02. August 2021 / 19:05 Uhr

Belarussische Olympia-Sprinterin Timanowskaja erhält polnisches Visum

Belarussische Olympia-Sprinterin Timanowskaja erhält polnisches Visum

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kristina Timanowskaja ersucht offenbar Asyl in Polen.
Kristina Timanowskaja ersucht offenbar Asyl in Polen. © AP/dpa
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Die belarussische Olympia-Sprinterin Kristina Timanowskaja hat das polnische Visum erhalten. Die 24-Jährige sollte nach Einschätzung der Opposition von den autoritären Behörden aus Japan entführt werden.

Die belarussische Olympia-Sprinterin Kristina Timanowskaja hat in der polnischen Botschaft in Tokio ein humanitäres Visum erhalten. Die Sportlerin, die nach Einschätzung der Opposition von den autoritären Behörden ihres Landes aus Japan entführt werden sollte, hatte sich dazu am Montag in Polens Vertretung in Tokio eingefunden. "Polen wird alles Nötige tun, um ihr bei der Fortsetzung ihrer sportlichen Karriere zu helfen", schrieb Vize-Außenminister Marcin Przydacz am Montag bei Twitter. Polen stünde "für Solidarität", fügte der Spitzenpolitiker hinzu.

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Die EU-Kommission begrüßte am Montagabend das polnische Visum für Timanowskaja und begrüßte die Unterstützung der Sportlerin durch Mitgliedsstaaten der europäischen Union. Der Versuch, sie mit Gewalt in ihr Heimatland zu bringen, sei ein weiteres Beispiel dafür, mit welcher Brutalität das Regime von Machthaber Alexander Lukaschenko die Menschen in Belarus unterdrücke, sagte Kommissionssprecherin Nabila Massrali der Zeitung Welt.

Neben Polen hatten auch Tschechien und Slowenien der 24-Jährigen Asyl angeboten. Timanowskaja hatte in einem Video, das die oppositionelle belarussische Athletenvertretung Belarusian Sport Solidarity Foundation (BSSF) am Sonntag veröffentlichte, erklärt, sie habe gegen ihren Willen aus Japan ausgeflogen werden sollen. Grund sei öffentliche Kritik an belarussischen Sportfunktionären gewesen.

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Timanowskaja laut IOC in "sicherer Umgebung"

Die Sprinterin hatte den Flug verweigert, sich an die japanische Polizei gewendet und dann die Nacht in einem Hotel am Tokioter Flughafen Haneda verbracht. Nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees ist sie in einer „sicheren Umgebung“.

Polen bot Timanowskaja am Sonntagabend ein humanitäres Visum an. Sein Land sei bereit zu helfen, schrieb Vize-Außenminister Marcin Przydacz bei Twitter. "Sie hat die freie Wahl, ihre sportliche Karriere in Polen fortzusetzen, wenn sie sich dafür entscheidet", führte der Politiker weiter aus.