20. November 2020 / 10:42 Uhr

Beim Ruderclub Eilenburg macht der Letzte das Licht aus

Beim Ruderclub Eilenburg macht der Letzte das Licht aus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Abrudern 2020: Die Eilenburger verabschieden stimmungsvoll eine durchwachsene Saison.
Abrudern 2020: Die Eilenburger verabschieden stimmungsvoll eine durchwachsene Saison. © RBJ
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Der RC Eilenburg blickt auf eine schwierige Saison zurück und hofft trotz Unsicherheiten in den kommenden Monaten auf bessere Zeiten. Die erneute Zwangspause ist besonders für den Nachwuchsbereich belastend.

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Eilenburg. Das altbekannte Anfahrkommando für Mannschaftsboote war in letzter Zeit eher selten zu hören. Die allumfassenden pandemiebedingten Einschränkungen sind auch für den Ruderclub Eilenburg eine Herausforderung. Momentan steht der offizielle Vereinsbetrieb still. Besonders schmerzlich ist das für den Nachwuchs, der seit Anfang November nicht im Gruppentraining betreut werden kann. Die Übungsleiter versuchen, die aktuelle Zwangspause durch Videokonferenzen und Trainingspläne für zu Hause zu überbrücken.

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Auch das gemeinschaftliche Sporterlebnis der Erwachsenen wird derzeit vermisst. Immerhin ist individueller Trainingsbetrieb im Kraft- und Fitnessbereich, dem Ruderbecken oder an den Tischtennisplatten möglich. Eilenburger Sporthallen, die üblicherweise für Ausgleichssport und Volleyball zur Verfügung stehen, sind bereits seit der dritten Oktoberwoche geschlossen.

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Dennoch mussten die Ruderer die vergangene Saison nicht komplett abhaken. Unter freiem Himmel war ab Mai das Einerfahren wieder möglich, etwas später auch als Mannschaft. Der Sportbetrieb ordnete sich einem speziellen Hygienekonzept unter. Die traditionelle Saisoneröffnung mit Bootstaufe konnte mit zwei Monaten Verzug stattfinden. Die geplante mehrtägige Wanderruderfahrt auf der Saale musste wegen eingeschränkten Unterkunftsmöglichkeiten aber schweren Herzens aufgegeben werden. Man kompensierte das ein wenig mit einer Mittsommerfahrt über Mühlgraben und Mulde bis Canitz.

Stolz auf Ausrichtung der Landesrudermeisterschaften

Dem Engagement der Übungsleiter ist es zu verdanken, dass der Nachwuchssportbetrieb während der Sommerferien nicht wie üblich pausierte, sondern bedarfsgerecht weiter stattfand. Das gewohnte Sommertrainingslager auf der Kiesgrube Eilenburg wurde diesmal in der fünften Woche im Tagesbetrieb und ohne Übernachtung durchgeführt.


Von einer Wettkampfsaison, deren krönenden Abschluss man damit vorbereitet hätte, kann allerdings nicht die Rede sein. Nachdem die Eilenburger Frühjahrsregatta durch die ersten strengen Kontaktbeschränkungen abgesagt werden musste, scheuten trotz Lockerung viele Organisatoren wie der Bad Lobensteiner Ruderverein das Wagnis unter den gebotenen Auflagen.

Besonders der Nachwuchs vermisst seit Anfang November das Gruppentraining.
Besonders der Nachwuchs vermisst seit Anfang November das Gruppentraining. © Verein

Deshalb ist der hiesige Ruderclub besonders stolz auf die erfolgreiche Ausrichtung der Landesrudermeisterschaften Sachsen und Thüringen am 19. und 20. September. Dabei war auf die hilfreiche Kooperation mit den Betreibern des Freizeit- und Erholungszentrum, der Stadt Eilenburg und dem Landkreis Nordsachsen Verlass. Siegfried Kaidel, der Vorsitzende des Deutschen Ruderverbandes, würdigte dieses bundesweit beachtete Engagement mit einem persönlichen Dankesbrief an den Verein.

„Abrudern light“

In sportlicher Hinsicht konnten die Eilenburger zwei Goldmedaillen und einen Vizemeistertitel für sich verbuchen. Ein Wochenende später nutzte man die Gelegenheit zur Teilnahme an der Berliner Rohrwallregatta und holte dort nochmals zwei Siege im Einer und Doppelzweier der Elf- und Zwölfjährigen.

Zum Saisonabschluss gelang kurz vor den angekündigten November-Einschränkungen ein „Abrudern light“ mit Ausfahrt, jedoch ohne Vereinsmeisterschaften auf dem Mühlgraben. Stattdessen wurde der Arbeitseinsatz eine Woche vorverlegt, um das Vereinsgelände rechtzeitig winterfest machen zu können.

Nun schmiedet der Vorstand bereits den Jahresplan für 2021. Dabei wird inständig darauf gehofft, dass sich eine Saison wie die letzte nicht wiederholt. Schließlich gehören Sommerfest und Eisbeinfahrt auch ins Programm. Auch das in diesem Jahr abgesagte Volleyballturnier des Deutschen Ruderverbandes soll nachgeholt werden. Dieses Event hatte man vor sieben Jahren das letzte Mal in Eilenburg ausgerichtet und war 2020 wieder bereit dafür.

Mitgliederstand stetig steigend

Die Schließung aller Sportstätten im Frühjahr hat darüber hinaus auch kostenintensive Spuren hinterlassen. Ein Einbruchsversuch ins Bootshaus konnte glücklicherweise durch die vorhandene Alarmanlage gestoppt werden.

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Selbstverständlich litt auch die Geselligkeit unter den andauernden Vorsichtsmaßnahmen. Einige gestandene Vereinsmitglieder sind schon länger nicht im Club präsent. Dennoch ist der Mitgliederstand stetig steigend, der Bedarf an Gemeinschaft und sportlicher Betätigung weiterhin vorhanden. Ebenso sind Werbepartner und Sponsoren wie „Sportspar“und „Ebawe“ dem Verein bisher treu geblieben. Damit können die Eilenburger Ruderern vorerst gelassen in Richtung Zukunft schauen. Im kommenden Wettkampfjahr liegt die Hoffnung auf besseren und insbesondere gesünderen Zeiten.

RBJ