10. Juli 2020 / 16:51 Uhr

Schneller als Juventus Turin damals: Wolfsburgs Oliver Kragl ist zurück in der Serie A!

Schneller als Juventus Turin damals: Wolfsburgs Oliver Kragl ist zurück in der Serie A!

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mit Benevento wieder erstklassig: Der Wolfsburger Profi Oliver Kragl (l.) feierte mit seinem Team den Aufstieg in Italiens Top-Liga.
Mit Benevento wieder erstklassig: Der Wolfsburger Profi Oliver Kragl (l.) feierte mit seinem Team den Aufstieg in Italiens Top-Liga. © Getty Images
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Wolfsburg ist zurück in der Serie A! Oliver Kragl und Benevento Calcio haben in Italiens zweiter Liga den Aufstieg perfekt gemacht, sind ab der kommenden Saison wieder erstklassig - und der gebürtige Wolfsburger freut sich besonders auf einen Gegenspieler.

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Schon vor der Corona-Pause war Beneventos Vorsprung riesig, Verfolger Crotone FC lag bereits 20 Punkte zurück. Dann bremste das Virus die komplette Welt aus, Italien war besonder schwer betroffen, verhängte wochenlange Ausgangssperren - der Wolfsburger Profi fühlte sich "wie im Gefängnis." Nach dem 4:0-Erfolg gegen Delfino Pescara am 8. März war vorerst Schluss mit Fußball.

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Erst im Juni konnte die Serie B ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen, und Kragls Team, trainiert von Italien-Legende Filippo Inzaghi, machte dort weiter, wo es aufgehört hatte: Zum Re-Start gab's einen 1:0-Erfolg bei US Cremonese. "Ich war erleichtert, wieder auf dem Platz zu stehen und zum Beispiel beim Training wieder einen Ball zu schießen", erzählt Kragl, der dank seiner Frau Alessia Macari zumindest nicht allein daheim sitzen musste. "Das fehlte einfach. Wir konnten ja nichts machen, außer mit Genehmigung einkaufen zu gehen."

Schneller als Juventus

Umso größer die Erleichterung, als es endlich wieder losging. Beneventos 1:0 in Cremonese folgten ein 0:0 bei Empoli FC und ein 1:0 bei Juve Stabia trotz 65-minütiger Unterzahl - und der Titel war perfekt. "Acht Spieltage vor Schluss Meister - wir waren schneller als Juventus Turin, als es nach dem Zwangsabstieg in der Serie B gespielt hat", freut sich Kragl. Juve war 2007 drei Spieltage vor Schluss durch, hatte am Ende der Saison 85 Punkte auf dem Konto - diese Marke kann Kragl mit Benevento noch knacken: Sechs Partien stehen noch aus, 76 Zähler konnte der Meister bereits holen. "Eine krasse Sache", findet der 30-Jährige.

Oliver Kragl und Benevento Calcio sind zurück in der Serie A.

Oliver Kragl und Benevento Calcio sind zurück in der Serie A. Zur Galerie
Oliver Kragl und Benevento Calcio sind zurück in der Serie A. © Getty Images

Aufstiegsfeier in Corona-Zeiten "trotzdem geil"

Eine Aufstiegsfeier durfte trotz Corona nicht fehlen. "Es wäre schöner gewesen, schon früher aufzusteigen. Dann hätten alle unsere Fans kommen können", so Kragl. Mit offenen Bussen fuhr das Team durch die Stadt, "es waren aber auch so Tausende Leute da - es war trotzdem geil!" Zwei Jahre nach Beneventos Abstieg aus der Serie A ist das Team also wieder da. Kragl selbst hat zuletzt ebenfalls 2018 in der Top-Liga Italiens gespielt, damals aber noch für Mitaufsteiger Crotone.

Mehr heimischer Fußball

Der Wolfsburger spielt in der kommenden Saison also in Legendären Arenen wie dem San Siro in Mailand und gegen Stars wie Cristiano Ronaldo oder Sami Khedira - auf einen ist er aber besonders heiß: "Ich freue mich auf Zlatan Ibrahimovic - wenn er denn bleibt." Der Stürmer des AC Mailand "ist für mich ein Gott. Sein Trikot will ich unbedingt haben", sagt Kragl. Medienberichten zufolge soll der 38-Jährige nach der aktuellen Spielzeit aber in seine Heimat Schweden zurückkehren - "wenn das wirklich stimmt, wäre das echt schade, dann wäre ich echt enttäuscht. Aber erst mal warten wir ab, wie die Saison zu Ende geht."

Ein Jahr ohne Heimat-Besuch

Das kann sie für Kragl nun gar nicht schnell genug. "Es fehlt nur noch eins: Nach Hause zu fahren", sagt der Linksfuß. Seit einem Jahr sei kein Urlaub mehr drin gewesen, in der Heimat war Kragl entsprechend lange nicht - "ich freue mich auf den wohlverdienten Urlaub und endlich mal wieder Familie und Freunde in Deutschland sehen zu können." Immerhin: Lange muss sich der 30-Jährige nicht mehr gedulden. "Unser letztes Spiel haben wir am 31. Juli oder am 1. August, das steht noch nicht fest." Und danach geht es möglichst bald heim nach Wolfsburg.