15. April 2020 / 16:12 Uhr

Bericht: Finanz-Lage bei Schalke spitzt sich zu - Zahlung der TV-Gelder existenziell?

Bericht: Finanz-Lage bei Schalke spitzt sich zu - Zahlung der TV-Gelder existenziell?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hofft auf die Zahlung der TV-Gelder: Beim FC Schalke 04 geht es um die Existenz.
Hofft auf die Zahlung der TV-Gelder: Beim FC Schalke 04 geht es um die Existenz. © Imago Images/Montage Behrens
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Die finanzielle Situation bei Schalke könnte sich offenbar weiter zuspitzen. Wie der "Kicker" berichtet, drohen dem Revierklub existenzielle Pobleme, wenn die Zahlung der letzten Rate aus dem TV-Vertrag ausbleibt.

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Die Finanz-Lage bei Schalke 04 wird offenbar zunehmend besorgniserregender. Wie der Kicker berichtet, "grassiert die Angst vor einer bilanziellen Überschuldung", sollte die für den 2. Mai vereinbarte Überweisung der vierten Rate aus dem TV-Vertrag ausbleiben. Demnach sei der Revier-Verein auf die 15,892 Millionen Euro dringend angewiesen, die dann auf das S04-Konto fließen würden.

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Nach Kicker-Angaben würde die Liquidität der Gelsenkirchener für den Fall ausbleibender Zahlungen nur durch die Aufnahme weiterer Kredite gewährleistet werden können. Als möglicher Geldgeber könnte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ins Spiel kommen, der Schalke in der Vergangenheit bereits mehrfach solche Finanzspritzen gewährt haben soll.

In den vergangenen Tagen äußerten sich bereits Schalker Vereinsfunktionäre in großer Sorgen um den Klub. "Dinge wie Steuerstundungen, die der Gesetzgeber eingeräumt hat, ergreifen wir auch. Wir versuchen, Ausgaben zu reduzieren, haben Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und mit den Spielern Gehaltsverzicht vereinbart", sagte etwa Schalkes Finanzvorstand Peter Peters. "Aber natürlich hängt alles davon ab, wann wir wieder Einnahmen erzielen und Fußball spielen können. Je länger das dauert, desto einschneidendere Maßnahmen müssen ergriffen werden." Von einer etwaigen Insolvenz war bei derartigen Ausführungen jedoch nicht die Rede.

Tönnies macht sich "große Sorgen um Schalke"

Schon in der Vorwoche teilte der Klub an seine Dauerkartenbesitzer allerdings mit, dass der Verein "aktuell vor einer potenziell existenzbedrohenden wirtschaftlichen Situation" stehe. Deshalb sollten sich die Fans überlegen, ob sie die Gelder für bereits bezahlte Eintrittskarten zurück verlangen wollen. Zuvor hatte auch schon Aufsichtsratschef Clemens Tönnies in einem Interview mit der Welt am Sonntag gesagt, er mache sich in der aktuellen Situation "große Sorgen um Schalke". Ein Abbruch der Saison wäre aus seiner Sicht "der Super-GAU“, sagte der 63-Jährige. "Dann würden wir so manchen Verein nächste Saison nicht wiedersehen, befürchte ich."

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Der Revierklub hält sich bislang als eingetragener Verein in der nationalen Spitze der Bundesliga. Durch die sportlich enttäuschende Vorsaison machten die Knappen aber ein Minus von gut 26 Millionen Euro. Die Corona-Pandemie und die dadurch bedingte Spielpause der Bundesliga machen den Königsblauen zusätzlich zu schaffen. Ex-Klub-Boss Josef Schnusenberg brachte daher erneut eine Ausgliederung ins Spiel. "Wir haben schon zu meiner Zeit gesagt, dass wir über diese Rechtsform für Schalke nachdenken müssen. Damals machte es noch keinen Sinn, jetzt wäre eine Ausgliederung sicher eine Lösung", sagte der 79-Jährige der Sport Bild.