01. Mai 2021 / 20:02 Uhr

Bericht über Keller-Rechtfertigung zu Nazi-Eklat: "Von drei Personen in eine Ecke gedrängt"

Bericht über Keller-Rechtfertigung zu Nazi-Eklat: "Von drei Personen in eine Ecke gedrängt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Präsident Fritz Keller steht in der Kritik.
DFB-Präsident Fritz Keller steht in der Kritik. © IMAGO/Kirchner-Media (Montage)
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Der Nazi-Vergleich von DFB-Präsident Fritz Keller schlägt weiterhin große Wellen. Nach zahlreichen Rücktritts-Forderungen hat sich Keller nun in einem weiteren Schreiben an die DFB-Mitarbeiter zu Wort gemeldet und sich für seinen verbalen Ausfall gerechtfertigt.

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DFB-Präsident Fritz Keller setzt sich zur Wehr: Der 64 Jahre alte Verbands-Boss war nach einem Nazi-Vergleich in einer Präsidiumssitzung in den vergangenen Tagen schwer unter Druck und in Erklärungsnot geraten. Er hatte Koch Medienberichten zufolge als "Freisler" bezeichnet und so mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen. In einem erneuten internen Schreiben an die DFB-Mitarbeiter soll sich Keller nun laut eines Berichts der Bild für seine Äußerungen gerechtfertigt haben. "Es ist bitter zu sagen, aber mir fehlt diesbezüglich jeder Bezug zu meiner Überzeugung und meiner Denkweise - es gibt einfach keine vernünftige Erklärung", soll der DFB-Chef im verbandseigenen Intranet geschrieben haben.

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Zuvor habe dem Bericht zufolge der Betriebsrat die Führungsspitze des DFB in einem Intranet-Beitrag hart kritisiert. Ein "Weiter so" dürfe es im Verband nicht geben. "Wir fordern daher die Entscheidungsträger noch einmal eindringlich auf, in den anstehenden Sitzungen unverzüglich richtungsweisende Entscheidungen zu treffen", soll in der Mitteilung gestanden haben. "Bei einem Neuanfang dürfen sowohl strukturelle als auch personelle Konsequenzen nicht ausgeschlossen werden." Dem soll Keller wie folgt zugestimmt haben: "Sie sprechen mir aus der Seele. Denn tatsächlich kann es mit dem DFB, so wie er sich seit Monaten darstellt, nicht weitergehen." Die Mitarbeiter hätten unter anderem "eine professionelle Führungsmannschaft verdient".

Keller über Nazi-Eklat: Habe mich "provozieren lassen"

Aktuell findet ein Krisengipfel der Landesverbandschefs in Potsdam statt. Die Tagung, an der auch die DFB-Spitze teilnimmt, soll in dem Kongresshotel am Templiner See bis zum Sonntagmittag andauern. Erwartet wird auch ein Gespräch zwischen Keller und Koch.



Den Nazi-Vergleich bedauert Keller laut des neuen Intranet-Beitrags. Bei der Präsidiumssitzung, bei der Keller ausfällig geworden sein soll - habe er sich "wieder von drei Personen" (laut Bild Koch, Generalsekretär Friedrich Curtius und Schatzsmeister Stephan Osnabrügge) in "eine Ecke gedrängt" gesehen. Zudem sei er von den drei "heftig angegriffen" worden. Dadurch sei es dann zum Nazi-Vergleich gekommen: "Die monatelangen Intrigen, Durchstechereien, Unzuverlässigkeiten, Illoyalitäten innerhalb dieses Gremiums haben offensichtlich bei mir diesbezüglich in diesem Moment ihre Wirkung nicht verfehlt. Ich habe mich so provozieren lassen."