbandstag des Niedersächsischen Fußball-Verbandes gibt es viele Abstimmungspunkte. Mehrere Vereine haben Anträge eingereicht.
Beim außerordentlichen Verbandstag des Niedersächsischen Fußball-Verbandes gibt es viele Abstimmungspunkte. Mehrere Vereine haben Anträge eingereicht. © Stefan Zwing
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Am Samstag fällt nach langen Monaten des Wartens endgültig eine Entscheidung über die Wertung der abgebrochenen Fußballsaison. Dass die Anwendung der Quotientenregel mit Auf- und ohne Absteiger nicht alle Teams glücklich machen wird, zeigen die zehn Anträge von Vereinen, über die abgestimmt werden muss.

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Morgen fällt die Entscheidung, auf die ganz Fußball-Niedersachsen seit dem Saisonstopp sehnlichst wartet. Der außerordentliche Verbandstag des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) wird am Samstag um 10 Uhr beginnen und wird entscheiden, wie mit der am 12. März unterbrochenen Saison verfahren wird.

Das Modell, nach dem die Aufsteiger nach der Quotientenregelung berechnet und auf Absteiger verzichtet wird, geht als Favorit ins Rennen. Doch die 324 Abgeordneten, von denen sechs aus dem Landkreis Peine stammen, haben noch weitere Optionen. So stehen nach den eingereichten Anträgen einiger Vereine weiterhin die Annullierung der gesamten Spielzeit sowie die Fortführung zu einem späteren Zeitpunkt auf der Tagesordnung.

Der TuS Berge plädiert mit seinem Antrag ebenso wie der Niedersächsische Dachverband auf einen Abbruch und eine Wertung nach der Quotientenregel. Allerdings soll es bei der Variante der Emsländer auch Absteiger geben, wodurch zu große Staffeln in der Folgesaison vermieden werden könnten. Im Kreis Peine würde das für die Herren des SV Viktoria Woltwiesche sowie die Frauen des VfB Peine den Abstieg aus der Bezirksliga bedeuten. Auch auf Kreisebene würden wie gewöhnlich die letzten beiden Teams der Tabelle den Weg nach unten antreten müssen.

In eine ähnliche Kerbe schlägt der SSV Kästorf aus dem Kreis Gifhorn mit seinem Antrag. Der Landesligist hätte im weiteren Verlauf der Saison noch eine gute Chance auf den Titel gehabt und hofft weiterhin auf den Sprung in die Oberliga. Hierfür soll die Quotientenregel auf die Hinrundentabelle angewendet werden. „Um eine gerechte Auf- und Abstiegsregel zu bekommen, müsste man das Ende der Hinserie werten“, sagte der SSV-Vorsitzende Ingo Düsterhöft Anfang des Monats dem Sportbuzzer. Demnach wäre Viktoria Woltwiesche in der Bezirksliga gerettet, doch in der Peiner Kreisliga würde es Bewegung geben. Statt des aktuellen Vorletzten aus Hohenhameln würde der TSV Münstedt in die 1. Kreisklasse absteigen.

Der MTV Treubund Lüneburg beruft sich ebenfalls auf die Herbstserie und will es den Hinrunden-Tabellenführern ermöglichen aufzusteigen – sofern sie nicht nach der angedachten Quotienten-Regel ohnehin aufsteigen dürften. Direkt betroffen davon ist der Verein selbst und der Antrag würde sogar dem SSV Kästorf helfen, der nach der Hinrunde Tabellenführer der Landesliga war.

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Realistische Chancen auf den Aufstieg hatten auch der VfB Rot-Weiß Braunschweig und der SV Wilhelmshaven gesehen, sofern die Saison fortgeführt worden wäre. Deshalb wollen die Tabellenzweiten ihrer jeweiligen Staffel, dass sie ebenfalls aufsteigen dürfen. Das wiederum würde bei Beschluss auch dem TSV Wendezelle helfen, der nach Quotienten als Zweiter der Bezirksliga 2 im kommenden Jahr in der Landesliga spielen dürfte.

Ziemlich kurios erscheint die Variante, die Inter Celle 07 vorschlägt. Das Team spielt in der 3. Kreisklasse und kommt mit einer besonderen Idee um die Ecke, um den Aufstieg des einzigen Inter-Teams zu ermöglichen. Das Team rutscht durch die Quotientenregel vom zweiten auf den dritten Platz und damit aus den Aufstiegsrängen. Nach ihren Vorstellungen sollen nun auch solche Teams aufsteigen, die um weniger als 0,1 Quotientenpunkte am Aufstieg vorbeigeschrammt sind. Vier betroffene Teams gibt es auch in den Peiner Kreisklassen. Die Adler aus Handorf dürften – ginge es nach dem Vorschlag der Celler – in der kommenden Saison in der Kreisliga spielen.

Ein paar Etagen weiter oben in der Regionalliga könnte sich zudem eine Mammut-Staffel anbahnen – wenn der Vorschlag des VfL Oldenburg berücksichtigt werden sollte. Denn alle Teams, die eine Lizenz für die vierthöchste Liga erteilt bekommen haben, sollen dort auch spielen dürfen. Das wären aus Niedersachsen hinter dem VfV Borussia Hildesheim mit Coach Benjamin Duda außerdem der SV Atlas Delmenhorst (Relegationsplatz), die Oldenburger und der 1. FC Germania Egestorf-Langreder. Nach allen Rechnereien mit Aufsteigern aus den anderen Nord-Bundesländern kommt die Regionalliga auf stattliche 24 Mannschaften.

Ein Versuch, den Saisonabbruch doch noch sportlich zu lösen, liegt übrigens auch auf dem Tisch. Neben der von einigen Vereinen anvisierten Fortführung der Saison, hat der FC Germania Parsau seinen ganz eigenen Plan geschmiedet. Das Team aus Gifhorns 1. Kreisklasse will Final-Four-Turniere veranstalten lassen: Die ersten vier Teams spielen demnach um den Auf-, die vier letzten um den Abstieg.

Von Lukas Everling