16. Mai 2019 / 10:20 Uhr

Bericht: Berlins Innensenator bringt Flughafen Tegel für Stadionneubau von Hertha BSC ins Gespräch

Bericht: Berlins Innensenator bringt Flughafen Tegel für Stadionneubau von Hertha BSC ins Gespräch

dpa
Berlins Innensenator Andreas Geisel hat den Flughafen Tegel als neuen Standort für ein Fußballstadion von Hertha BSC ins Gespräch gebracht.
Berlins Innensenator Andreas Geisel hat den Flughafen Tegel als neuen Standort für ein Fußballstadion von Hertha BSC ins Gespräch gebracht. © Paul Zinken/dpa und Ole Spata/dpa
Anzeige

Bundesliga: Hertha BSC will im Jahr 2025 den aktuellen Mietvertrag für das Olympiastadion beenden und eine neue, reine Fußballarena bauen.

Anzeige
Anzeige

Der Berliner Senat hat in der Debatte über einen Stadion-Neubau des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC einen neuen Vorschlag unterbreitet - einen Standort auf dem in Zukunft geschlossenen Flughafen Tegel. „Wenn Hertha einen Neubau in Berlin will, wäre der Flughafen Tegel ein Standort“, erklärte Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) in der „Bild“-Zeitung (Donnerstag). Diesen Plan bestätigte der Sprecher der Berliner Innenverwaltung, Martin Pallgen, der dpa. Ob Tegel aufgrund verschiedener Faktoren überhaupt als Stadion-Standort geeignet wäre, ist aber nicht nur wegen der derzeitigen Verkehrsanbindung noch nicht gänzlich geklärt. „Es müsste dann geprüft werden“, sagte Geisel.

Hertha reagierte zunächst positiv auf den Vorschlag: „Es ist ein gutes Signal, dass die Landesregierung die Bedeutung einer eigenen Arena für Hertha BSC anerkennt“, sagte Pressesprecher Marcus Jung, „gemeinsam mit den Beteiligten aufseiten des Senats werden wir die Idee, auf dem Gelände des Flughafens Tegel eine Arena in der entsprechenden Größe zu errichten, gerne ernsthaft prüfen.“ Für eine detailliertere Einschätzung sei es aber noch zu früh.

Diese Vorschläge für ein Hertha-Stadion wurden bereits gemacht.

Bei der Präsentation der Standortanalyse am 30. März 2017 wurde auch eine Neubauvariante im brandenburgischen Ludwigsfelde gezeigt. Zur Galerie
Bei der Präsentation der Standortanalyse am 30. März 2017 wurde auch eine Neubauvariante im brandenburgischen Ludwigsfelde gezeigt. © Verein
Anzeige

Der Bundesligist hatte den Flughafen Tegel bei der Suche nach einem geeigneten Ort für den Bau einer rein privat finanzierten Fußball-Arena mit geprüft, dann aber nicht weiter verfolgt. Für Hertha kam bislang nur ein Neubau im Olympiapark infrage, nachdem die Alternative Ludwigsfelde von den Mitgliedern abgewählt wurde. „Bevor in Tegel irgendetwas passieren kann, müssten die Flugzeuge erst einmal umziehen. Wir wollen 2025 fertig sein“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz jüngst im Fußball-Fachmagazin „Kicker“.

Der neue Hauptstadtflughafen BER soll nach mehrmaliger Verschiebung des Eröffnungstermins im Oktober 2020 öffnen. Tegel soll spätestens ein halbes Jahr später geschlossen werden, also aktuell im März 2021. Das wäre für Hertha zu kurz. Geplant ist, spätestens Anfang 2022 mit dem Bau des neuen Stadions zu beginnen. Aufgrund „dieser Zeitachse und der fehlenden Infrastruktur“ sei Tegel „keine unmittelbare Möglichkeit für uns“, hatte Preetz noch vor zehn Tagen erklärt.

Tegel wäre erst 2027/28 möglich

Auch Geisel hält die Lösung Tegel bis 2025 nicht für realisierbar, „das wäre erst 2027/28 möglich“. Der Sportsenator will bis dahin „mit Hertha Vereinbarungen treffen, um dem Verein den Aufenthalt im Olympiastadion angenehmer zu machen“. Dazu soll eine neue Beleuchtung gehören, mit der die Arena wahlweise blau (bei Hertha-Spielen) oder grün (bei DFB-Veranstaltungen wie dem Pokalfinale) erstrahlen soll. Die Rede ist von 40 Millionen Euro, die der Senat investieren will - auch mit Blick auf die Heim-EM 2024.

Mehr zu Hertha BSC

„Tegel ist der einzig sinnvolle Ort innerhalb der Stadtgrenzen, wo es keine Probleme mit Anwohnern geben würde“, sagte der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dennis Buchner, in der „B.Z.“ zur langfristigen Idee, auf dem Flughafen-Gelände zu bauen. „Ich bin sicher, dass man die fünf bis sechs Hektar, die Hertha braucht, abzweigen kann“, ergänzte der Abgeordnete der Berliner Regierungspartei und bekräftigte: Für einen Standort im Olympiapark werde es „weder vor noch nach der Wahl eine Mehrheit geben“.

Die Abgeordnetenhaus-Fraktionen der rot-rot-grünen Koalition in Berlin hatten erklärt, dass die Arena am bisher geplanten Standort im Olympiapark „nicht zu realisieren“ sei. Eine Genossenschaft, der sechs Häuser mit 24 Wohnungen auf dem geplanten Stadion-Areal gehören, will mit dem Club nicht mehr über einen Verkauf verhandeln. Preetz hatte danach auf den politischen Druck der Hertha-Mitglieder auch als Wähler verwiesen. Zur Not würde der Berliner Bundesligist sogar über eine mobile Übergangsarena nachdenken.

ANZEIGE: 50% auf dein Präsentations-Trainingsanzug! Der Deal of the week im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Brandenburg
Sport aus aller Welt