03. März 2021 / 21:46 Uhr

Beim Sieg der VfL-Frauen: Kiedrzyneks Glanz, Pajors Comeback

Beim Sieg der VfL-Frauen: Kiedrzyneks Glanz, Pajors Comeback

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Szene aus dem CL - Spiel VfL Wolfsburg - Lilleström SK / LSK Kvinner
Glanzparade trotz Handicap: Katarzyna Kiedrzynek, Torfrau des VfL Wolfsburg. © Roland Hermstein
Anzeige

Es wurde ein verdienter Sieg, er hätte höher, aber auch knapper ausfallen können, entsprechend gemischt war die Gefühlslage nach dem 2:0-Hinspiel-Erfolg des VfL Wolfsburg im Achtelfinale der Frauenfußball-Champions-League gegen Lilleström. Dass es nicht knapper wurde, lag an VfL-Torfrau Katarzyna Kiedrzynek trotz Masken-Handicap. 

Anzeige

Sie war häufiger gefordert als gedacht – und hielt den Kasten sauber. Beim 2:0 des VfL Wolfsburg in der Frauenfußball-Champions-League gegen Lilleström hatte Torfrau Katarzyna Kiedrzynek großen Anteil am guten Ergebnis – trotz Handicap. Wegen einer gebrochenen Nase, die sie sich bei der Nationalmannschaft im EM-Quali-Spiel gegen Spanien mit einer Gesichtsabwehr zugezogen hatte, musste die Polin mit Maske spielen.

Anzeige

"Es war nicht einfach mit der Maske“, erzählte sie nach dem Abpfiff. „Ich hatte in den Tagen davor mit Maske trainiert, aber ich habe noch nie zuvor eine gebrochene Nase gehabt, der Fokus war nicht leicht. Aber vielleicht gewöhne ich mich dran...“ Sie bleib ohne Gegentor, alles andere "hätte mich verärgert“, wie sie zugab. Und kritisch merkte sie an: "Es war ein hartes Spiel, nach einer Länderspielabstellung ist es nie so einfach – aber es gibt trotzdem keine Entschuldigungen für die vielen LSK-Chancen. Sie werden im Rückspiel alles versuchen.“ Dennoch sei klar: „Wir haben eine sehr gute Ausgangslage.“

Auch Verteidigerin Sara Doorsoun fand: „Sie haben uns zu Beginn immer wieder versucht anzulaufen, da müssen wir in den Zweikämpfen souveräner sein. Das haben wir auch in der Halbzeit besprochen.“ Mit Erfolg, denn dann wurde es besser: "Wir haben dann gute Chancen herausgespielt, das eine oder andere Tor mehr hätte fallen müssen.“

VfL Wolfsburg gegen Lilleström SK - Bilder des Hinspiels

Szenen vom Frauenfußball-Champions-League-Spiel VfL Wolfsburg gegen Lilleström SK Zur Galerie
Szenen vom Frauenfußball-Champions-League-Spiel VfL Wolfsburg gegen Lilleström SK © Roland Hermstein

So blieb es bei den beiden Treffern durch Alexandra Popp. "Es wäre optimal gewesen, wenn wir nachgelegt hätten“, so die Doppeltorschützin. "Wir hatten weitere Chancen, unter anderem auch ich. Ich denke, wir haben das Spiel dennoch dominiert, Lilleström hat gut gekontert, wir haben es aber auch gut verteidigt und nichts anbrennen lassen.“ Allerdings hatte LSK ganz am Ende noch eine Top-Chance, Emilie Haavi zielte von halblinks am langen Pfosten vorbei. Popp war da schon nicht mehr dabei, war in der 67. Minute vom Platz gehumpelt. "Der Fuß schmerzt, ich bin im Rasen hängengeblieben“, so die Kapitänin unmittelbar nach dem Abpfiff. "Ich hoffe, dass es morgen wieder geht.“

Pajors Comeback

Kein Tor, aber ein Erfolgserlebnis gab es für Ewa Pajor: Die Stürmerin feierte ihr Comeback nach Knie-OP, wurde gegen Lilleström in der 85. Minute für Svenja Huth eingewechselt. Pajors bis gestern letztes Spiel war das Champions-League-Finale gegen Olympique Lyon Ende August, in dem sie in der 61. Minute ausgewechselt wurde. 185 Tage sind seitdem vergangen.

Trainer Stephan Lerch freute sich für seine Torjägerin: "Für sie war es jetzt vom Kopf her auch wichtig, ein paar Minuten zu bekommen. Sie hatte dazu direkt ein paar Aktionen und hat angedeutet, mit ihrem Tempo und den Wegen in den Tiefen, was sie ausmacht." Das, so Lerch, "wird uns in den nächsten Wochen sicherlich weiterhelfen. Das ist ihr Spiel und da werden wir weitermachen. Das war ein erster, guter Schritt."

Zum Spiel sagte er: "Ich habe gemischte Gefühle. Das Positive ist, dass wir zu Null gespielt haben. Das, neben dem Sieg, war auch ein Ziel - das konnten wir erreichen. Zum Anderen muss man aber auch sagen, dass wir an der einen oder anderen Stelle Glück hatten. Ein Tor für Lilleström wäre durchaus drin gewesen." Woran das lag? "Ein paar Dinge haben mich geärgert und es gab Situationen, die wir besser lösen müssen, da haben wir uns selber in Bedrängnis gebracht. Aber nach einer Länderspielpause muss man erst einmal wieder reinfinden und wir hatten jetzt wenige Einheiten als Mannschaft", so Lerch. Das frühe Tor sei gut gewesen und "hat uns in die Karten gespielt, denn LSK war defensiver ausgerichtet als wir sie beobachtet haben. In der zweiten Halbzeit war die Spielkontrolle dann aber da und wir wussten, dass wir uns auf einem Tor nicht ausruhen dürfen und haben nachgelegt."