15. März 2020 / 19:30 Uhr

Bericht über DFL-Vorschlag: Bundesliga soll bis einschließlich Ostern pausieren

Bericht über DFL-Vorschlag: Bundesliga soll bis einschließlich Ostern pausieren

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Bundesliga könnte noch bis einschließlich Ostern pausieren.
Die Bundesliga könnte noch bis einschließlich Ostern pausieren. © imago images/Hartenfelser
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Die Bundesliga steckt wegen der Coronavirus-Pandemie in der Krise: Am Montag steht eine Sonder-Mitgliederversammlung aller 36 Profi-Klubs an. Wie das Magazin "11 Freunde" berichtet, wird die DFL eine Liga-Pause bis einschließlich Ostern vorschlagen.

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Die Angst vor dem Kollaps wächst. Die Nervosität ist vor dem Krisentreffen am Frankfurter Flughafen bei den Klub-Chefs inmitten der Coronavirus-Pandemie und einem drohenden Ausfall von rund 750 Millionen Euro förmlich greifbar. "Wir müssen endlich der Realität ins Auge schauen. Wir müssen vier Wochen warten, alles auf Null fahren. Vielleicht müssen wir im Oktober noch aufhören, Fußball zu spielen. Das weiß kein Mensch", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München am Sonntag in der Sport1-Sendung "Doppelpass". Doch die DFL will früher anfangen, wie das Fußball-Magazin 11 Freunde auf seiner Homepage schreibt.

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Nach Informationen des Magazins wird die DFL bei der Sonder-Mitgliederversammlung aller 36 Profi-Klubs als Notfallplan die Verlegung des 28. und vermutlich auch des 29. Spieltages vorschlagen, also bis einschließlich Ostern. Damit hätte die Bundesliga bis zum Wochenende am 17./18. April Zeit. Formal beschließen werden die 36 Profi-Vereine am Montag wohl nur die Absage auch des nächsten Spieltages am kommenden Wochenende. Ob dieses knappe Zeitspiel ausreicht und nach der Länderspielpause Anfang April Fußball zumindest in der bei Fans wie Spielern ungeliebten Geisterspiel-Variante möglich ist, erscheint angesichts der Prognosen der führenden Wissenschaftler jedoch fraglich.

Nach einer Bundesliga-Pause drohen weiter Geisterspiele

Sollte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden, dann wohl ohne Zuschauer, wie BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mutmaßte: "Wenn wir in dieser Saison nochmal spielen, werden es Geisterspiele sein. Niemand in der Bundesliga geht noch davon aus, dass wir noch Spiele mit Zuschauern haben werden", sagte der BVB-Geschäftsführer am Sonntag in einer Sonderausgabe der "ARD-Sportschau“.

Die außerordentliche Summe von rund einer dreiviertel Milliarde Euro Einnahmeverlust bei einem nach wie vor drohenden Totalausfall der Restsaison hat auch die Führung der Top-Klubs FC Bayern München und Borussia Dortmund mächtig aufgeschreckt. Denn eine Versicherung für den immensen materiellen Schaden hat der deutsche Fußball nicht, wie der dpa aus Ligakreisen bestätigt wurde. Sollte der sportliche wie ökonomische Worst Case eintreten und die Saison tatsächlich nach 25 Spieltagen beendet werden müssen, würde allein durch den Wegfall der Fernsehgelder für die letzten neun Runden bei etwa 1,4 Milliarden Euro TV-Gesamtgeldern für alle 34 Spieltage ein Einnahmeausfall von rund 370 Millionen Euro anfallen.

Internationale Pressestimmen zum Corona-Stillstand: "Wir werden sogar den VAR vermissen"

Fast überall auf der Welt steht der Sport wegen der Coronavirus-Pandemie still. Die internationale Presse ist bestürzt. Der SPORTBUZZER hat die Pressestimmen zusammengetragen - klickt euch durch! Zur Galerie
Fast überall auf der Welt steht der Sport wegen der Coronavirus-Pandemie still. Die internationale Presse ist bestürzt. Der SPORTBUZZER hat die Pressestimmen zusammengetragen - klickt euch durch! ©

Meister-Kür am Grünen Tisch bei einer Dreiviertel-Mehrheit

Die Aussagen von Uli Hoeneß klingen wenig beruhigend. "Ich finde es Scharlatanerie, heute zu sagen, was in vier Wochen passiert. Wir müssen den Wissenschaftlern die Zeit geben, um das Therapeutikum zu finden. Alle andere ist Schaumschlägerei." Auch DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius sieht eine Herkulesaufgabe: "Die gesamt deutsche Gesellschaft steht wohl vor einer ihrer größten Herausforderungen, so auch der Fußball. Das Ausmaß ist noch gar nicht so recht absehbar, ich fürchte, dass wir erst am Anfang stehen."

Die Lage ist so ernst, dass längst auch sportliche Fallszenarien für eine Komplett-Absage am Montag diskutiert werden müssen, erfuhr die dpa. Die Optionen sind dabei laut Statuten vielfältig. Mit Dreiviertel-Mehrheit könnte eine Meisterkür nach derzeitigem Tabellenstand am Grünen Tisch erfolgen. Wahrscheinlicher wäre, dass es 2020 keinen Meister gibt. Auch eine Aufstockung der Liga, um harte Auf- und Abstiegsfragen zu vermeiden, müsste die DFL beschließen. Entscheidungen in dieser Frage werden aber noch nicht erwartet.