08. August 2019 / 19:42 Uhr

Berater von Daniel Frahn erwägt rechtliche Schritte gegen CFC-Kündigung

Berater von Daniel Frahn erwägt rechtliche Schritte gegen CFC-Kündigung

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Am 9. März 2019 hielt Daniel Frahn ein T-Shirt mit der Aufschrift Support your local hools (Unterstütze deine lokalen Hools) hoch. Im Vorfeld des Spiels gegen die VSG Altglienicke wurde ein verstorbener Hooligan und Rechtsextremist geehrt.
Der Chemnitzer FC trennte sich am 5. August mit sofortiger Wirkung von Kapitän Daniel Frahn. © Imago
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3. Liga: Nach der Entlassung von Kapitän Daniel Frahn beim Chemnitzer FC wegen einer möglichen Nähe zur rechten Szene steht eine Klage gegen den Chemnitzer FC im Raum. Ein Arbeitsrechtsexperte sieht allerdings geringe Erfolgsaussichten.

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Nach der Entlassung von Daniel Frahn beim Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC erwägt dessen Berater rechtliche Schritte. „Man muss sowieso dagegen vorgehen“, sagte Daniel Scheinhardt, der Frahn für die Beraterfirma Coaches & More vertritt, auf die Frage, ob dieser gegen die Kündigung klagen werde. Weitere Auskunft wollte Scheinhardt auf SPORTBUZZER-Nachfrage nicht geben. Der CFC hatte sich am Montag mit sofortiger Wirkung von seinem Kapitän getrennt und diesem eine Nähe zur rechten Szene vorgeworfen. Der gebürtige Potsdamer hat sich dazu bislang noch nicht geäußert. Scheinhardt wollte keine Auskunft darüber geben, ob und wann eine Stellungnahme erfolgt.

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Für eine mögliche Klage von Seiten Frahns sieht Robert von Steinau-Steinrück allerdings geringe Erfolgsaussichten. „Die Chancen, dass die Kündigung des Vertrags von Herrn Frahn wirksam ist, stehen durchaus nicht schlecht. Ein Grund zur Kündigung kann vor allem darin bestehen, dass der Spieler seine Rücksichtnahmepflichten gegenüber dem Chemnitzer FC verletzt hat. Das folgt insbesondere daraus, dass Herr Frahn dem Verein offensichtlich einen massiven Reputationsschaden zugefügt hat“, sagte der Honorarprofessor der Universität Potsdam, der als Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin arbeitet, auf SPORTBUZZER-Nachfrage.

Erfolgsaussichten bei Klage nicht allzu hoch

„Durch das Zeigen seiner Sympathien gegenüber Rechtsextremisten hat Herr Frahn außerdem die erhebliche Gefahr begründet, dass der Betriebsfrieden beim Chemnitzer FC gestört ist beziehungsweise wird. Vor allem als Kapitän ist er dafür verantwortlich, den Zusammenhalt seines Teams sicherzustellen – ihm kommt eigentlich eine Vorbildfunktion zu. Dieser Rolle hat er alles andere als entsprochen“, führt von Steinau-Steinrück von der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH aus. Zwar sei es schwer abzuschätzen, wie ein Gericht tatsächlich entscheiden würde, aber: „Die Erfolgsaussichten für eine eventuelle Kündigungsschutzklage von Herrn Frahn sind jedenfalls als nicht allzu hoch einzuschätzen.“

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Der Fachanwalt ergänzte zudem: „Die Frage, ob der Chemnitzer FC auch gesellschaftspolitisch richtig gehandelt hat, fließt im Fall von Herrn Frahn durchaus in die rechtliche Beurteilung der Kündigung mit ein. Jeglicher Rassismus und jegliche Fremdenfeindlichkeit sind strikt abzulehnen. Der Chemnitzer FC tut gut daran, solches Verhalten nicht zu tolerieren, sondern konsequent zu sanktionieren.“

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