02. Juli 2021 / 22:56 Uhr

Belgien verliert hochklassiges Giganten-Duell: Barella und Insigne schießen Italien ins EM-Halbfinale

Belgien verliert hochklassiges Giganten-Duell: Barella und Insigne schießen Italien ins EM-Halbfinale

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Beim letzten EM-Spiel in München setzte sich Italien gegen Belgien durch.
Beim letzten EM-Spiel in München setzte sich Italien gegen Belgien durch. © Getty
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Im letzten EM-Spiel in München sahen die Zuschauer ein spannendes Viertelfinale, an dessen Ende sich Italien im Duell der Favoriten gegen Belgien ein Ticket für die Runde der letzten Vier eroberte. Überschattet wurde der Erfolg der Squadra Azzurra, die nun auf Spanien trifft, von der mutmaßlich schweren Verletzung Leonardo Spinazzolas.

Dieses Spiel hatte es in sich! Italien hat das Giganten-Duell im EM-Viertelfinale gegen Belgien mit 2:1 (2:1) für sich entschieden. Vor knapp 15.000 Zuschauern in München genügten der Treffer von Nicolo Barella (31. Minute) und ein Traum-Schlenzer von Lorenzo Insigne (44.) zum Halbfinal-Einzug. Die von Roberto Martinez trainierten Belgier konnten durch einen Elfmeter-Treffer von Romelu Lukaku (45.+2) zwar noch den Anschluss wiederherstellen, schafften es trotz einer druckvollen zweiten Halbzeit nicht mehr, immerhin noch die Verlängerung zu erreichen. Am Dienstag trifft Italien nun im Halbfinale in London auf Spanien, das die Schweiz per Elfmeterschießen aus dem Turnier warf.

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Die Fans in der Münchner EM-Arena sahen zunächst eine der besten Halbzeiten dieses Turniers. Sowohl Italien als auch Belgien gaben von Beginn an alles und suchten ihr Glück in der Offensive. Den Red Devils gelang dies auch ohne Real-Madrid-Star Eden Hazard. Beim Offensivspieler war im Vorfeld von einer Muskelverletzung die Rede - er stand gar nicht erst im Kader. Kevin De Bruyne schaffte es trotz Sprunggelenks-Blessur dagegen sogar die die Startelf. Das spielerische Kommando übernahmen allerdings sofort die Italiener, für die Verteidiger und Kapitän Giorgio Chiellini nach überstandener Muskelverletzung zurückkehrte. Die Offensivbemühungen sollten sich auch in der 13. Minute vermeintlich auszahlen: Leonardo Bonucci traf nach Freistoß im Gewühl mit dem Bauch - stand, wie der Videoschiedsrichter nach dem kurzen italienischen Jubel bestätigte, allerdings im Abseits.

Vertonghen-Patzer leitet Tor-Show ein: Barella trifft

Das erste Ausrufezeichen einer aufregenden Partie, die alles hielt, was sie versprach. Kurz nach dem Abseits-Tor wurde Italien-Keeper Gianluigi Donnarumma das erste Mal wirklich geprüft. Einen Fernschuss von De Bruyne fischte der nach seinem Vertrags-Aus bei der AC Mailand aktuell vereinslose Keeper aus dem Winkel (22.). Vier Minuten später war Donnarumma dann bei einem Flachschuss von Lukaku rechtzeitig unten. Dann begann die Tor-Show in München - ausgelöst durch einen schweren Abwehr-Patzer von Jan Vertonghen, der sich im Strafraum verdribbelte. Barella versenkte den hergeschenkten Ball nach Vorlage von Marco Verratti (31.). Die Azzurris von Trainer Roberto Mancini waren nun völlig am Drücker. Mutig, mutiger - Italien, war die Devise, die Insigne gegen zu passive Belgier umsetzte. Per feinem Schlenzer aus gut 20 Metern zauberte der "Messi vom Vesuv" den Ball zum 2:0 ins Tor (44.).

Wer jetzt dachte, dass sie grandiose Halbzeit gelaufen wäre, sah sich getäuscht. Der slowenische Schiedsrichter Slavko Vincic zeigte nach einem Rempler von Giovanni Di Lorenzo auf den Elfmeterpunkt - eine strittige Entscheidung, die ZDF-Co-Kommentator Sandro Wagner als "Witz" bezeichnete. Lukaku verwandelte zum 1:2-Anschlusstreffer (45.+2). Danach ging es im Wahnsinns-Kick erstmal in die Pause.

Partie auch nach der Pause stark - Spinazzola-Verletzung schockt Italien

Die Partie konnte nur noch schlechter werden - sie tat es jedoch nicht. Weiter ging es auf beiden Seiten heiß her. Und Belgien war drauf und dran, den Ausgleich zu erzielen. Nach Querpass von De Bruyne im Strafraum verhinderte Leonardo Spinazzola per Oberschenkel den sicheren Treffer von Lukaku, der am langen Pfosten nur noch einschieben musste (61.). Die italienischen Verteidiger feierten die Tor-Verhinderung wie einen eigenen Treffer. Es ließ sich jedoch nicht verhehlen, dass die Belgier am Drücker waren. Der gerade erst eingewechselte Nacer Chadli steckte den Ball in die Mitte des italienischen Strafraums durch, wo Lukaku und De Bruyne nur knapp verpassten (70.). Eine Riesen-Chance - und zugleich eine der letzten Aktionen Chadlis, der kurz darauf verletzt ausgewechselt werden musste.

Noch schlimmer erwischte es jedoch Spinazzola. Der Abwehr-Held verletzte sich ohne Fremdeinwirkung im Lauf-Duell mit Thorgan Hazard offenbar schwerer und musste vom Platz getragen werden. Eine Szene, die zunächst für einen Bruch im Spiel sorgte. Die lange Verletzungs-Unterbrechung tat dem Spielfluss nicht gut. Der Druck Belgiens flachte ab. Italien konzentrierte sich nur noch auf die Defensive - und schaffte es, den knappen Vorsprung mit einer echten Kraftleistung über die Zeit zu bringen.