17. Mai 2021 / 20:25 Uhr

Benny Kirstens über Dynamo Dresdens Pokalspiel gegen Lok Leipzig: „Werden heiß sein“

Benny Kirstens über Dynamo Dresdens Pokalspiel gegen Lok Leipzig: „Werden heiß sein“

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Leipzig, 23.08.2020, Bruno-Plache-Stadion, Fussball, Regionalliga NO , 1. FC Lokomotive Leipzig vs. Berliner AK 2:1 0:1 , Im Bild: MDR Fußballexperte Benjamin Kirsten, EX Lok Torwart, zu Gast im Stadion. *** Leipzig, 23 08 2020, Bruno Plache Stadium, football, regional league NO , 1 FC Lokomotive Leipzig vs. Berlin AK 2 1 0 1 , In the picture MDR football expert Benjamin Kirsten, EX Lok goalkeeper, guest in the stadium
Der ehemalige Lok- und Dynamo Torhüter Benjamin Kirsten hat keinen Favoriten bei der Pokalbegegnung seiner beiden alten Vereine. © imago images/Picture Point
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Sowohl für Dynamo Dresden, als auch Lok Leipzig stand Benny Kirsten im Tor. An einen Spannungsabfall bei den Dresdnern im Pokalhalbfinale am Mittwoch glaubt der 33-Jährige nicht.

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Leipzig. Dass Maik Kischko den 1. FC Lok Leipzig einmal verlassen würde, hätte sich Benjamin Kirsten nicht vorstellen können. „Er ist ein geiler Typ, ein Unikum und eine Lok-Legende“, würdigt der ehemalige Lok-Keeper im SPORTBUZZER-Gespräch seinen früheren Torwarttrainer, der in diesem Sommer die Probstheidaer verlassen wird. „Er wird definitiv große Fußspuren hinterlassen.“

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Auch wenn es sein Traum sei, einmal als Torwarttrainer zu arbeiten, an solche Zukunftsspielchen verschwendet Kirsten derweil keine Zeit. Stattdessen schuftet der Sohn der Stürmerlegende Ulf Kirsten nach seiner im Profifußball einmaligen Meniskustransplantation weiterhin in der Reha, um wieder fit zu werden. Vorschnelle Schlüsse zu einem möglichen Comeback kann und möchte der 33-Jährige nicht ziehen. „Dafür sind die Erfahrungen nach einem solchen Eingriff zu gering, vor allem im Leistungssport“, erklärt er.

Enger Draht nach Probstheida

Im Juni 2020 ließ er daher seinen Vertrag beim 1. FC Lok Leipzig nach vier Jahren auslaufen. Seine ehemaligen Weggefährten, von denen aktuell noch sieben aus der gemeinsamen Zeit in Probstheida angestellt sind und zu denen er noch einen engen Draht habe, werden sich am Mittwoch im Sachsenpokal-Halbfinale gegen Zweitligaaufsteiger SG Dynamo Dresden an der Sensation versuchen. Das erste Profi-Sachsenderby der jüngeren Lok-Vereinsgeschichte ist dabei das erste Pflichtspiel für die Leipziger Viertligisten seit fast sieben Monaten.



Fielo und Benny nach dem Abschied mit Megaphon auf dem Capo-Turm mit Capo Lehmann; Verabschiedung der Fanlieblinge Benjamin Kirsten und Cristian Fiel; SG Dynamo Dresden - FC Hansa Rostock; 23. Mai 2015
Verabschiedung der Fanlieblinge: Benjamin Kirsten und Cristian Fiel nach dem Abschied mit Megaphon auf dem Capo-Turm mit Capo Lehmann am 23. Mai 2015. © Dehli-News / Frank Dehlis

„Es wird spannend sein, in welcher Verfassung Lok sich präsentieren wird. Die wenigen Chancen, die sie bekommen werden, müssen sie nutzen“, prognostiziert Kirsten. Für den gebürtigen Riesaer ist die Partie von besonderer Bedeutung – auch für die Landeshauptstädter schnürte er die Schuhe. Von 2008 bis 2015 stand er im Dresdner Kasten und wurde dabei in der Zweitliga-Saison 2012/13 vom Fachmagazin Kicker zum Spieler mit dem besten Notenschnitt gekürt.

Keinen Favoriten

Bei beiden Stationen spielte er zusammen mit Sascha Pfeffer. Loks 34-jähriger Offensivmann, von 2007 bis 2012 für die SG am Ball, könnte die vakante Zehnerposition von Paul Schinke ausfüllen, genauso dessen Kapitänsamt. „Ich gönne ihm diese Partie und hoffe, dass er Gesicht des Spiels wird“, freut sich „Benny“ Kirsten für seinen Kumpel und dessen spezielles Match.

Einen Favoriten im Herzen hat der in Riesa geborene Familienvater in dem Pokalspiel jedoch nicht. „Ich sehe es ganz neutral, weil es einfach ein tolles Duell ist“, sagt Benjamin Kirsten. Dass die Dynamos wegen des sicheren Aufstieges am Mittwoch (15.30 Uhr, Bruno-Plache-Stadion/live im MDR) einen Gang runterschalten werden, glaubt er nicht. Ganz im Gegenteil: „Wenn man jetzt die Chance hat, den Pokal und eventuell auch noch die Meisterschaft zu holen, dann will man sich das nicht nehmen lassen.“ Auch wenn nach dem Sonntag vielleicht „der ein oder andere mit Kopfschmerzen anreisen wird, sie werden heiß sein.“

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Kopfschmerzen bereiteten am Wochenende nicht nur etwaige genossene Kaltgetränke, sondern auch die heftigen Ausschreitungen und Randale nach dem feststehenden Aufstieg rund um das Rudolf-Harbig-Stadion. „Das ist ein sehr sensibles Thema. Die Mannschaft hat das sehr mitgenommen, man hat schon gespürt, dass die Stimmung dadurch getrübter war“, sagt Benjamin Kirsten, der sich nun eine neutrale und saubere Aufarbeitung der Vorgänge wünscht. „Es gibt viele verschiedene Aussagen. Aber ganz klar ist: Solche Szenen wie am Sonntag sind immer schlecht für die Stadt und den Verein und die dritte Liga.“