20. November 2020 / 17:32 Uhr

Beim SV Schmöckwitz-Eichwalde wird trainiert, bei der SG Schulzendorf nicht

Beim SV Schmöckwitz-Eichwalde wird trainiert, bei der SG Schulzendorf nicht

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Ex-Nachwuchsleiter Jan Wolter (r.) und sein Nachfolger Joachim Ermisch vor dem seit über zwei Wochen verschlossenen Sportplatz der SG Schulzendorf. 
Ex-Nachwuchsleiter Jan Wolter (r.) und sein Nachfolger Joachim Ermisch vor dem seit über zwei Wochen verschlossenen Sportplatz der SG Schulzendorf. © Oliver Schwandt
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Vereinsleben: Jan Wolter von der SGS versteht die unterschiedliche Corona-Vorgehensweise nicht.

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Die beiden Sportplätze der SG Schulzendorf und des SV Schmöckwitz-Eichwalde trennen exakt 1,5 Kilometer, doch aus sportlicher und geografischer Sicht sind derzeit beide Vereine Welten voneinander entfernt, denn Schulzendorf liegt im Bundesland Brandenburg und Schmöckwitz in Berlin. Die Fußballverbände aus den jeweiligen Ländern haben wegen der Corona-Pandemie vorerst vom 2. bis 30. November alle Partien auf Amateur-Ebene abgesetzt und auch den Trainingsbetrieb für diesen Zeitraum untersagt.

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In der Hauptstadt gibt es allerdings eine Ausnahme für Kinder bis zwölf Jahre. Diese dürfen in festen Gruppen mit bis zu zehn Kindern und einem Betreuer im Freien trainieren. „Es war eine Forderung an den Berliner Senat von uns, dass für Kinder die neuen Maßnahmen der Infektionsschutzverordnung genau geprüft werden sollen. Es ist deshalb ein wichtiger Erfolg, dass der Senat das Trainieren von Kindern weiterhin ermöglicht“, sagte BFV-Präsident Bernd Schultz.

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Neuer Nachwuchsleiter Joachim Ermisch wird derzeit eingearbeitet

Und genau diese Aussage kann der ehemalige Nachwuchsleiter der SG Schulzendorf, Jan Wolter, überhaupt nicht nachvollziehen. „Bei uns im Verein gehen viele Kinder mit welchen, die beim SV Schmöckwitz-Eichwalde Fußball spielen, auf die selbe Schule in Eichwalde. Das erkläre dann einmal den Kids, warum sie derzeit bei uns nicht dem runden Leder nachjagen können. Das ist für uns wirklich sehr unverständlich, wie unterschiedlich in den verschiedenen Bundesländern mit der Corona-Pandemie umgegangen wird“, so Wolter, der aktuell noch seinen Nachfolger Joachim Ermisch einarbeitet, der das Amt bei der SG Schulzendorf seit den Neuwahlen im September inne hat.

Derzeit verfügt die SGS über sieben Nachwuchsteams, die seit Anfang November nicht mehr trainieren dürfen. „Obwohl wir mit der derzeitigen Situation überhaupt nicht zufrieden sind, halten wir uns natürlich an die strengen Auflagen des Fußballkreises Dahme/Fläming, die uns wie allen anderen Mannschaften auferlegt worden sind“, informierte Ermisch.

Beim SV Schmöckwitz-Eichwalde, der auf Berliner Gebiet liegt, findet nach wie vor das Kindertraining bis zwölf Jahre statt. 
Beim SV Schmöckwitz-Eichwalde, der auf Berliner Gebiet liegt, findet nach wie vor das Kindertraining bis zwölf Jahre statt. © Oliver Schwandt

„Verstehen können wir es trotzdem nicht, warum jedes Bundesland sein eigenes Süppchen im Umgang mit dem Coronavirus kocht. Wir würden uns da schon freuen, wenn es bundesweit eine einheitliche Regelung für Sportvereine, was den Trainings- und Wettkampfbetrieb betrifft, geben würde“, sagte Wolter, der auch von einigen Härtefällen bei der Beitragszahlung spricht. „Natürlich konnten wir in der Lockdown-Phase im Frühjahr und auch jetzt nicht auf die Beitragszahlung der Mitglieder verzichten, da wir weiter laufende Kosten im Verein haben. Aber bei Kindern, deren Eltern zum Beispiel durch die Coronakrise in Kurzarbeit gehen mussten, haben wir den Beitrag gestundet, um den Familien ein wenig unter die Arme zu greifen“, erläuterte Wolter, der sich über die aktuelle Informationslage des Fußballkreises Dahme/Fläming ärgert. „Schon seit Wochen haben wir keine Mails mehr zum aktuellen Sachstand erhalten. Aus diesem Grund gehen wir derzeit davon aus, im Dezember wieder mit dem Training beginnen zu können.“