29. Mai 2020 / 17:21 Uhr

Benjamin Ziege: Heinzelmännchen an der Platte des Ludwigsfelder TTC

Benjamin Ziege: Heinzelmännchen an der Platte des Ludwigsfelder TTC

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Ehrung, wem Ehrung gebührt: Benjamin Ziege (r.) bei einem Wettkampf mit dem Team des Ludwigsfelder TTC.
Ehrung, wem Ehrung gebührt: Benjamin Ziege (r.) bei einem Wettkampf mit dem Team des Ludwigsfelder TTC. © Privat
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Tischtennis: Ehrenamtler des Ludwigsfelder TTC wird als Sympathiegewinner des Jahres 2019 geehrt.

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Das Schreiben war hochoffiziell und die Überraschung groß, als Benjamin Ziege von seiner Ehrung erfuhr – damit hatte er nicht gerechnet. „Ich war natürlich sehr perplex. Ich wusste ja nichts davon, dass ich vorgeschlagen wurde“, erinnert sich der Nachwuchstrainer des Ludwigsfelder Tischtennis-Clubs. „Im ersten Moment war es mir sogar etwas unangenehm, weil ich nicht wirklich gerne im Mittelpunkt stehe. Aber insgesamt hab ich mich natürlich dann trotzdem gefreut, etwas Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit zu erhalten.“

Der Hintergrund: Der Landessportbund Brandenburg hatte bei der Aktion „Sympathiegewinner 2019“ erneut dazu aufgerufen, besonders engagierte Ehrenamtler vorzuschlagen. „Erst das Engagement der ehrenamtlichen Helfer, Platzwarte, Trainer, Betreuer oder auch Vorstandsmitglieder ermöglicht es den Sportlerinnen und Sportlern, ihr Können unter Beweis zu stellen“, heißt es in der Ausschreibung, „gesucht werden Freiwillige, die tagtäglich mit großem Einsatz voran gehen. Frauen und Männer, die mit ihrem Engagement auch andere mitreißen und ihre Aufgabe und den Sport über sich selbst stellen.“

Mehr Sport aus der Region

Sportliche Heinzelmännchen wie Benjamin Ziege eben, den der LTTC ohne sein Wissen im vergangenen Herbst mit einer Bewerbung ins Rennen geschickt hatte. Eine offizielle Ehrung der Nominierten ist wegen der weltweiten Corona-Pandemie nicht vorgenommen worden, aber im kleinen Kreis, mit den wichtigsten Mitstreitern, soll in dieser Woche der Preis übergeben werden. Beim Ludwigsfelder Tischtennis-Club, dort, wo Benjamin Ziege seit Langem an allen Ecken und Enden hilft. „Er ist in den letzten Jahren zu einer wichtigen Stütze der Jugendarbeit geworden“, sagt Jugendleiterin Elisa Ruden. „Mit seinem großen Engagement hilft er dem Verein, wo er nur kann. Wann immer Benjamin gebraucht wird, ist er zur Stelle. Die Betreuung der Kinder und Jugendlichen liegt ihm sehr am Herzen. Für ihn ist kein Weg zu weit, um unseren Nachwuchs sportlich und emotional zu unterstützen.“

Keine Selbstverständlichkeit, aber für den 26 Jahre alten Benjamin Ziege seit Langem eine Herzensangelegenheit. „Der Tischtennis-Sport ist meine Leidenschaft, sonst könnte ich mich natürlich nicht so engagieren. Aber klar sind mir auch die Kinder sehr wichtig. Ich freue mich, wenn wir mit den Kids und Jugendlichen sportliche Erfolge feiern können. Egal, ob es bei einem großem Turnier ist oder ob es sich um einen Trainingserfolg, zum Beispiel einen erlernten Aufschlag, handelt. Diese Erfolgserlebnisse sind für mich die schönsten Momente im Trainer-Dasein.“

Seit 2014 als Trainer beim Ludwigsfelder TTC tätig

Seine Laufbahn als Trainer hatte Benjamin Ziege, der seine sportliche Heimat seit 2012 beim Tischtennis-Traditionsclub in der Autobauerstadt gefunden hat, vor rund sechs Jahren. „Dieser Verein bedeutet mir wirklich sehr viel. Er ist der Hauptgrund, weshalb ich vor einem Jahr aus Sperenberg nach Ludwigsfelde gezogen bin. Er ist wie eine große Familie. Vor allem bei einem nicht so populären, nicht so in der Öffentlichkeit stehenden Sport wie Tischtennis merkt man einen noch stärkeren Zusammenhalt. Genau deswegen ist das wichtigste Ziel als Trainer dort die Kinder am Ball zu halten. Es geht natürlich darum, dass die Kinder in der Freizeit sportlich aktiv sind, aber auch dass die Zukunft des Vereins gesichert ist und deswegen die Leidenschaft für diesen Sport auf die Kinder übergehen sollte.“

350 Euro gibt es für die Vereinskasse des LTTC

Die persönliche Bedeutung des mit 350 Euro für die Vereinskasse dotierten Ehrenamtspreises? „Für mich als Person bedeutet er gar nicht so viel. Ich empfinde es eher als Preis für den Verein“, stellt der Coach, der bei einer Baufirma in Ludwigsfelde als kaufmännischer Angestellter arbeitet, klar, „denn es hätten auch viele andere bei uns im Verein diesen Preis verdient.“ Typisches Ehrenamtlerdenken, nach dem Motto tue Gutes und rede nicht darüber. Bei seinem Club sieht man das ein bisschen anders.

„Mit der Nominierung zum Sportsympathieträger wollten wir als Vorstand symbolisch Danke sagen für seinen Einsatz in unserem Verein“, sagt Elisa Ruden, „wir sind stolz und froh, dass er mit diesem Preis ausgezeichnet wurde und die Anerkennung bekommt, die ihm zu steht. Dass wir wirklich so weit vorne landen, hätten wir bei so vielen Bewerbungen nicht gedacht oder erwartet. Ich denke, dass auch die anderen Nominierten den Preis verdient hätten – jeder Ehrenamtler hätte das.“