14. November 2020 / 17:48 Uhr

Bekommt Waspo es in den Griff? Champions-League steht auf der Kippe

Bekommt Waspo es in den Griff? Champions-League steht auf der Kippe

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bereit für die Champions: Ob Waspos Julian Real (links, gegen Spandaus Lucas Gielen) im Dezember in der Gruppenphase spielen kann, steht noch nicht fest.
Bereit für die Champions: Ob Waspos Julian Real (links, gegen Spandaus Lucas Gielen) im Dezember in der Gruppenphase spielen kann, steht noch nicht fest. © imago images/Camera 4
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Mitte Dezember soll es eigentlich wieder losgehen in der Wasserball-Champions-League. Doch die steht wegen der Corona-Pandemie auf der Kippe. Derweil trainiert Waspo 98 Hannover normal weiter. "Die Perspektivlosigkeit ist das Schlimmste momentan“, sagt Coach Karsten Seehafer.

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In eine Blase abtauchen, Corona hinter sich lassen und Champions League spielen. So wünschen sich das die Wasserballer von Meister Waspo 98 Hannover. Zwar ist es erst Mitte Dezember mit den ersten drei Spieltagen so weit, die in Budapest hintereinander ausgetragen werden sollen, aktuell laufen aber be­reits die beiden Qualifikationsturniere in Syrakus und Budapest, wo noch zwei Teilnehmer der Gruppenphase ermittelt werden. Das sind gewissermaßen Testballons des europäischen Verbandes LEN, ob die Blase hält. „Wenn die LEN das schafft, sehe ich uns im Dezember spielen. Das Hygienekonzept steht ja offenbar“, sagt Waspo-Coach und Mäzen Karsten Seehafer. Angesichts einiger Corona-Fälle bei den Teams in der Qualifikation ist er jedoch skeptisch. Zudem reisten zwei Teams nicht zur Quali an: Der griechische Vertreter Ydraikos und Enka aus der Türkei begründeten das mit Problemen bei der Anreise, beide wurden disqualifiziert.

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Bisher ist Waspo von der Pandemie verschont geblieben, das Team trainiert wie gewohnt im Sportleistungszentrum. „Eigentlich ist alles ganz normal. Nur dass wir keine Spiele haben“, so Seehafer. Der Bundesliga-Start ist wegen der Pandemie ins nächste Jahr verschoben worden. Vor März dürfte es nicht losgehen. „Für unseren Sport ist das nicht gut, es gibt keine Schwimmausbildung in den Vereinen, keine Nachwuchsarbeit und nichts. Diese Perspektivlosigkeit ist das Schlimmste momentan“, sagt Seehafer.

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"Sorgen für größtmögliche Sicherheit"

Für Waspos Profis immerhin gibt es die Aussicht auf die Champions League. Die Hannoveraner haben es in Gruppe B im ersten Ab­schnitt mit CN Barceloneta, Jadran Herceg Novi aus Montenegro sowie Titelverteidiger Ferencváros Budapest zu tun. „Uns fehlen noch viele Infos. Ich nehme an, wir spielen in der Duna-Arena, da passen 5000 Zu­schau­er rein, Platz wäre also in der Halle genug“, so Seehafer. Die weiteren Abschnitte der Gruppenphase sind vom 1. bis zum 5. März und vom 19. bis zum 22. April anberaumt. Wo, steht noch nicht fest.

Waspo ist als Ausrichter des Final-8-Turniers im Juni zwar gesetzt, „ob und wie wir das realisieren können, weiß ich aber nicht“, betont Seehafer. Die Blase für ein solches Turnier müsste schon recht groß sein. Klar ist: Die LEN hat Fernsehverträge abgeschlossen, ihr ist daran gelegen, dass die Champions League gespielt wird. „Wir bereiten uns auf jeden Fall so vor, als ob alles normal laufen wird“, sagt Seehafer.

Dazu gehören auch Testspiele gegen die deutsche Nationalmannschaft, die sich in der nächsten Woche zu einem Lehrgang in Warendorf trifft. Drei Partien zwischen Waspo und dem DSV-Team sind im nördlichen Nordrhein-Westfalen vom 20. bis 22. November geplant. „Wir testen natürlich vorher alle durch und sorgen für größtmögliche Sicherheit“, sagt Seehafer. Er glaubt, dass Waspo auch die zweite Welle der Pandemie überstehen werde: „Aber ich denke da an die anderen Vereine, auch die Teams in der Bundesliga. Die Gefahr in dieser Krise für sie ist groß.“