29. Juli 2020 / 11:34 Uhr

Bericht: Kommission der Bundesregierung äußert Kritik wegen Bundesliga-Rechtevergabe

Bericht: Kommission der Bundesregierung äußert Kritik wegen Bundesliga-Rechtevergabe

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bei der Vergabe der TV-Rechte durch die DFL habe das Bundeskartellamt anders reagieren müssen - das ist die Ansicht der Monopolkommission der Bundesregierung.
Bei der Vergabe der TV-Rechte durch die DFL habe das Bundeskartellamt anders reagieren müssen - das ist die Ansicht der Monopolkommission der Bundesregierung. © Jan Huebner/Pool
Anzeige

Das Bundeskartellamt muss sich wegen der Vergabe der TV-Rechte in der Bundesliga und der 2. Bundesliga offenbar Kritik der Monopolkommission der Bundesregierung gefallen lassen. Bei der Vergabe der Lizenzen durch die DFL habe es einen fehlenden Wettbewerb gegeben.

Anzeige

Die jüngste Vergabe der TV-Rechte an der Bundesliga und der 2. Bundesliga durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) ist von der Monopolkommission der Bundesregierung kritisiert worden. Dabei richtet sich die Kritik an die Haltung des Bundeskartellamts. Das geht aus dem Hauptgutachten des Gremiums hervor, aus dem die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitiert. Das Papier wird an diesem Mittwochmittag Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) übergeben.

Anzeige
Mehr vom SPORTBUZZER

Das Beratergremium der Bundesregierung bemängelt vor allem einen fehlenden Wettbewerb bei der Vergabe durch die DFL. Das Bundeskartellamt in Bonn hatte im März das Vergabeverfahren der DFL zu den Medienrechte für die Bundesliga-Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 genehmigt. Die Bundesliga hatte ihre Ausschreibung im Rahmen des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen mit der Behörde abstimmen müssen. Die DFL verpflichtete sich dabei selbst unter anderem zu einem Alleinerwerbsverbot. Damit sollte verhindert werden, dass nur ein Anbieter die Rechte an den Spielen der 1. und 2. Bundesliga erwirbt.

Im Juni gab die Liga-Vereinigung die Verteilung der TV-Rechte für die vier Spielzeiten ab 2021 in der Bundesliga und der 2. Bundesliga bekannt. Demnach teilen sich der Pay-TV-Sender Sky und der kostenpflichtige Streamingdienst DAZN die Live-Übertragung der Spiele fast komplett auf. Neun Live-Spiele pro Saison werden auch im frei empfangbaren Fernsehen bei Sat.1 zu sehen sein. Die Bundesliga und die 2. Bundesliga kassieren für die nächste Periode insgesamt 4,4 Milliarden Euro an TV-Geldern.

Sané, Schick & Co.: Die Sommer-Zugänge der Bundesliga-Klubs 2020

Bayerns Leroy Sané (von links), Leverkusens Patrik Schick, Dortmunds Jude Bellingham und Leipzigs Alexander Sörloth haben für ihre neuen Klubs bereits gespielt. Zur Galerie
Bayerns Leroy Sané (von links), Leverkusens Patrik Schick, Dortmunds Jude Bellingham und Leipzigs Alexander Sörloth haben für ihre neuen Klubs bereits gespielt. ©

Monopolkommission fordert stärkere Einbindung der Zuschauer

Die Monopolkommission schlägt unter anderem vor, stärker die Zuschauer bei der Entscheidung einzubeziehen. „Die DFL ist bei der zentralen Rechtevermarktung ein Monopolist und verständlicherweise an hohen Einnahmen interessiert. Missbrauchen darf man ein Monopol aber nicht", sagte der Kommisions-Vorsitzende Achim Wambach der FAZ. "Eine kartellrechtliche Anforderung ist deshalb, dass auch die Interessen der Verbraucher gewahrt werden."

Das Beratergremium der Bundesregierung sieht einen Nachteil für die Zuschauer, dass es keinen Wettbewerb zwischen Sky und DAZN um einzelne Live-Spiele gibt. Und auch die DFL und damit die Vereine würden profitieren, wenn die Trennung der Live-Rechte für die Spiele aufgehoben und so ein größerer Konkurrenzkampf der Medienunternehmen entstehen würde.

Mehr vom SPORTBUZZER

In dem Kommissions-Gutachten wird an die Wettbewerbshüter zudem appelliert, sich stärker für die Vermarktungsrechte der Olympia-Athleten einzusetzen. Zwar hat die Kartellbehörde gegen den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und das Internationale Olympische Komitee (IOC) Lockerungen der individuellen Werbemöglichkeiten der Sportler bei Olympischen Spielen durchgesetzt. Doch diese gelten nur für deutsche Athleten. Das Bundeskartellamt sollte auch Sportler aus anderen Ländern - oder zumindest aus der EU - schützen, forderte die Kommission nach Angaben der FAZ.