07. Januar 2021 / 22:31 Uhr

"Belastung ist Wahnsinn" - Ex-Trainer Funkel über die Termin-Flut beim FC Bayern und die Rolle von Kimmich

"Belastung ist Wahnsinn" - Ex-Trainer Funkel über die Termin-Flut beim FC Bayern und die Rolle von Kimmich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Friedhelm Funkel sieht Joshua Kimmich bei den Bayern als wichtigen Baustein.
Friedhelm Funkel sieht Joshua Kimmich bei den Bayern als wichtigen Baustein. © imago images/Sven Simon/Montage
Anzeige

Die erste Jahreshälfte ist für viele Top-Klubs vollgepackt mit englischen Wochen. Auch der FC Bayern ist einer enormen Belastung ausgesetzt. Trainer-Legende Friedhelm Funkel spricht im "Sky"-Interview über mögliche Folgen und den Stellenwert von Spielern wie Joshua Kimmich.

Anzeige

Die straffe Terminplan der Profi-Vereine ist aufgrund der Corona-Krise zu einer Herausforderung geworden. Gerade internationale Top-Klubs, die mit Champions und Europa League zusätzlich belastet werden, müssen mit ihren Kräften haushalten. Der FC Bayern bat beispielsweise mit Erfolg um die Verschiebung des Drittrunden-Spiels im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel (13. Januar). Friedhelm Funkel sieht den deutschen Rekordmeister in einer Ausnahmesituation. "Die Spieler werden so hoch belastet wie bei keinem anderen Verein", erklärte der ehemalige Bundesliga-Trainer, der vor der Verpflichtung von Schalke-Coach Christian Gross mit dem Revierklub in Verbindung gebracht wurde, im Sky-Interview.

Anzeige

Früher oder später könnten auf die Münchener aus Sicht des der Fußball-Lehrers Folgen der hohen Belastung zukommen. Sorge bereitet ihm dabei gerade die entscheidende Phase in den drei großen Wettbewerben. "Das Kraftproblem könnte vielleicht im Frühjahr oder am Anfang des Sommers kommen", so Funkel. "Ich wünsche es den Bayern nicht, und kann es mir auch schlecht vorstellen. Aber diese Belastung für die Spieler, die ja auch in der Nationalmannschaft sind und Champions League spielen, ist schon Wahnsinn."

Mehr vom SPORTBUZZER

Funkel: Spieler wie Kimmich nur schwer zu ersetzen

Für umso bedeutender empfindet Funkel daher die gesundheitliche Verfassung der Topspieler des Rekordmeisters. Dazu zählt der 67-Jährige auch Joshua Kimmich, der erst zum Jahresabschluss im Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen (2:1) nach einem Meniskusschaden und mehrwöchiger Zwangspause sein Comeback gab. "Es gibt Spieler bei jedem Verein, die einfach nicht zu ersetzen sind, obwohl der Kader unglaublich gut ist", erklärte Funkel. "Diese Spieler müssen gesund bleiben. Wenn ich da bei den Bayern an Kimmich, Lewandowski oder Neuer denke."

Auf diese Spieler komme es an, wenn "in dem einen oder anderen Spiel vielleicht auch mal die Kraft fehlt." Die Vielseitigkeit Kimmichs sieht Funkel dabei als einen großen Pluspunkt des 25-Jährigen, der bei den Bayern sowohl auf der Sechserposition als auch auf der rechten Abwehrseite spielen kann. "Kimmich mosert nicht und meckert nicht", zeigt sich Funkel von der Mentalität des Ex-Leipzigers beeindruckt - auch wenn dieser wie gegen Mainz (5:2) während der Partie umgestellt wird. "Der stellt sich dahin, weil er weiß, dass das in den 45 Minuten das Beste für den FC Bayern ist. Wenn diese Spieler gesund bleiben, dann hast du immer die Möglichkeit, auch darum herum zu wechseln." Doch die Personalsorgen bei den Bayern nehmen trotz des fitten Kimmichs schon jetzt zu. Zuletzt erwischte es Flügelspieler Serge Gnabry.